Do., 08.08.2019

Neuartige Erlebnisübernachtungen sind in diesem Sommer an der Krukenburg möglich »Die Nacht, der Ort und du«

In direkter Nachbarschaft zum »Paderborner Haus« können Abenteuerlustige in einer Art Zeltwürfel übernachten. Möglich ist dies noch bis zum 15. Oktober an der Krukenburg in Helmarshausen. Seit Mai 2018 besteht das Angebot und kann an verschiedenen Orten in Deutschland genutzt werden.

In direkter Nachbarschaft zum »Paderborner Haus« können Abenteuerlustige in einer Art Zeltwürfel übernachten. Möglich ist dies noch bis zum 15. Oktober an der Krukenburg in Helmarshausen. Seit Mai 2018 besteht das Angebot und kann an verschiedenen Orten in Deutschland genutzt werden. Foto: Michaela Friese

Bad Karlshafen-Helmarshausen (WB). Eine ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit bietet sich derzeit an der Krukenburg bei Helmarshausen: Ein Hamburger Touristikunternehmen hat hier eine Art Zeltwürfel positioniert. Das Krukenburg-Areal gehört dann ab 17 Uhr den Gästen – denn bis 10 Uhr morgens ist es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. WB-Mitarbeiterin Michaela Friese hat das Erlebnis für eine Nacht getestet.

Es ist ein heißer Sommer-Tag, keine Wolke am Himmel zu sehen. Gegen 19.30 Uhr zeigt das Thermometer auf dem Plateau der Krukenburg, oberhalb von Helmarshausen gelegen, immer noch knapp 30 Grad an. Hier, umgeben von den beeindruckenden Ruinen der im Mittelalter gebauten Kirchenburg, leuchtet den Besuchern im hellen Sonnenlicht ein großer weißer Würfel entgegen. Er steht auf dem Rasen unweit der Überreste des »Paderborner Hauses«, eines ehemaligen Abthauses und gehört der Firma »sleeperoo«.

Die Hamburger Unternehmerin Karen Löhnert hatte die Idee, Menschen an unkonventionellen Orten das Übernachten zu ermöglichen – und zwar ausschließlich an Plätzen, an denen dies sonst nicht möglich ist. »Sleeperoo« wirbt passenderweise mit Slogans wie »Die Nacht, der Ort und du« oder »Sammle Momente, nicht Dinge«. Den Zeltwürfel haben die Hanseaten eigens für ihre Idee entwickeln lassen. Exemplare davon sind seit Mai 2018 in ganz Deutschland verteilt. Dabei finden sich unterschiedlichste Standorte: So kann man sich unter anderem auf dem Dach eines Hamburger Energiebunkers im Schlafwürfel einmieten, im Sauerland inmitten einer Alpakaherde nächtigen oder in einem Dino-Freizeitpark in der Südeifel beim Aufwachen direkt auf riesige Saurier blicken.

Im Schatten der Ruinen

Auf der Internetseite wird die Erlebnisübernachtung an der heimischen Krukenburg mit dem Slogan »Mittelalter zum Anfassen« beworben. Der Check-in erfolgt am Kassenhäuschen des Geländes, wo sich auch Toiletten und Waschgelegenheit befinden. Eine freundliche Mitarbeiterin führt uns zum »Sleepcube« (Schlafwürfel). In dem Moment, in dem man ihn erstmals erblickt, wirkt er zunächst ziemlich unwirklich. Weil er da, im Schatten der altehrwürdigen, riesigen Ruinen, so überhaupt nicht hingehört. Und es kommt die erste Ahnung, was das wirklich Besondere an den »sleeperoo«-Übernachtungen ist: Die Exklusivität, die sie bieten – und die in dem Fall sehr weit entfernt ist von materiellem Luxus. Es ist das Wissen: Hier kann man normalerweise nicht übernachten. Und: Diese coole Location gehört für eine Nacht uns ganz allein.

Als ab 17 Uhr das Tor zum Domizil verschlossen ist, geht das Abenteuer los. Zuerst wird der Schlafbereich getestet und für äußerst bequem befunden. Es gibt eine richtige Matratze (1,60 Meter mal zwei Meter), Bettdecken, Kissen, Staufächer und Schubladen sowie große Panoramafenster – die Vorfreude aufs Einschlafen unterm Sternenhimmel steigt. Auch kann man nun in aller Ruhe das hoch gelegene Gelände erkunden, die Aussicht genießen, die Picknickdecke ausbreiten. Der ideale Moment, die in der Übernachtung inkludierte »Chillbox« zu öffnen, die unter anderem Knabbereien und Getränke enthält – allesamt nachhaltig produziert. Darauf legt »sleeperoo« nach eigenen Angaben großen Wert.

Absolute Ruhe

Der Abend vergeht wie im Flug mit Spielen, Quatschen und damit, immer mal wieder die absolute Ruhe und einfach nur den Blick auf »unsere« Krukenburg ganz bewusst zu genießen. Noch beeindruckender wird dieser im Dunkeln, wenn die imposanten Gebäudereste stimmungsvoll angestrahlt werden und zahlreiche Fledermäuse im Licht der Strahler tanzen. Dieses Spektakel endet, als kurz nach Mitternacht die Strahler ausgehen.

Nun stört nichts mehr den Blick auf den an diesem Abend ebenso wolkenlosen wie sternenreichen Nachthimmel. Von diesem hat man allerdings nicht allzu lange etwas, denn im Würfel ist es so kuschelig, dass die Augen schnell zufallen. Und wir – Helligkeit und Vogelgezwitscher zum Trotz – erst nach fast acht Stunden Schlaf ausgeruht in unserem Frischluft-Bett erwachen.

Ein Riese und drei Töchter

Die ersten Krukenburg-Besucher dürfen erst in zwei Stunden die Burgruinen entern, so bleibt noch genug Zeit, um in einmaliger Umgebung ein kleines, selbst mitgebrachtes Frühstück sowie ein ausgiebiges Sonnenbad zu genießen. Wir wissen: Der Sage nach sollen einst der Riese Kruko und seine drei Töchter hier gehaust haben. So eine komfortable, weiche, warme Schlafstätte mit direktem Blick in den Sternenhimmel dürften sie ganz sicher nicht gehabt haben.

Der »sleeperoo«-Würfel steht noch bis zum 15. Oktober an der Krukenburg und kann nächteweise gemietet werden.

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