Fr., 09.08.2019

Alleinerziehende Mutter absolviert Umschulung zur Immobilienkauffrau »Alles eine Frage der Unterstützung«

Vivien Franke ist alleinerziehende Mutter und absolviert gerade eine Vollzeitumschulung zur Immobilienkauffrau bei Vitali Woide (Woide Immobilien, links). Unterstützung erhalten sie von Karsten Rullmann von der Agentur für Arbeit.

Vivien Franke ist alleinerziehende Mutter und absolviert gerade eine Vollzeitumschulung zur Immobilienkauffrau bei Vitali Woide (Woide Immobilien, links). Unterstützung erhalten sie von Karsten Rullmann von der Agentur für Arbeit. Foto: privat

Beverungen (WB). Vivien Franke ist alleinerziehende Mutter eines dreijährigen Kindes. Und sie absolviert eine Umschulung zur Immobilienkauffrau beim Beverunger Unternehmen Woide Immobilien. Statt Azubi-Gehalt bekommt sie das Gehalt einer vollen Stelle. Ermöglicht wird ihr das durch die Beschäftigtenförderung der Agentur für Arbeit.

»Ein Ausbildungsgehalt ist für viele Erwachsene mit finanzieller Verantwortung – insbesondere natürlich für Alleinerziehende – nicht ausreichend, um sich selbst und ihre Familie über Wasser zu halten. Hier setzt die Förderung an und ermöglicht es somit auch Menschen mit familiärer Verantwortung, sich weiterzubilden oder zu qualifizieren«, berichtet Karsten Rullmann vom gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Kreis Höxter. Er betreut und berät Vitali Woide von Woide Immobilien und Vivien Franke.

»Hier läuft alles super«

Seit Februar ist die Mutter beim Beverunger Unternehmen tätig. »Hier läuft alles super, die Kinderbetreuung ist ebenfalls gesichert. Und vor allen Dingen: Ich muss für die Umschulung nicht finanziell zurückstecken«, freut sie sich. Sie könne ihr Kind mitbringen, sollte es mit der Betreuung einmal nicht klappen. Dafür sei auch Spielzeug angeschafft worden, berichtet Woide. Dass sie den Spagat zwischen Kindererziehung und Vollzeitumschulung schafft, begründet sie so: »Das ist alles eine Frage der Motivation und der Unterstützung.«

Durch die Beschäftigtenförderung der Agentur für Arbeit wurde es dem Arbeitgeber ermöglicht, Vivien Franke sozialversicherungspflichtig in Vollzeit einzustellen und dafür im Gegenzug einen Lohnzuschuss zu erhalten.

»Die Möglichkeit zur Beschäftigtenförderung haben wir schon lange. Das Qualifizierungschancengesetz, das dieses Jahr in Kraft getreten ist, hat die Möglichkeiten aber ausgeweitet. Die Höhe der Förderung hängt dabei von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Betriebsgröße und Arbeitsausfall ab«, erklärt Karsten Rullmann.

Neue Ideen

Für Vivien Franke und Arbeitgeber Vitali Woide passt das Konzept gut. »Vivien Franke war zunächst in einem anderen meiner Unternehmen beschäftigt. Sie äußerte aber den Wunsch, als Immobilienkauffrau zu arbeiten, und gemeinsam haben wir dann nach einer Lösung gesucht und ihn in der Förderung gefunden.« Die Arbeit laufe besser, als er es sich anfangs vorgestellt hatte. »Sie arbeitet so selbstständig, dass sie nach der kurzen Zeit auch alleine Besichtigungstermine mit Kunden wahrnehmen kann. Vorher habe ich hier viele Dinge allein gemacht, nun kann ich mich auf jemanden verlassen.« Außerdem bringe Franke neue Ideen in die Arbeit ein. Er überlege nun, »auch in den Bereich der Hausverwaltung einzusteigen«.

Unternehmen aus dem Kreis Höxter, die sich für eine Beschäftigtenförderung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes interessieren, können eine E-Mail an hoexter.arbeitgeber@arbeitsagentur.de senden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6835777?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F