Weltstar Amy Macdonald kommt am Wochenende zu Konzert nach Beverungen
Volker Faltin holt die Stars an die Weser

Beverungen (WB). »Rock-Musik. Das war Aufstand. Revolution sozusagen.« Schon längst ist die Exklusivität der Klassik auf Beverungens Stadthallenbühne gebrochen. Mit Volker Faltin (69) kam vor fast 40 Jahren der Rock ins Haus. Am 5. August erwartet er den Weltstar Amy Macdonald.

Dienstag, 01.08.2017, 18:21 Uhr aktualisiert: 02.08.2017, 08:01 Uhr
Herbert Gröenemyer zieht tausende Fans nach Beverungen. Foto: Harald Iding
Herbert Gröenemyer zieht tausende Fans nach Beverungen. Foto: Harald Iding

Er sitzt in der Garderobe, in einem dieser geschwungenen Holzstühle, im Hintergrund brummt ein Kühlschrank. Wo kein Spiel hängt, zieren Plakate die weißen Wände. Sie erzählen von internationalen Sternchen, die Volker Faltin in den vergangenen Jahrzehnten nach Beverungen geholt hat.

234 Konzerte organisiert

»Das Team und ich haben bis heute 234 Konzerte organisiert«, weiß der Beauftragte für Sonderauftritte der Beverunger Kulturgemeinschaft. Sie alle saßen und aßen Backstage, in einem dieser Räume mit den knautschigen Ledersofas und den großen Spiegeln. Hier zitierte Jürgen von der Lippe aus Cäsars »De Bello Gallico«, für die Musiker von »Kraan« gab es Schokoküsse.

Durchbruch mit Westernhagen

Mit Marius Müller-Westernhagen gelang der Durchbruch. »Ab dann spielten wir in der obersten Liga«, erinnert sich Faltin. Grönemeyer, Pur, BAP, Nena, Chris de Burgh, und Ina Müller folgten. Herman van Veen gab sich bereits fünfzehn Mal die Ehre.

»Am Anfang war vieles Zufall, aber irgendwann gehört man zu den Zuverlässigen – bis man einen Fehler macht«, sagt der 69-Jährige. Dazu sei es in fast 40 Jahren zum Glück nie gekommen.

Relax-Paradies für Macdonald

»Umso größer der Star, desto bescheidener ist er«, so Faltin. Mit einigen komme man gut aus, andere haben ihre Marotten und Extrawünsche: »Damals musste ich nach Bielefeld – für eine Zigarre.« Für wen der edle Stumpen bestimmt war, verrät Faltin nicht. Es seien nun einmal gewisse Standards zu erfüllen.

Für Amy Macdonald ( die zuletzt bei den Gerry-Weber-Open in Halle aufgetreten ist) wird der Saal Bever in ein Relax-Paradies verwandelt, mit Liegeplätzen, Sonnenschirmen und Kaltgetränken.

400 Meter Kabel verlegt

Beverungen ist als Konzert-Standort bundesweit bekannt.

Beverungen ist als Konzert-Standort bundesweit bekannt. Foto: Iding

Über 280 Stunden Arbeit habe Faltin bereits in die Vorbereitungen investiert. 400 Meter Kabel und 300 Bauzaunelemente lagern unter der Stadthalle. Volker Faltin hat die Aufsicht, – und er ist streng penibel. »Nach Duisburg ist eine neue Zeit angebrochen«, erinnert er sich an die Loveparade 2010 zurück. »Seitdem ist die Sicherheit der zweitgrößte Kostenpunkt.« Das wirke sich auf die Preise aus. Auf 3800 Menschen ist das Open-Air ausgelegt.

Dadurch seien 80.000 Euro mehr zu schultern als bei Veranstaltungen in der Stadthalle. »Doch wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, weißt du, dass du etwas richtig gemacht hast«, sagt Faltin.

Traum: Die »Toten Hosen«

»Wenn man gut ist, sprechen sie drüber – und wenn man schlecht ist auch. Also am besten nicht schlecht sein.« Sein Traum: Die »Toten Hosen« in Beverungen. Sie seien schon dort gewesen, hätten das Gelände begutachtet, doch es habe nicht in die Tour gepasst. »Wenn man den letzten Traum realisiert, hat man eh keine mehr«, weiß der Show-Experte.

Dafür hat er schon viele andere Auftritte realisiert. »Cro« war an der Weser, »Barock« covert jährlich »AC/DC« und Deborah Sasson steht in »Das Phantom der Oper« auf der Bühne.

Mit Rock-Protest angefangen

Angefangen hat Faltins Lebenswerk, für das er 2015 mit dem »Deutschen Bürgerpreis« geehrt wurde, mit einem Protest. Er war Lehrer an der Beverunger Realschule. »Ich war kein Rocker«, betont er. Doch eines Tages standen seine Schüler vor der Tür. »Sie sammelten Unterschriften, wollten Rock-Musik hören. Doch die war damals noch verpönt«, erinnert sich Faltin.

Einen Vergleich, wie verhasst die neue Musik beim älteren Publikum war, könne er gar nicht finden. »Es war schon sehr schlimm.« Doch die Stimmen der Jugend waren lauter, und somit setzte sich der damals 30-jährige Lehrer für einen Wandel ein. »Kraan« war die erste Band, deren Auftritt er organisierte. Es folgten hunderte weitere, die Rock-Musik wurde populär – und Beverungen bundesweit bekannt.

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