Landesverband Erneuerbare Energien sieht Nachholbedarf – Beverungen hat die meisten Windräder
„Im Kreis Höxter gibt es Potenzial“

Kreis Höxter -

Nachholbedarf im Ausbau der Windenergie sieht der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW in den Kreisen Höxter und Lippe.

Dienstag, 04.05.2021, 22:21 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 22:30 Uhr
Bei Holzhausen wird aktuell ein neues Windrad errichtet.
Bei Holzhausen wird aktuell ein neues Windrad errichtet. Foto: Harald Iding

Das hat die Regionalvertretung OWL des Landesverbandes jetzt in einer Pressemitteilung zum Ausdruck gebracht. Aktuell stünden nur 19 beziehungsweise zwölf Prozent der Anlagen Ostwestfalen-Lippes in den beiden Kreisen. Hochburg der Windkraft sei mit weitem Abstand der Kreis Paderborn mit 523 Anlagen – das seien 53 Prozent der insgesamt in OWL betriebenen Windräder. Allein in Lichtenau stünden fast 180 Anlagen. Aber der weitere Ausbau in OWL stocke seit mehr als zwei Jahren, mahnt der Verband.

Viele Windräder in Beverungen und Willebadessen

Der ländlich geprägte Kreis Höxter habe großes Potenzial für den Ausbau der Windenergie, so der LEE-Regionalverband.

Im Kreis Höxter standen Anfang Januar 2021 183 Windräder, die meisten davon in Beverungen (39) und Willebadessen (35) gefolgt von Marienmünster (21), Höxter (19), Borgentreich (19), Warburg (18), Nieheim (15), Bad Driburg (9), Brakel (6) und Steinheim (4).

„Ende 2020 waren im Regierungsbezirk 985 Windenergieanlagen in Betrieb – das sind nur neun mehr als im Vorjahr, nur zehn mehr als zwei Jahre zuvor. Bleibt es beim Schneckentempo der vergangenen Jahre, werden die Klimaziele in OWL krachend verfehlt“, warnt Jürgen Wrona (Delbrück), Vorsitzender des OWL-Regionalverbandes und fordert die Landesregierung und die Kommunen auf, bei der Windenergie von der Bremse gehen. „Sonst fehlt schon bald Ökostrom, Das würde Nordrhein-Westfalen als Energie- und Industriestandort gefährden“, so Wrona.

Ein Viertel aller Windenergieanlagen Nordrhein-Westfalens dreht sich im Regierungsbezirk Detmold.

Dutzende alter Windenergieanlagen in OWL fallen ab 2021 alljährlich aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und haben dann keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Ein Repowering der Standorte mit modernen, leistungsstärkeren Anlagen wäre eine Lösung. Doch eine vom LEE NRW in Auftrag gegebene Analyse zeigt, dass landesweit nur gut sechs Prozent der Anlagen in NRW repowert werden könnten. Haupthindernis sind die Abstandsvorschriften für NRW.

„Damit durchkreuzt die schwarz-gelbe Landesregierung ihre eigenen, großspurig angekündigten Pläne, die installierte Windenergieleistung vor allem durch Repowering bis 2030 zu verdoppeln,“ sagt Kerstin Haarmann, stellvertretende Vorsitzendes des LEE-Regionalverbandes OWL. Der Verband fordert eine Verbesserunge der Rahmenbedingungen für das Repowering von Windkraftstandorten.

Windkraft auch im Wald

Auch Wirtschaftswälder kommen in OWL noch als Windenergiestandorte in Frage. Dürre und Borkenkäferbefall haben vor allem Nadelwaldbeständen erheblich zugesetzt. „Ganze Wälder sind mittlerweile ausradiert. Einige Flächen sollten für die Windenergie freigegeben werden,“ fordert der LEE-Regionalvorsitzende Jürgen Wrona. Waldbesitzer bräuchten Einnahmen aus der Windenergie auch, damit sie ihre Bestände nachhaltig und klimastabil wieder aufforsten können. Die Landestesregierung lehne jedoch Windenergie in Nutzwäldern und sogar auf zerstörten Waldflächen ab.

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