Neue Friedhofsgebührensatzung soll heute im Rat beschlossen werden
Beerdigungen werden teurer

Beverungen (WB). Weniger Sterbefälle und eine sich verändernde Bestattungskultur zwingen die Stadt, für Beerdigungen auf ihren Friedhöfen mehr Geld zu nehmen. Im Rat wird die Verwaltung am Donnerstagabend die dritte Änderung der Friedhofsgebührensatzung vorstellen und schickt gleich mal voraus, dass eine Anpassung der Gebühren zwingend erforderlich ist.

Donnerstag, 12.12.2019, 05:38 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 05:40 Uhr
Die Friedhofshalle auf dem Stadtfriedhof in Beverungen: Sie wird in den vergangenen Jahren immer weniger genutzt und ist für die Stadt ein Minus-Geschäft. Trotzdem soll die jetzige Gebühr von 178 Euro pro Tag nicht erhöht werden. Foto: Alexandra Rüther
Die Friedhofshalle auf dem Stadtfriedhof in Beverungen: Sie wird in den vergangenen Jahren immer weniger genutzt und ist für die Stadt ein Minus-Geschäft. Trotzdem soll die jetzige Gebühr von 178 Euro pro Tag nicht erhöht werden. Foto: Alexandra Rüther

Verantwortlich für die Unterdeckung sind laut Verwaltung allgemeine Preissteigerungen, die Tatsache, dass angestrebte Kostensenkungen in der Friedhofsverwaltung, bei der Abfallentsorgung und den Pflegearbeiten bisher ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Gebühren blieben, die hohe Anzahl der Friedhöfe (die Stadt unterhält elf) und deren Größe sowie rückläufige Bestattungszahlen. Die haben sich mittlerweile auf etwa 150 pro Jahr eingependelt, bei den Kalkulationen der Vorjahre ist man aber regelmäßig von zehn bis 20 Beerdigungen mehr ausgegangen.

„Einige dieser fehlenden Bestattungen sind sicher auf die Öffnung des Friedhofes Zweilinden in Amelunxen zurückzuführen“, so die Verwaltung. Wie viele von den dort durchgeführten Bestattungen tatsächlich auf einem der städtischen Friedhöfe stattgefunden hätten, lasse sich jedoch nicht beziffern. „Einige der Verstorbenen haben nicht im Stadtgebiet Beverungen gewohnt, andere haben sich bewusst für alternative Bestattungsformen entschieden, die auf unseren Friedhöfen nicht angeboten werden“, erklärt Bürgermeister Hubertus Grimm. Seebestattungen und solche im Friedwald gebe es, deren Anzahl sei jedoch gering.

Friedhofshalle werden immer weniger genutzt

Auch komme es vor, dass Verstorbene, die im Krematorium Diemelstadt verbrannt werden, auf dem dortigen Friedhof ihre letzte Ruhestätte finden. Hier dürften die Kosten ebenso eine entscheidende Rolle spielen wie bei der Buchung der Friedhofshallen. Mit der steigenden Zahl der Urnenbeisetzungen sinkt nämlich die Zahl der Nutzungstage der Friedhofshallen. Außerdem bieten Bestatter eigene Räumlichkeiten an.

Kurzum: Die Hallen werden immer weniger genutzt, weil die Gebühr von 178 Euro pro Tag den meisten zu viel ist. Dabei wäre die ermittelte Gebühr von 257 Euro noch viel höher. Trotzdem schlägt die Verwaltung vor, die Gebühr bei 178 Euro zu belassen und den entstehenden Verlust aus Mitteln des städtischen Haushalts zu begleichen.

Die Beerdigung an sich soll dagegen teurer werden – für die Bestattung einer Urne etwa künftig 339 Euro, ein Mehr von 12,5 Prozent. Eine Körperbestattung schlägt mit 768 Euro zu Buche, bisher waren es 730 Euro. Eine Zweitbestattung im Wahlgrab kostet 821 Euro (bisher 783) und eine Urnen-Zweitbestattung 359 Euro (bisher 322).

Grabstellen bis zu 50 Prozent teurer

Bei den Grabstellengebühren haben die Steigerungen teilweise einen Umfang von bis zu 50 Prozent. So wird ein Reihengrab um 45 Prozent teurer – von bisher 1387 Euro auf künftig 2013 Euro. Ähnlich teuer wird ein Wahlgrab (für eine Person 2079 Euro, für zwei 2860 Euro).

Mit der Satzungsänderung im vergangenen Jahr war die Ruhezeit für Erdgräber bereits von bisher 40 auf 30 Jahre reduziert worden. Die Kosten für ein Urnenreihengrab steigen um 44,68 Prozent von 983 auf 1422 Euro, ein anonymes Urnenreihengrab wird um 256 Euro teurer und soll 1275 Euro kosten.

Unterhaltungskosten gerechter aufteilen

Die neue Gebührenkalkulation sorgt laut Verwaltung für eine andere, gerechtere Gewichtung. Grund dafür ist das „Kölner Modell“, das in die Kalkulation eingeflossen ist. Danach fließen die Kosten für die Unterhaltung der Friedhöfe nicht mehr nur nach der Größe eines Grabes in die Grabstellengebühr.

Einzelne Gebührenpositionen werden, unabhängig von der Größe eines Grabes, auf die Anzahl der neu errichteten Gräber verteilt. Beispiel: Die Kosten für die Heckenpflege werden allen neuen Gräbern in gleichen Teilen zugeordnet, egal ob Sarg oder Urne, denn der Aufwand ist nicht abhängig von der Grabgröße.

Langfristig will die Stadt ihre Friedhöfe verkleinern. Derzeit geht die Verwaltung von 28 Prozent der Flächen aus, die in Zukunft nicht mehr benötigt oder nicht benutzt werden können.

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