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Sa., 07.10.2017

Almabtrieb in Dalhausen: 60 Ziegen begeistern bei ihrer Rückkehr ins Dorf Meckern bei Musik und Glockenklang

Der nördlichste Almabtrieb der Welt zieht in Dalhausen viele Menschen in seinen Bann: Mit musikalischer Begleitung kehren die Ziegen von den Berghängen zurück.

Der nördlichste Almabtrieb der Welt zieht in Dalhausen viele Menschen in seinen Bann: Mit musikalischer Begleitung kehren die Ziegen von den Berghängen zurück. Foto: Sabine Robrecht

Von Sabine Robrecht

Beverungen-Dalhausen (WB). Festlich gekränzt kommt das Vieh vom Berg – und wird mit klingendem Spiel hinunter ins Dorf geleitet: Das Flair dieses alpinen Herbst-Spektakels hat am Samstag in Dalhausen viele Menschen begeistert. Deutschlands nördlichster Almabtrieb erlebte im Beverdorf seine 29. Auflage.

Kühe sind es nicht, die in Dalhausen beim Almabtrieb die Blicke auf sich ziehen. Im Korbmacherdorf erfüllen Ziegen den ländlichen Brauch mit Leben. Etwa 60 waren es am Samstag. Unter ihnen 28 Lämmer. Sie brachten Leben in die Herde. Hier und da blieb mal ein Grüppchen stehen oder wollte links abbiegen statt geradeaus weitergehen.

Schnell ließen sich die Tiere aber wieder einreihen in den großen Tross. In das Geläut der Glocken, die einige Ziegen um den Hals trugen, und die musikalische Begleitung mischte sich hier und da gern ein energisches Meckern. »Es ist immer wieder schön«, schwärmten die vielen Zuschauer am Wegesrand.

Werner Siewers und sein Schwiegersohn Stephan Hoppe bestreiten mit ihren Ziegen diesen publikumswirksamen nördlichsten Almabtrieb der Welt. Beide freuen sich jetzt schon auf die 30. Auflage im nächsten Jahr.

Ziegen halten den Berg sauber

Bis dahin werden ihre Tiere – Tauernschecken- und Burenziegen – auf den Steilhängen der Kalkmagerwiesen in bis zu 350 Metern Höhe wieder fleißig ihre Arbeit tun: Sie leisten Landschaftsschutz, indem sie fressen – Dornen und Büsche inklusive: »Die Ziegen halten unseren Berg sauber. Das wünschen wir uns in Dalhausen«, sagt Werner Siewers. Dieses Ziel vor Augen, ist 2001 unter Federführung der Landschaftsstation Borgentreich die »Erzeugergemeinschaft Bergwiesen Dalhausen« gegründet worden, die mit Hilfe der Ziegen dem Verbuschen der Hänge Einhalt gebietet.

Tiere kehrten abends allein ins Dorf zurück

Die meckernden Wiederkäuer gehörten in Dalhausen einstmals zum Dorfalltag dazu: »Bis zu 300 Ziegen sind früher am Berg gewesen«, sagt Werner Siewers. Gehalten wurden sie als Milchlieferanten. Jeden Morgen holte ein Hirte die Ziegen ab, und abends kamen die Tiere allein von den Berghängen zurück ins Dorf. In den 1960er Jahren endete diese Tradition.

Robusten Ziegen macht Kälte nichts aus

Werner Siewers verhalf ihr später zur Renaissance: Anfang der 1980-er Jahre schaffte er Ziegen an. Die Tauernschecken, die er heute auf den Berg schickt, sind eine robuste österreichische Rasse. Wenn sie einen Unterstand haben, können sie bei Kälte draußen bleiben. Auch die Burenziegen sind robust. Die jungen Lämmer bleiben jetzt nach dem Almabtrieb im Stall. »Die alten kommen je nach Witterung noch mal raus«, sagt Werner Siewers. Er lud die kleinen Besucher des Almabtriebs ein, die Lämmer im Stall zu streicheln. Im Biergarten des Landgasthauses Bruns klang das herbstliche Stelldichein gemütlich aus.

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