Unmut über Probleme im Beverunger Ortsteil erreicht Bezirksausschuss
Bürger in Dalhausen ärgern sich über Störungen im Datennetz

Beverungen (WB). Seit Wochen ärgern sich die Dalhauser über Störungen im Telefonnetz, beim Fernsehen und bei der Internetverbindung. Betroffen sind alle die, die diese Leistungen über Unitymedia beziehen. Ihren Unmut haben sie jetzt in der Sitzung des Bezirksausschusses deutlich gemacht. »Diese Netzstörungen sind untragbar«, sagte Ausschussvorsitzender Bernhard Villmer.

Freitag, 12.05.2017, 15:38 Uhr aktualisiert: 12.05.2017, 16:08 Uhr
Die Eieruhr dreht sich auf dem Computer-Bildschirm endlos oder irgendein anderes Symbol sagt: Hier geht nichts mehr, kein Datenempfang. Foto: dpa
Die Eieruhr dreht sich auf dem Computer-Bildschirm endlos oder irgendein anderes Symbol sagt: Hier geht nichts mehr, kein Datenempfang. Foto: dpa

Der Politiker habe zunächst persönliche Erfahrungen gemacht, sei dann aber von immer mehr Dalhausern angesprochen worden, die sich ebenfalls über die Probleme ärgern. »Es passiert offenbar in vielen Haushalten immer wieder, dass Internet und/oder Telefon nicht gehen oder der Fernsehempfang gestört ist«, berichtete er im Ausschuss.

Ärztin im Job eingeschränkt

Ein gravierendes Beispiel: »Unsere neue Ärztin im Ort konnte aufgrund der Störungen quasi ihren Job nicht machen.« Sie habe inzwischen den Anbieter gewechselt. Villmer selbst stehe seit fünf Wochen mit der »Unitymedia GmbH« (Hauptsitz ist in Köln) in Kontakt. »Ich gehe denen ganz bewusst immer wieder auf die Nerven und mache deutlich, dass dieser Zustand nicht tragbar ist.«

Diesen Protest würde er jetzt gerne ausweiten. Sein Vorschlag: Alle, die betroffen sind, beschweren sich. Gesammelt werden die Beschwerden bei Ludger Ernst in der Stadtverwaltung Beverungen, der bereits mit Unitymedia in Kontakt steht. »Wir müssen erreichen, dass der Druck bei dem Unternehmen groß genug wird und die merken, dass Dalhausen so nicht mit sich umgehen lässt«, sagte Villmer.

Laut des Kölner Unternehmens seien ständig Techniker vor Ort, die »mit Hochdruck« an der ­Lösung des Problems arbeiten würden. In einem Schreiben des Anbieters, das Villmer vor wenigen Tagen erhalten habe, sei von elektromagnetischen Störungen die Rede, die durch äußere Einflüsse wie beispielsweise Funkfrequenzen entstünden.

Unitymedia will helfen

»Ich habe vielmehr das Gefühl, dass Unitymedia an den wahren Grund der Störung nicht ran will. Das Netz hier ist in die Jahre gekommen und nicht mehr leistungsfähig. Es müssten neue Leitungen gelegt werden und vor diesen Kosten scheut sich das Unternehmen«, lautet Villmers Interpretation.

Zu alt sei das Netz nicht, entgegnete gestern Unitymedia-Sprecherin Eva-Maria Ritter auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Das große Unternehmen bedauere die Unannehmlichkeiten, habe aber Techniker vor Ort, die an der Lösung des Problems arbeiteten. »Wir haben aktuell zwei Einstrahlungen im Ort, die von Dritten verursacht werden«, sagte Ritter.

Das könne ein defektes Kabel sein oder etwa ein haustechnisches Gerät. Am 19. April sei zudem bei Wartungsarbeiten von einer Fremdfirma ein Glasfaserkabel zerstört worden. »Das wurde uns aber leider nicht sofort mitgeteilt.« Das dritte Problem sei die besondere Netzsituation in Dalhausen. »Hier sind sehr lange Wegstrecken zu überbrücken«, erklärte Ritter. »Hier arbeiten wir daran, die Verfügbarkeit der Dienste zu verbessern.«

Derzeit würden bestimmte Maßnahmen geprüft, um die Stabilität des Netzes zu verbessern. »Die Nutzer sind zu recht sauer«, sagt Ritter. Sie seien aber auch aufgerufen, sich bei einer Störung direkt an Unitymedia zu wenden, weil zunächst der konkrete Hausanschluss geprüft werden müsse.

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