Gelungener Projektstart am Berufskolleg Kreis Höxter – Kerstin Eller ist seit einem halben Jahr digitaler Bildungscoach
„Wir können online“

Kreis Höxter -

„Wir müssen Bildung neu denken“, sagt Kerstin Eller. Die Brakelerin ist seit einem halben Jahr als digitaler Bildungscoach am Berufskolleg Kreis Höxter tätig und zieht eine erste positive Bilanz.

Dienstag, 04.05.2021, 17:15 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 11:28 Uhr
Kerstin Eller hat als Bildungscoach für Digitalisierung am Berufskolleg Kreis Höxter fest im Blick, wie die modernen Medien im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können.
Kerstin Eller hat als Bildungscoach für Digitalisierung am Berufskolleg Kreis Höxter fest im Blick, wie die modernen Medien im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können. Foto: Kerstin Seibert

„Wir sind sehr glücklich, dass wir die Chance bekommen haben, am Berufskolleg Kreis Höxter solch ein bundesweit einmaliges Projekt an den Start bringen zu können“, sagt Kreisdirektor Klaus Schumacher als Leiter des Fachbereichs Bildung und Kreisentwicklung. Sein Dank gilt vor allem Dr. Burghard Lehmann, dem ehemaligen Geschäftsführer der Osthushenrich-Stiftung, sowie seiner Nachfolgerin Claudia Holle. Die Osthushenrich-Stiftung unterstützt Projekte zur Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in OWL. „Ohne die Förderung des dreijährigen Projekts mit insgesamt 112.000 Euro wäre eine Umsetzung nicht möglich gewesen“, so Schumacher.

Corona beschleunigt Entwicklung

Dabei geht es um die „digitale Kompetenz“, also die Fähigkeit aller in der Institution Schule agierenden Personen, digitale Technik zu nutzen, sie zu verstehen, zu bewerten und zu gestalten. „Dies ist nicht nur der Schüssel für erfolgreiche Lehr- und Lernprozesse, sondern auch für eine Gesellschaft und berufliche Welt, die im Zuge des digitalen Wandels digitale Kompetenz einfordert“, erläutert Schulleiter Michael Urhahne. Eine Befragung am Berufskolleg habe gezeigt, dass 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Bedeutung digitaler Medien in ihrem späteren Berufsleben als hoch einschätzen.

Als „echten Glücksgriff“ sieht auch Gabriele Böker, Leiterin der Abteilung Schule und Kultur des Kreises Höxter, Kerstin Eller. „Mit ihr werden die jungen Menschen schwerpunktmäßig im sozialen Bereich noch besser auf die flexiblen Anforderungen der Arbeitswelt vorbereitet.“ Hierbei gehe es nicht ausschließlich um den technischen Aspekt, sondern auch um Kompetenzen wie das kritische und interdisziplinäre Denken, die Kreativität, die Fähigkeiten, Probleme zu lösen und Kommunikationsstärke zu entwickeln.

„Für mich war es wie ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Kerstin Eller, die zuletzt 20 Jahre im Marketing gearbeitet hat. „Die lange Erfahrung im digitalen Umfeld hat mir den Start allerdings genauso erleichtert wie meine Offenheit für technologische Entwicklungen“, berichtet sie.

Feuertaufe beim digitalen Tag der offenen Tür

Ihre „Feuertaufe“ hat sie am digitalen Tag der offenen Tür des Berufskollegs Kreis Höxter Ende Januar bestanden, der aufgrund der Corona-Pandemie ohne einen einzigen Besucher vor Ort stattgefunden hat. „Das war für mich ein riesiges Erlebnis, mit welchen Engagement und Ideenreichtum Schüler und Lehrer mitgemacht haben, um ihre Schule auf diese neue Weise vorzustellen“, erinnert sich Eller. „Da haben wir alle gemeinsam festgestellt: Wir können online!“ Die Begeisterung der jungen Menschen und die Bereitschaft, sich einzubringen, um die Schule auf verschiedenen Social-Media-Kanälen zu präsentieren, habe sie selbst mitgerissen. Mehr als 1500 virtuelle Besucher seien der verdiente Lohn für den riesigen Aufwand gewesen.

Ohne Frage habe Corona die intensivere Nutzung der modernen Medien enorm beschleunigt. „Das ist das Spannende an meiner neuen Tätigkeit, die technischen Möglichkeiten in den schulischen Kontext einzubringen und dieser Schule somit auch in Zukunft zu ermöglichen, ihrem guten Ruf gerecht zu werden.“ Dass sie nicht mehr mit dem Auto nach Paderborn zur Arbeit fahren muss, sondern jetzt mit dem Fahrrad in die Schule kommt, ist für die 45-Jährige, die mit ihrer Familie in Brakel lebt, ein angenehmer Nebeneffekt.

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