So., 10.11.2019

»Falsche Schlange« sorgt für Schreckmomente und Schmunzeln Nichts ist, wie es scheint

Mit vollem Körpereinsatz (von links): Gerit Kling als Annabel, Astrid Rashed als Krankenschwester Alice Moody und Mackie Heilmann als Annabels Schwester Miriam.

Mit vollem Körpereinsatz (von links): Gerit Kling als Annabel, Astrid Rashed als Krankenschwester Alice Moody und Mackie Heilmann als Annabels Schwester Miriam. Foto: Greta Wiedemeier

Beverungen (WB/gw). Gewalt in der Beziehung, schwierige Familienverhältnisse und eine überwundene Alkoholabhängigkeit – leichte Themen waren es nicht, die sich das Team vom Tournee-Theater »Thespiskarren« vorgenommen hatte. »Die Beverunger waren aber auch ein sehr aufmerksames Publikum«, verriet Gerit Kling, die beim Theaterstück auch die Regie geführt hat, direkt nach dem Auftritt.

Und in der Tat: Über weite Teile des packenden Thrillers hätte man in der Stadthalle eine Stecknadel fallen hören können. Die 500 Zuschauer waren wie gebannt von den unvorhersehbaren Wendungen in »Falsche Schlange«.

Die Grundlage verfasste der Dramatiker Alan Ayckbourn 2001 als Pendant zu seinem Werk »Unsterbliche Julia«, das ausschließlich mit männlichen Schauspielern besetzt war. In »Falsche Schlange« standen nun auf Einladung der Kulturgemeinschaft Beverungen drei bekannte Damen auf der Bühne: Gerit Kling spielte die gescheiterte Geschäftsfrau Annabel Chester, die nach dem Tod ihres Vaters aus Australien in die britische Provinz heimkehrt.

Bekannt aus Theater und Fernsehen

Kling stand bereits als Vierjährige erstmals vor der Kamera und war in den vergangenen Jahren unter anderem in »Notruf Hafenkante«, »Alarm für Cobra 11« und »Soko Leipzig« im TV zu sehen. Die Rolle ihrer jüngeren Schwester Miriam Chester, die daheim geblieben war, um den kranken Vater zu pflegen, übernahm Mackie Heilmann.

Sie wirkte bereits in zahlreichen Theaterproduktionen sowie in der Comedyserie »Weibsbilder« und in »Der Staatsanwalt« mit. Als Krankenschwester Alice Moody stand Astrid Rashed, bekannt unter Anderem aus Episoden des »Tatorts«, auf der Bühne.

Und diese Bestbesetzung verfehlte auch ohne zusätzliche Charaktere und komplizierte Bühnenbilder ihre Wirkung nicht: Als Krankenschwester Alice die beiden ungleichen Schwester im Stück mit dem Wissen erpressen will, dass Miriam selbst für den Tod ihres Vaters verantwortlich sei, erschien die emotionale Achterbahn, die die Charaktere gemeinsam durchlaufen, überaus realistisch: tiefgründige Gespräche bei Nacht, unheimliche Geräusche vom Tennisplatz nebenan und ein still gelegter Brunnenschacht, der allerlei Geheimnisse in sich birgt.

Auch lustige Momente

Doch wer ist in diesem Szenario tatsächlich die falsche Schlange? Und ist es tatsächlich möglich, dass all die schrecklichen Ereignisse im Leben der Schwestern von Liebe geprägt sind? Durch die zahlreichen Facetten, die jede Darstellerin überzeugend durchblicken ließ, und die dunklen Geheimnisse, die die Familiengeschichte in sich birgt, blieb diese Frage bis zum Schluss offen.

»Zum Glück gibt es auch einige lustige Momente«, ließ eine theaterbegeisterte Zuschauerin in der Pause vernehmen. So sorgten die Darsteller dafür, dass das Stück nicht bloß tiefgründige Fragen über die wahren Hintergründe menschlichen Handelns hinterließ, sondern ebenso amüsante Erinnerungen an eine Erdnussflips-liebende, besonders emotionale Mittdreißigerin, die man schnell ins Herz schloss.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7056274?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F