Finanzen, Schulen, Verkehrsflächen – Gemeindeprüfungsanstalt NRW schaut genau hin
Zu viele Sportplätze in Beverungen?

Beverungen (WB/ako). Die Stadt Beverungen ist von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) geprüft worden. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen haben die drei Prüfer jetzt im Rat vorgestellt.

Mittwoch, 20.11.2019, 07:46 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 07:50 Uhr
Die Gemeindeprüfer zu Gast in Beverungen (von links): Anika Wolff, Projektleiter Jürgen Schwanitz, Kämmerer Martin Finke, Abteilungsleiterin Doris Krüger, Bauamtsleiter Ludger Ernst und Bürgermeister Hubertus Grimm. Foto: Alexandra Rüther
Die Gemeindeprüfer zu Gast in Beverungen (von links): Anika Wolff, Projektleiter Jürgen Schwanitz, Kämmerer Martin Finke, Abteilungsleiterin Doris Krüger, Bauamtsleiter Ludger Ernst und Bürgermeister Hubertus Grimm. Foto: Alexandra Rüther

Unter die Lupe genommen wurden die Themenbereiche Finanzen, Schulen, Sport und Spielplätze sowie Verkehrsflächen. Die wichtigsten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen wurden nun durch Projektleiter Jürgen Schwanitz, gpa-Prüferin Anika Wolff sowie Abteilungsleiterin Doris Krüger vorgestellt.

»Die von 2010 bis 2018 betrachteten Jahresabschlüsse weisen in den ersten fünf Jahren durchgängig Defizite auf. Diese konnten fast kontinuierlich verringert werden. Seit 2015 hat die Stadt Überschüsse erwirtschaftet. Damit hat sich die Haushaltssituation im Betrachtungszeitraum positiv entwickelt«, führte Projektleiter Jürgen Schwanitz zum Haushalt aus. »Dennoch ist bis einschließlich 2018 ein beachtliches Gesamtdefizit entstanden. Ein ausgeglichener Haushalt und ein deutlicher Abbau der Liquiditätskredite sollten als Ziele konsequent weiterverfolgt werden.«

Offener Ganztag

Die gpaNRW hat darüber hinaus das Angebot der Offenen Ganztagsschulen (OGS) analysiert. »Seit 2015 besteht ausschließlich der Grundschulverbund Beverungen mit zwei Standorten. An beiden ist ein Betreuungsangebot vorhanden«, so Schwanitz. Das gehe zu Lasten der Stadt. Im Vergleichsjahr 2017 habe Beverungen im interkommunalen Vergleich einen unterdurchschnittlichen Fehlbetrag je OGS-Schüler erreicht.

Die Ertragsseite mit den Elternbeiträgen zeigt hingegen ungünstige Resultate. Mit der aktuellen Änderung der Elternbeitragssatzung zum 1. August 2019 sei jedoch für die Zukunft ein höheres Elternbeitragsaufkommen zu erwarten. Hierbei habe die Verwaltung bereits die Empfehlungen der gpaNRW bei der Erstellung der Vorlage überwiegend berücksichtigt.

Sportplätze

Die Sporthallen und Sportplätze wurden ebenfalls unter die Lupe genommen. gpa-Prüferin Anika Wolff stellte die Ergebnisse hierzu vor: »Das städtische Angebot an Schulsporthallen ist erkennbar überdurchschnittlich. Die Stadt sollte prüfen, ob sie auf die Einfachsporthalle an der Sekundarschule verzichten kann. Bei den Sportaußenanlagen ist in Beverungen ebenfalls ein weit überdurchschnittliches Angebot erkennbar.

Es bestehen acht Sportplätze mit insgesamt zehn Spielfeldern. Dieses freiwillige kommunale Angebot an Sportplätzen und Spielfeldern ist größer als bei 75 Prozent der Vergleichskommunen. Die Stadt sollte daher die Anzahl der Spielfelder überdenken und sie möglichst dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Dieses sollte insbesondere dann geschehen, wenn größere Sanierungen an einzelnen Anlagen anstehen.« Zu einem ähnlichen Ergebnis ist die gpaNRW auch in Marienmünster gekommen.

Auch das Angebot an Spiel- und Bolzplätzen sei deutlich umfangreicher als bei der Mehrheit der Vergleichskommunen. »Daher empfehlen wir, den derzeitigen Bestand kritisch zu überprüfen.« Eine geringere Anzahl von Spielplätzen, die gut frequentiert würden, sei empfehlenswert.

Verkehrsflächen

Wie andere Kommunen auch weise die Stadt Beverungen eine nicht ausreichende und überalterte Datenlage auf. Die Zustandsklassen wurden nicht fortgeschrieben. Für eine zielgerichtete Unterhaltung der Verkehrsflächen seien jedoch aktuelle Zustandsklassen unerlässlich. Die Stadt sollte daher zeitnah den aktuellen Zustand ihrer Verkehrsflächen erfassen und die Zustandswerte fortschreiben.

Fazit

Insgesamt habe die Stadt Beverungen schon viele Bereiche auf den Prüfstand gestellt und Optimierungsmöglichkeiten erarbeitet. »Wir bestärken Bürgermeister, Rat und Verwaltung darin, diesen Weg nun konsequent weiterzugehen und dabei den Erhalt des Vermögens nicht aus dem Blick zu verlieren«, sagte Abteilungsleiterin Doris Krüger abschließend im Rat.

Bürgermeister Hubertus Grimm erklärt in der Pressemitteilung: »Die wiederkehrende Prüfung der gpaNRW gibt stets wertvolle Hinweise zum wirtschaftlichen Handeln unserer Verwaltung. Ich freue mich, dass die gpaNRW in ihrem Prüfungsbericht die positive Haushaltsentwicklung der Stadt Beverungen der letzten Jahre bestätigt hat und die umfangreichen Bemühungen anerkennt. Wir werden die angesprochenen Themen ausführlich in den Gremien behandeln und abwägen, welchen Hinweisen wir folgen können. Allerdings sind auch immer örtliche Besonderheiten und Entwicklungen zu betrachten und müssen in die Entscheidungsfindung mit einfließen.«

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