Sa., 17.08.2019

Ortsumgehung Herstelle: Bauende voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2022 Ein Zebrastreifen für Fledermäuse

Derzeit sind die Bauarbeiten rund um die Brücke »Schiewe Halbe« bei Herstelle noch in vollem Gange. Auf die Betonpfeiler auf der Brücke werden Holzwände gebaut, die Fledermäusen eine sichere Überquerung der B 83 ermöglichen sollen. Die Irritationsschutzwände werden in den kommenden Wochen errichtet.

Derzeit sind die Bauarbeiten rund um die Brücke »Schiewe Halbe« bei Herstelle noch in vollem Gange. Auf die Betonpfeiler auf der Brücke werden Holzwände gebaut, die Fledermäusen eine sichere Überquerung der B 83 ermöglichen sollen. Die Irritationsschutzwände werden in den kommenden Wochen errichtet. Foto: Marius Thöne

Von Marius Thöne

Beverungen/Herstelle (WB). Die Ortsumgehung Herstelle/Bad Karlshafen wird voraussichtlich später fertig als geplant. Statt Ende 2021 soll nun erst im Laufe des Jahres 2022 der Verkehr rollen. Grund ist, dass für zwei große Brückenbauwerke die Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Dabei handelt sich um die 170 Meter lange Ilksbachtalbrücke auf nordrhein-westfälischer und die Knickgrabenbrücke (140 Meter) auf hessischer Seite. »Wir warten noch auf grünes Licht vom Bund«, sagte Horst Sinemus, Sprecher des zuständigen Landesbetriebs Hessen Mobil am Freitag. Der Bau der Umgehungsstraße ist ein Gemeinschaftsprojekt der Straßenbaubehörden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sind für den Bau der rund viereinhalb Kilometer langen Strecke knapp 27 Millionen Euro eingeplant.

Im Budget enthalten ist der Neubau von sieben Brückenbauwerken. Zwei stehen in NRW, fünf in Hessen. Begonnen wurde bereits mit dem Bau von zwei Brücken, am Wirtschaftsweg Hasselhof und an der »Schiewen Halbe« bei Herstelle. Dort ist die Rundbogenbrücke aus Beton sogar schon fast fertig. Mitarbeiter des Beverunger Bauunternehmens Nolte waren am Freitag damit beschäftigt, Entwässerungsrinnen anzulegen. Die Baustraße, die durch einen tiefen Geländeeinschnitt dorthin führt, spiegelt bereits den Verlauf der neuen B 83 wider.

Wand für Fledermäuse

Auf dem Brückenbauwerk stehen auf beiden Seiten Betonpfeiler, die aussehen wie Zinnen. »Darauf wird eine Blend- und Irritationsschutzwand für Fledermäuse gestellt«, erläutert Stephan Nolte, Bauplaner bei Hessen Mobil. Die hölzernen Wände links und rechts des Wirtschaftsweges, der über die Brücke führt, sollen dazu beitragen, dass die Fledermäuse nicht dort auf die Bundesstraße fliegen, wo sie es nicht sollen, sondern eine sichere Querungshilfe haben.

»Hier sind im Rahmen von Untersuchungen Fledermausaufkommen nachgewiesen worden, die den Bau der Irritationsschutzwände erforderlich machen«, erläutert Sinemus. Im provisorischen Baubüro der Planer steht bereits ein Muster der »Fledermaus-Zebrastreifen«. Eine Fachfirma will die echten in den kommenden Wochen aufstellen.

Insgesamt sind in der rund 2,2 Millionen Euro teuren Brücke »Schiewe Halbe« 1035 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Stahl verbaut worden. Sie ist auf Betonpfählen gegründet und 28 Meter lang. Die Bundesstraße 83 soll unter der Brücke hindurch führen, auf ihr läuft ein Wirtschaftsweg. Dieser ist bislang nur geschottert, soll aber noch im Sommer asphaltiert werden.

Insgesamt müssen für den Bau der Ortsumgehung Herstelle/Bad Karlshafen 170.000 Kubikmeter Erde auf hessischer Seite und 40.000 Kubikmeter in NRW bewegt werden. Der allergrößte Teil kann aber im Trassenverlauf wieder eingebaut werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6853505?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F