Mo., 15.04.2019

83-jähriger Traktorfahrer aus Lauenförde fährt im Mai nach Schottland Deutz-Willi in den Highlands

Der Wohnwagen »Schnecke« wird ab Mitte Mai für fünf bis sechs Monate das Domizil von Winfried Langner sein. Der als »Deutz-Willi« bekannt gewordene Rentner aus Lauenförde bricht dann zu einer großen Tour nach Schottland auf.

Der Wohnwagen »Schnecke« wird ab Mitte Mai für fünf bis sechs Monate das Domizil von Winfried Langner sein. Der als »Deutz-Willi« bekannt gewordene Rentner aus Lauenförde bricht dann zu einer großen Tour nach Schottland auf. Foto: Harald Iding

Von Marius Thöne

Lauenförde (WB). Der alte Trecker ist tip top in Schuss, der Wohnwagen schon fast fertig gepackt: In vier Wochen geht Deutz-Willi wieder auf große Fahrt. Sein Ziel heißt diesmal Schottland. Englisch? Kann Deutz-Willi nicht. Aber Sprachbarrieren kennt er ohnehin keine.

Er war mit dem Traktor 2013 schon auf Mallorca, 2015 am Nordkap und 2017 in St. Petersburg. »Ich habe mich irgendwie mit Händen und Füßen verständigt, und es hat auch immer geklappt«, sagt Winfried Langner. Der 83-jährige Rentner ist wegen seiner langen Reisen mit Traktor »Robert« und Wohnwagen »Schnecke« in der Region und in Fachkreisen als Deutz-Willi bekannt geworden.

Baujahr 1961 mit 28 PS

Sein Schlepper der Marke Deutz, Baujahr 1961 mit 28 PS, fährt kaum schneller als 20 Stundenkilometer. Es ist eine Art des Reisens, die Winfried Langner liebt – langsam und gemächlich etwas von der Welt entdecken.

Seine vierte große Tour führt ihn nun nach Schottland. Dort will Langner die 800 Kilometer lange »North Coast 500« entlang fahren. »Das ist so etwas wie die Route 66 von Schottland«, sagt der Lauenförder. Sie führt an der Küste entlang und durch die

schottischen Highlands.

Das Abenteuer startet am Sonntag, 12. Mai, um 10 Uhr vor Langners Haus in der Hasenstraße. Dort wird er von Bürgermeister Werner Tyrasa und den Dorfbewohnern verabschiedet. Langner fährt mit »Robert« dann zunächst nach Amsterdam, von dort geht es mit der Fähre nach Newcastle.

Bis zur Nordspitze

Erster Zwischenhalt der Rundfahrt wird die schottische Hauptstadt Edinburgh sein. Dann geht es weiter an der Küste entlang über Iverness, wo die »North Coast 500« beginnt, bis zur Nordspitze Schottlands. Dort will »Deutz-Willi« auf die Orkney-Inseln übersetzen. Dann geht es weiter nach Skye und über Mull und Arduaine zurück nach Glasgow. »Möglicherweise werde ich direkt von dort in Richtung Deutschland einschiffen. Das entscheide ich aber spontan auf der Tour«, sagt der 83-Jährige.

Das hängt auch davon ab, wie lange die Reise bis dahin gedauert hat. Bislang plant Langner, fünf bis sechs Monate von zu Hause fort zu sein.

Keine Angst vor Linksverkehr

Vor dem Linksverkehr hat er übrigens keine Angst. »Ich kenne das schon, vor 35 Jahren war ich schon einmal in England«, berichtet Langner. Damals sei er mit dem Auto durch Dover gefahren und sei erst mal einem Lastwagen gefolgt, damit er sich ans Linksfahren gewöhnen konnte. »Damit komme ich also klar«, sagt Langner. Er meint, dass die Menschen in Großbritannien auch rücksichtsvolle Autofahrer seien. »Vor allem, wenn sie einen Traktor mit ausländischem Kennzeichen sehen«, sagt Langner mit einem Schmunzeln.

Deutz-Willi freut sich auf die Fahrt. Ob sein Traktor schon fit ist? »Sicher. Robert und ich fahren in dieser Woche noch nach Bad Fallingbostel, dort bin ich von zwei Treckerclubs eingeladen worden«, berichtet Winfried Langner. Die zweiwöchige Tour in die Lüneburger Heide soll auch als Vorbereitung für die große Rundfahrt in Schottland dienen.

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