Kolpingsfamilie Beverungen blickt auf 125 erfolgreiche Vereinsjahre – engagierte Jugend
Eine starke Säule der Gesellschaft

Beverungen (WB). Mit einer schönen wie besinnlichen Messe in der Pfarrkirche von Beverungen, die Pastor Frank Grunze aus Höxter leitete, begann ein festlicher Abend, der jetzt ganz im Zeichen der Kolpingsfamilie Beverungen gestanden hat. Die kann nämlich auf eine überaus erfolgreiche Vereinsgeschichte zurückblicken, die vor 125 Jahren begann.

Mittwoch, 11.12.2019, 09:12 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 09:30 Uhr
Sie sind Teil einer großen Gemeinschaft: Die Jugend der Kolpingsfamilie Beverungen bringt sich gerne bei den Aktivitäten mit ein. Foto: Harald Iding
Sie sind Teil einer großen Gemeinschaft: Die Jugend der Kolpingsfamilie Beverungen bringt sich gerne bei den Aktivitäten mit ein. Foto: Harald Iding

„Mit bloßen Worten wird nimmer und nirgendwo was Rechtes ausgerichtet. Die Tat muss endlich überall den Ausschlag geben“, forderte seinerzeit Namensgeber Adolph Kolping. Und in der Tat: Die Beverunger haben sich das zu Herzen genommen und schon viel erreichen und bewegen können.

Längst sind sie zu einer starken Säule der Gesellschaft geworden. Das ist in den zufriedenen Gesichtern der Mitglieder wie auch in den Grußworten und Glückwünschen der Ehrengäste deutlich geworden, als der langjährige Vorsitzende Wilhelm Nolte die Jubiläumsfeier im Saal Bever der Stadthalle Beverungen begrüßte. Genau an dieser Stelle befand sich früher das Kolpinghaus, somit wurde auch von der Örtlichkeit her wieder ein Bogen zur Vergangenheit gezogen.

Wilhelm Nolte hat die lange Geschichte und die Anfänge akribisch recherchiert. So begann alles: Es war der 16. Dezember 1894, als der „St. Joseph-Verein zu Beverungen“ unter der Leitung des damaligen Präses (Pfarrer Dettmar) sowie dem „Zigarrenmacher Karl Zarnitz“ und 13 neuen Mitgliedern gegründet wurde. Bereits ein Jahr später traten gleich 31 junge Männer dem neuen Verein bei. Unter dem Motto „Religion und Tugend, Arbeitsamkeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn und Scherz“ war der St.-Josephs-Verein viele Jahre aktiv. 1919 wurde er schließlich in den „Katholischen Gesellverein zu Beverungen“ umbenannt.

Kolpingsfamilie Beverungen feiert 125. Geburtstag

1/29
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding
  • Foto: Harald Iding

Nolte: „Ein Protokollbuch über diese Zeit, von diesem Tag der Gründung bis zum Jahr 1925, ist leider nicht mehr vorhanden. Die Unterlagen sind wohl in den Kriegswirren verloren gegangen.“ Später, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde die Vereinsarbeit am 1. Juni 1947 unter der Leitung von Präses Pütter und Senior Senior Adolf Wagenknecht unter dem Namen „Kolpingsfamilie Beverungen“ wieder neu aufgenommen. Im Laufe der Jahre spielten sie auch erfolgreich Theater. Eine willkommene Veranstaltung war zudem das „Gänsekoppen“ mit Gänsekönig und Gänsekönigin (von 1956 bis 1963). Nolte: „Ausflüge standen immer schon auf dem Programm der Kolpingsfamilie – mit Tages- und Mehrtagesfahrten.“ Im Jubeljahr 2019 kann der Verein auf eine kreative Zeit zurück blicken. Aus bescheidenen Anfängen wuchs eine Gemeinschaft heran, die in der Vergangenheit und heute Verantwortung in verschiedenen Bereichen der Pfarrgemeinde und Gesellschaft übernommen hat. Ihr Programm reicht von A wie „Arztvortrag“ bis Z wie „Zeitvertreib“. Seit 2013 gibt es die „Tanzgarde der Kolpingsfamilie Beverungen“, die auch während der Hl. Messe ihr Talent unter Beweis stellte.

Wilhelm Nolte (übrigens ein gelernter Schuster) ist der Vorsitzende seit einem Vierteljahrhundert (mit kurzer Unterbrechung) und seit mehr als 45 Jahren im Vorstand engagiert. 2009 wurde er von der Stadt sogar mit dem „Ehrenamtspreis“ ausgezeichnet.

Nachwuchs: „Tanzzwerge“

Die Kolpingsfamilie besteht aktuell aus 149 Mitgliedern (Altersdurchschnitt liegt bei 62 Jahren). Bei der Feier wurden Walter und Karola Rosenstein sowie Wilfried und Beatrix Göllner als neue Mitglieder aufgenommen. Seit 35 Jahren wird mit Erfolg Karneval gefeiert. Für Nachwuchs der Tanzgarde sorgen die „Tanzzwerge“. Sie sind im Alter von sechs bis zwölf Jahren und werden von Anna Gehrmann sowie Helene Böker trainiert. Nolte: „Ich danke allen, die das Erbe Kolpings mitgetragen haben!“ Bürgermeister Hubertus Grimm sagte: „Danke, dass Sie damals Ihr Kolpinghaus der Stadt überlassen haben – sonst hätten wir heute nicht die schöne Stadthalle. Der Glaube an die christliche Nächstenliebe prägt das Wirken Ihres Vereins. So wie es schon Frank Grunze ist seiner Predigt zum Ausdruck gebracht hat, wird die Welt immer individueller und digitaler. Die Kolpingsfamilie steht dagegen für Werte und Tugenden. Dafür gebührt ihr Dank!“

Der heimische Bundestagsabgeordnete Christiane Hasse (er ist Fähnrich des Schützenvereins Beverungen und seine Frau Schützenkönigin) stellte in seiner Festrede die hohe Bedeutung des Ehrenamtes klar in den Mittelpunkt.

Ehrenamt bleibt wichtig

Haase: „In den letzten Tagen haben wir als CDU das Thema Dienstpflicht ins Gespräch gebracht. Und ich finde das genau richtig. Die Aussetzung der Wehrpflicht und der Wegfall des Zivildienstes hat Lücken gerissen. Es gibt immer weniger Berührungspunkte zwischen Staat und Gesellschaft, aber immer neue Ansprüche.“ Die Kolpingsfamilie gehe mit ihrem Ehrenamt vorbildlich voran in ihrem Tun. Haase: „Ehrenamtlich engagierte Menschen wie Sie tragen unsere Gesellschaft!“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7124336?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Tönnies darf wieder schlachten
Rheda-Wiedenbrück: Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus des Fleischunternehmens Tönnies. Foto: Bernd Thissen/dpa
Nachrichten-Ticker