>

Sa., 11.04.2015

34-Jährige soll sich als Angehörige eines Absturzopfers ausgegeben haben Falsche Cousine: »Ich werde bedroht«

Die Gedenkstelle in der Nähe des Absturzortes. Hier reihte sich die Frau aus Beverungen in die Gruppe der Angehörigen ein.

Die Gedenkstelle in der Nähe des Absturzortes. Hier reihte sich die Frau aus Beverungen in die Gruppe der Angehörigen ein. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Beverungen (WB). Die 34-jährige Frau aus Beverungen, die sich als Angehörige eines Absturzopfers der Germanwings-Maschine ausgegeben haben soll, wird nach eigenen Angaben bedroht.

Wie berichtet, soll sie sich gegenüber der Lufthansa als Cousine der getöteten Lehrerin Stefanie T. aus Brakel ausgegeben haben und zweimal auf Kosten der Airline zum Absturzort nach Südfrankreich gereist sein. Die Kripo Höxter ermittelt seit dieser Woche wegen Betrugsverdachts. »Ich werde angefeindet und habe anonyme Morddrohungen bekommen«, sagte die 34-Jährige dem WESTFALEN-BLATT. »Ich habe Angst um meine beiden Kinder.«

Die Frau gibt als Beruf Lifestyle-Expertin an und nennt im Internet als Hobbys Lesen und Hunde. Sie soll aus Brandenburg stammen und zwei Kinder mit in ihre Ehe gebracht haben. Sie sagte, sie habe ursprünglich an der Absturzstelle helfen wollen. Dafür sei sie im Bekanntenkreis angefeindet worden. Zu ihren Frankreichflügen wollte sie nichts sagen.

Motiv ist bisher nicht bekannt

Nach Angaben von Angehörigen hat die Frau in der Familie erzählt, unter den Absturzopfern sei auch ihre Schwester, von der sie in früher Kindheit getrennt worden sei. Das Auswärtige Amt habe sie angerufen und gebeten, für einen DNA-Abgleich nach Frankreich zu kommen. Tatsächlich werden Angehörige aber nicht nach Frankreich geflogen, um bei ihnen DNA-Proben zu nehmen. Ein Verwandter sagte, über Ostern sei die Frau dann noch einmal nach Südfrankreich geflogen – diesmal mit ihren beiden Kindern und wieder auf Kosten der Lufthansa. Sie soll nahe der Absturzstelle auch psychologische Betreuung genutzt haben.

Das Motiv liegt im Dunkeln. Eine Bekannte sagte am Freitag, die 34-Jährige erzähle »öfter Geschichten, die sich als falsch herausstellen«. Nach der letzten Frankreich-Reise mit den beiden Kindern schöpfte die Lufthansa aus Gründen, die sie nicht nennen möchte, Verdacht und fragte bei den Angehörigen der toten Lehrerin Stefanie T. nach. Die gaben an, von der 34-Jährigen Frau noch nie gehört zu haben. Daraufhin informierte die Luftfahrtgesellschaft die Polizei.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3186417?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198395%2F2851039%2F