Do., 17.10.2019

Seniorennetz stellt neue Angebote vor – Forschungsprojekt in Wehrden »Gut versorgt« per App

Sie haben die neue App »Gut versorgt in Beverungen« sowie das Handy-Projekt in Wehrden (»Dorfhilferuf«) vorgestellt (von links): Dr. Hans-Henning Kubusch (Seniorennetz), Ortsheimatpfleger Gerd Rother, Bürgermeister Hubertus Grimm (Beverungen) und Michael Bley von der Firma »Gut versorgt in...« aus Herford. Nicole Zerrer vom »Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung« (IRS) hat sich auch informiert. Weiterhin als Broschüre gibt es den »Ratgeber im Dreiländereck«.

Sie haben die neue App »Gut versorgt in Beverungen« sowie das Handy-Projekt in Wehrden (»Dorfhilferuf«) vorgestellt (von links): Dr. Hans-Henning Kubusch (Seniorennetz), Ortsheimatpfleger Gerd Rother, Bürgermeister Hubertus Grimm (Beverungen) und Michael Bley von der Firma »Gut versorgt in...« aus Herford. Nicole Zerrer vom »Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung« (IRS) hat sich auch informiert. Weiterhin als Broschüre gibt es den »Ratgeber im Dreiländereck«. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Beverungen (WB). Die Weserstadt Beverungen und das Weserdorf Wehrden machen es in diesen Tagen vor – die digitale Welt kann eine echte Bereicherung für den Alltag von älteren Bürgern sein. Jetzt hat das Seniorennetz die App »Gut versorgt in Beverungen« vorgestellt.

Dem ersten Vereinsvorsitzenden Dr. Hans-Henning Kubusch war die Freude über das neue Serviceangebot für Menschen ab 55 Jahren gleich anzusehen. Es sei eine sinnvolle App-Ergänzung zu dem bereits Ende 2018 präsentierten »Ratgeber im Dreiländereck«, den es natürlich weiterhin als handliche Broschüre und idealen Ratgeber gibt. Dieses Heftchen beschäftigt sich auf 38 Seiten mit der bunten Lebensvielfalt, die weiterhin auch für die ältere Generation vorhanden sei.

»Die umfangreichen Informationen sind nun auch per App abrufbar. Sie bietet einen schnellen Zugang zu den Angeboten in der Großgemeinde, den vielen Organisationen und Vereinen – sowohl für den Senior als auch für Angehörige, die sich zum Beispiel über Ansprechpartner in der Pflege vor Ort erkundigen wollen«, zählt Mediziner Dr. Kubusch auf. Unterhaltung, Bildung, Kultur und Sport – alle Lebensbereichen würden aufgegriffen.

Jung und Alt verbunden

Daneben gibt es Hilfsangebote, Notrufe, Ratschläge und eine Jobvermittlung für Jugendliche. »Das verbindet Jung und Alt in idealer Weise«, so Kubusch. Und wer noch kein Handy hat? »Dem bieten wir über unsere Taschengeldbörse die Möglichkeit, dass Schüler die Älteren unterrichten.« Und: Dem Projekt »Julea« (Jung lehrt Alt) im Kreis Arnsberg wolle man sich vom Seniorennetz Beverungen »vorsichtig annähern« – dieses Modell könne auch hier von Bedeutung sein.

Geschäftsführer Michael Bley aus Herford von der Firma »Gut versorgt in...« wies auf den lokalen Charakter hin, der viele Vorteile mit sich bringt. Die App könne kostenlos zum Beispiel auf das Handy geladen werden. Damit sei keine Mitgliedschaft verbunden, auch der Service sei für die Nutzer kostenlos.

Gesundheit, Pflege und Wohnen

Diese Neuerung sei in der Kreisstadt Höxter bei seiner Einführung in 2018 gleich auf positive Resonanz gestoßen. Themenfelder wie Gesundheit, Pflege oder das Wohnen im Alter würden anwenderfreundlich dargestellt. Bley: »Man bekommt gleich die passenden Telefonnummer mitgeteilt. Da braucht man sich nichts notieren. Man wird auf Wunsch direkt verbunden.« Natürlich sei auch die neue Internetseite der Stadt Beverungen dargestellt und somit schnell abrufbar.

Wie groß das Interesse an der neuen Technik im Alltag von Senioren sein kann, das zeigen aktuell die Kurse in Wehrden. Ortsheimatpfleger Gerd Rother (früher EDV-Chef der Kreisverwaltung): »Eine unserer Zielgruppen sind die Senioren ab 65 Jahren. 24 Bürger aus Wehrden im Alter bis zu 84 Jahren machen bereits mit. Neu ist bei uns der gerade fertig gestellte ›Dorfhilferuf‹. Es geht hier um Probleme, wo Ältere im Alltag überfordert sind – und nicht um medizinische Notfälle. Man kann den Dorfhilferuf einfach drücken – und die 15 Helfer, die registriert sind, werden per Sirenenton am Handy alarmiert. Derjenige, der den Fall übernimmt, quittiert das – und alle anderen Helfer sehen das auch.« Das Interesse sei groß und das Projekt aus der »Dorfwerkstatt« heraus entstanden.

Die Ortschaft Wehrden ist jetzt auch in den Fokus des Leibniz-Instituts für »Raumbezogene Sozialforschung« gerückt. Dabei geht es um Digitalisierungen und soziale Innovationen in ländlichen Räumen. Für die Forschung würden nun vor allem Interviews mit Experten, Entscheidungsträgern und Bürgern geführt.

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