Mo., 08.07.2019

Wohnhausbrand: Nachbarin klingelt Sturm und weckt 76-Jährigen noch rechtzeitig Ursache für Feuer weiter unbekannt

In der Straße »Am Walde« in Herstelle ist ein Wohnhaus am Samstag abgebrannt. Ein Frau kam ums Leben.

In der Straße »Am Walde« in Herstelle ist ein Wohnhaus am Samstag abgebrannt. Ein Frau kam ums Leben. Foto: Michael Robrecht

Von Michael Robrecht

Herstelle (WB). Die Suche nach der Brandursache in der Hausruine in Herstelle geht weiter. Wie berichtet , war am Samstagmorgen bei einem Wohnhausbrand in der Straße »Am Walde« eine 65-Jährige Frau im Schlafzimmer ums Leben gekommen, ihr 76 Jahre alter Ehemann konnte gerettet werden.

Polizeisprecher Jörg Niggemann sagte am Montag, dass ein Brandermittler der Polizei nach seinen ersten Untersuchungen ausgeschlossen habe, dass das Feuer in dem Haus vorsätzlich gelegt worden sei. Er habe auch festgestellt, dass es keine Rauchmelder in den Etagen gegeben habe. Die Kripo und auch die Versicherung würden in dieser Woche weitere detaillierte Untersuchungen im Gebäude vornehmen. Auch die genaue Schadenshöhe für das durch Flammen und Löschwasser sehr in Mitleidenschaft gezogenen Haus sei noch nicht bekannt.

Am Samstagmorgen hatten sich im und am Gebäude dramatische Szenen abgespielt. Nachbarin Sabine Weidtkamp schilderte dem WESTFALEN-BLATT, dass sie um 5.51 Uhr auf ihrem Balkon drei Häuser neben dem Unglücksobjekt mit einer Tasse Kaffee gesessen habe: »Plötzlich sah ich Rauch aus einem Zimmer zur Gartenseite aufsteigen. Ich habe sofort die Feuerwehr angerufen und den Brand gemeldet«, berichtete die 52-jährige Herstellerin. Sie sei dann zum Brandort gelaufen. »Ich habe dort Sturm geschellt und an die Haustür geklopft – minutenlang, bis der Nachbar im Wohnzimmer wach geworden ist und die Tür aufmachte«, beschrieb sie den Ablauf. Sie habe an der Haustür im Kellergeschoss gestanden, der 76-Jährige im Erdgeschoss an der Treppe und die Frau habe im 1. Obergeschoss gelegen.

»Ich war dem Diensthabenden am Telefon der Leitstelle in Brakel sehr dankbar, dass er mir vorher genaue Instruktionen geben hat, was ich in meiner Lage tun soll«, lobt Sabine Weidtkamp. »Es brennt« habe sie laut gerufen. Dann habe der gerade wach gewordene Nachbar von seiner Frau oben im brennenden Haus berichtet. Zeitgleich hätten die Sirenen geheult und die Feuerwehr sei schnell am Haus gewesen. Sie sei froh, dass der ältere Herr dann nach einer Weile die Treppe herunter auf die Straße gekommen sei, wo er von ihr und dann von der Feuerwehr betreut worden sei. Sabine Weidtkamp sorgte sich auch um die 90 Jahre alte Frau in einem eng am brennenden Gebäude liegenden Nachbarhaus, die von der Feuerwehr aufgesucht worden sei.

Sabine Weidtkamp sagte, dass sie froh sei, dass der 76-Jährige zügig das Haus habe verlassen können, denn Feuer und Rauch hätten sich blitzartig ausgebreitet – überall sei Qualm gewesen. Da werde man schon etwas nervös, gestand die Lebensretterin. »Es waren nur wenige Minuten Zeit, den Mann aus dem Haus zu holen«, schilderte sie. Die Feuerwehr musste den Versuch, die 65-jährige Ehefrau aus dem Schlafzimmer zu retten, wegen Hitze und Qualm aufgeben. Für die wohl schlafende Frau kam jede Hilfe zu spät.

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