Fr., 29.11.2019

Klima-Protest geht auch in Beverungen weiter „Wir werden nicht aufhören“

Viele Kinder und Jugendliche sind mit selbst gestalteten Plakaten in die Weserstraße gekommen. Etwa ein Drittel der Demonstranten waren Erwachsene. Sie alle eint die Forderung an die Politik, wirksamer für den Klimaschutz zu arbeiten.

Viele Kinder und Jugendliche sind mit selbst gestalteten Plakaten in die Weserstraße gekommen. Etwa ein Drittel der Demonstranten waren Erwachsene. Sie alle eint die Forderung an die Politik, wirksamer für den Klimaschutz zu arbeiten. Foto: Alexandra Rüther

Beverungen (WB/ako). Sie sei aufgeregt. Noch nie habe sie in der Öffentlichkeit gesprochen. Doch diese Premiere ist gelungen. Andrea Turner konnte gestern etwa 70 Menschen begrüßen, die am „Global Day of Climate Action“ in der Weserstraße in Beverungen zusammen kamen, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren.

Das Klimapaket der Bundesregierung sei eine Unverschämtheit, so Andrea Turner. Dass es nach einer Abstimmung gestern im Bundesrat so gar nicht umgesetzt werden kann, wusste die 60-Jährige zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Die Politik schiebe den Ball der Verantwortung gerne an die Bürger zurück, nach dem Motto: Jeder habe die freie Wahl, sich klimafreundlich zu verhalten. Verbote und Zwänge ließen sich dem Wähler nicht vermitteln. „Darauf dürfen wir uns aber nicht einlassen“, sagte Turner. Die Politik müsse verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. „Denn niemand hat die Freiheit, einen Planeten zu zerstören.“ Konkret fordert sie unter anderem einen „angemessenen“ CO2-Preis und dass mehr Steuergeld für den Schienenverkehr und hier besonders den Güterverkehr ausgegeben wird.

„Jeder kann etwas tun“

Natürlich habe jeder persönliche Möglichkeiten, etwas für ein besseres Klima zu tun, sagte Ludger Roters von den Grünen in Höxter. Trotzdem gehe es nicht ohne Vorgaben der Politik. Beispiel Tierhaltung und Gülle: Seit der Kennzeichnungspflicht für Eier seien Eier aus Käfighaltung kaum noch zu verkaufen. „Warum wird das Fleisch nicht genau so gekennzeichnet?“, fragte Roters. „Und warum wird die Anzahl der gehaltenen Tiere nicht abhängig gemacht von der Fläche, die zur Verfügung steht?“ Das könnte die Politik regeln.

Jugend soll Konsum überdenken

Tim Vollert von den Jusos appellierte an seine Generation, den eigenen Konsum zu überdenken. Anstatt sich sechs Pakete schicken zu lassen, um sieben verschiedene T-Shirts anzuprobieren, könne man auch mal in den Geschäften vor Ort gucken. Seit die Fridays-for-Future-Bewegung im März im Kreis Höxter angekommen sei, habe es acht Demonstrationen gegeben, in Bad Driburg und Warburg haben sich Fridays-Ortsgruppen gegründet. „Und wir werden definitiv nicht aufhören, bis es ein Klimapaket gibt, dass diesen Namen auch verdient.“

Ärger mit der AfD

Unruhig wurde es zwischendurch, als zwei Männer demonstrierende Schüler in eine Diskussion verwickeln wollten. „Sie haben sich ungefragt als AfD-Sympathisanten vorgestellt und wollten mit mir über mein Handy diskutieren“, erzählte ein Mädchen und sagte, sie habe sich bedroht gefühlt. Andrea Turner als Veranstalterin schaltete die Polizei ein, die die Lage beruhigte.

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