Di., 30.04.2019

Burg Herstelle: Erster Liederabend mit Gabriele Banko aus Bremen begeistert Sehnsucht liegt in der Luft

Mit großer Leidenschaft hat die Künstlerin Gabriele Banko aus Bremen auf der Burg in Beverungen-Herstelle einen Liederabend gestaltet. Ihre Altstimme ist markant und volltönend, sie deckt das ganze Spektrum des Lebens ab – von sanft bis glühend.

Mit großer Leidenschaft hat die Künstlerin Gabriele Banko aus Bremen auf der Burg in Beverungen-Herstelle einen Liederabend gestaltet. Ihre Altstimme ist markant und volltönend, sie deckt das ganze Spektrum des Lebens ab – von sanft bis glühend. Foto: Harald Iding

Beverungen (WB/hai). Von der Knef bis Alexandra, von der starken Sehnsucht bis zur sanften Melancholie – dieser Liederabend von Gabriele Banko auf der Burg in Beverungen-Herstelle hat die begeisterten Zuhörer berührt. Eine Premiere erlebte auch der alte Steinway-Flügel: Nach einer umfassenden Restaurierung hat der Bremer Musiker Johannes Grundhoff als Begleiter von Banko das Instrument erstmalig vor Publikum spielen dürfen.

»Erst vor wenigen Stunden hat der Klavierstimmer seine Arbeit beendet. Wir sind sehr dankbar, dass der fünfstellige Betrag, der für die intensive Aufarbeitung des historischen Steinway-Flügels aufgebracht werden musste, auch durch Spenden einzelner Musikfreunde und Firmen aus der Region ermöglicht worden ist«, betonte das Burg-Eigentümerpaar Martin Hörning und Petra Sporbeck-Hörning (Vorsitzende des Kunst- und Kulturverein Burg Herstelle) zu Beginn des kurzweiligen Musikabends.

Unter den zahlreichen Gästen weilte auch Heinz-Günter Koßmann aus Höxter, stellvertretender Landrat des Kreises. »Ich bin heute Abend zum ersten Mal Gast auf der Burg und sehr beeindruckt. Das einmalige Ambiente der Burganlage mit ihren Räumlichkeiten beeindruckt. Es ist ein sehr schöner Liederabend und wird sicher nicht der letzte Besuch hier gewesen sein«, betonte Koßmann anerkennend.

Der rund 115 Jahre alte Steinway-Flügel der Burg ist nach einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf umfassend restauriert worden. Johannes Grundhoff durfte ihn jetzt als erster Pianist spielen. Foto: Harald Iding

Untergehende Sonne über der Weser, eine bezaubernde Altstimme und Lieder zum Träumen – diese zauberhafte Mischung hat bei der öffentlichen Kulturveranstaltung im Rahmen des neuen Jahresprogramms des Vereins überzeugt. Dabei reihte sich ein Ohrwurm an den anderen – angefangen von dem Lied »Eins und eins« (Charly Niessen), »Er war gerade 18 Jahr« (Serge Lebrail/Pascal Sevran), »Mein Freund, der Baum« (Alexandra) bis zum »Tapetenwechsel« von Hildegard Knef.

Die Interpretationen der Bremer Künstlerin Gabriele Banko haben ihre ganz eigene Note. »Ich halte mich dabei nicht immer strikt an den Originaltext, sondern baue gerne kleine Spitzen wie Variationen mit ein«, gesteht die zarte Dame mit der großen Chanson-Stimme im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

»Ich mache keine große Show und will die Sängerinnen nicht mit bunter Federboa um den Hals imitieren. Das ist nicht mein Ding. Jeder ist doch auf seine Art einmalig. Das Schönste für mich ist es, wenn das Publikum die Lieder richtig genießt. Es ist zugleich eine Verneigung und Respekt vor den Komponisten und Textern dieser Lieder. die für immer geliebt und unvergessen bleiben. Bei der Knef kommt beides zusammen, sie hat gesungen und geschrieben.« Sie könne die Stars von einst auch nur so singen, wie sie es heute empfinden würde. Und vielleicht liegt darin der Erfolg der sympathischen Sängerin aus der Hansestadt. Sie blieb authentisch und nahm das verzückte Publikum mit auf eine »entschleunigende Musikreise« – in die ­»guten alten Zeiten.«

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