KKW Würgassen: 10.000 Fässer mit mittel- und schwachradioaktivem Schutt bis mindestens 2027 im Zwischenlager
BGZ übernimmt Führung in Würgassen

Beverungen/Würgassen (WB). Das Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im ehemaligen Kernkraftwerk Würgassen bleibt viele weitere Jahre in Betrieb. Jetzt wird die nächste Etappe bei der Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung erreicht: Zum 1. Januar 2020 übernimmt die bundeseigene BGZ (Gesellschaft für Zwischenlagerung) auch die Betriebsführung bei sechs deutschen Zwischenlagern für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Diese Hallen befinden sich an den Standorten Biblis (zwei Lager), Obrigheim, Unterweser, Stade und auch in Würgassen.

Montag, 30.12.2019, 11:40 Uhr aktualisiert: 30.12.2019, 11:45 Uhr
Mit dem Abschluss der letzten Kontrollmessungen am 29. August 2014 sind die Rückbauarbeiten abgeschlossen worden. In einem Gebäude neben dem 60 Meter hohen Reaktorhaus, das einen Flugzeugabsturz überstehen kann, stehen zurzeit 2500 Fässer mit Abbruchmüll. Weitere 8000 Fässer à 200 Liter mit kontaminiertem Abbruchschrott sind in einer weiteren Abtransporthalle (gelbe Markierung) untergebracht. Bis 2027 stehen die Fässer dort. Der damalige Eon-Kernkraft-Chef Güldner sagte dem WB, dass man in Würgassen schon früh keine Brennelemente mehr gelagert. habe. Diese seien nach La Hague gebracht worden. Foto: EON Kernkraft
Mit dem Abschluss der letzten Kontrollmessungen am 29. August 2014 sind die Rückbauarbeiten abgeschlossen worden. In einem Gebäude neben dem 60 Meter hohen Reaktorhaus, das einen Flugzeugabsturz überstehen kann, stehen zurzeit 2500 Fässer mit Abbruchmüll. Weitere 8000 Fässer à 200 Liter mit kontaminiertem Abbruchschrott sind in einer weiteren Abtransporthalle (gelbe Markierung) untergebracht. Bis 2027 stehen die Fässer dort. Der damalige Eon-Kernkraft-Chef Güldner sagte dem WB, dass man in Würgassen schon früh keine Brennelemente mehr gelagert. habe. Diese seien nach La Hague gebracht worden. Foto: EON Kernkraft

KKW Würgassen: vom Kernkraftwerk zum Zwischenlager

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  • Foto: Eon Kraftwerk, WB-Archiv, Michel Robrecht
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Die dort aufbewahrten Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung, wie zum Beispiel Schutzkleidung, Filter oder Anlagenteile, stammen aus Betrieb und Rückbau der Kernkraftwerke und werden ab dem Jahr 2027 an das Endlager Konrad bei Salzgitter abgegeben, berichtet die BGZ. Weitere Zwischenlager an den Standorten Brunsbüttel, Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg, Grafenrheinfeld und Unterweser werden von den Energieversorgungsunternehmen errichtet und nach Inbetriebnahme ebenfalls auf die BGZ übertragen.

Rückbau nach 17 Jahren für beendet erklärt

Der Rückbau des Kernkraftwerkes (KKW) Würgassen ist nach 17 Jahren 2014 für beendet erklärt worden. Eon betrieb bis 2019 nur noch ein Zwischenlager mit mehr als 10 000 Fässern leicht und mittelstark verstrahltem Schutt auf dem Kraftwerksgelände Würgassen.

Der Ex-KKW-Betreiber Eon Kernkraft rechnete 2014 damit, dass das erhoffte Endlager »Schacht Konrad« möglicherweise in zehn Jahren in Betrieb geht und dann der an zwei Lagerstätten auf dem Kraftwerksgelände gelagerte Abbruchmüll abgefahren und eingelagert werden könnte. Erst dann sollten die leer stehenden Gebäudehüllen abgerissen und die versprochene »grüne Wiese an der Weser« hergerichtet werden. Das verschiebt sich nun bis zur politischen Klärung der Endlagerfrage.

Für Stilllegung zuständig

Nachdem die BGZ bereits zu Beginn des Jahres 2019 die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle von den Energieversorgungsunternehmen wie Eon Kraftwerk übernommen hatte und seitdem nach eigenen Angaben sicher betreibt, wird nun mit der Übertragung der Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf die BGZ die durch das Entsorgungsübergangsgesetz vorgesehene Neuordnung in der kerntechnischen Entsorgung weiter umgesetzt. Danach sind die Betreiber der Kernkraftwerke für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig.

Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes, der zum Zwecke der sicheren Zwischenlagerung im Jahr 2017 die BGZ gegründet hat. Die finanziellen Mittel für die Zwischen- und Endlagerung haben die Betreiber dem Bund in einem öffentlich rechtlichen Fonds zur Verfügung gestellt, in den sie rund 24 Milliarden Euro eingezahlt haben.

Übertragung der Zwischenlager ist ein weiterer Schritt

„Die Übertragung der Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle auf die bundeseigene BGZ ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der gesetzlich vorgesehenen Neuordnung der Aufgaben in der kerntechnischen Entsorgung. Wir haben durch unser motiviertes und fachkundiges Personal die Übertragung sehr gut vorbereitet und werden zusammen mit unseren neuen Mitarbeitern dafür Sorge tragen, dass die radioaktiven Abfälle bis zu deren Endlagerung unter den höchsten Sicherheitsstandards aufbewahrt werden“, macht Dr. Ewold Seeba, Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung deutlich.

Als Trockenlager konzipiert

Alle Zwischenlager der BGZ sind als Trockenlager konzipiert, in die mit bestrahlten Brennelementen oder verglasten hochradioaktiven Abfällen beladene Transport- und Lagerbehälter (zum Beispiel Behälter des Typs Castor) eingelagert werden. Dabei sind verschiedene Varianten der Zwischenlager genehmigt. Der Unterschied besteht hauptsächlich in der Anordnung der Lagerbereiche und in der Gebäudewandstärke.

Die Entsorgungskommission des Bundes (ESK) hat im Auftrag des Bundesumweltministeriums nach den Ereignissen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima die Robustheit der deutschen Zwischenlager gegen Einwirkungen bewertet, die über die Anforderungen im Genehmigungsverfahren hinausgehen. So wurden unter anderem Ereignisse wie Erdbeben, Hochwasser, Starkregen, Brände und Flugzeugabstürze betrachtet. In allen Szenarien erfüllen die Zwischenlager Ahaus und Gorleben das Stresslevel, so dass die ESK den Anlagen eine hohe Robustheit auch bei sogenannten auslegungsüberschreitenden Belastungen bescheinigt.

Siedewasser-Reaktor ab 1971

Das Kernkraftwerk Würgassen (KWW) bestand aus einem Siedewasserreaktor der zweiten Generation. Es besaß eine elektrische Bruttoleistung von 670 MW und eine elektrische Nettoleistung von 640 MW. Es wurde innerhalb von drei Jahren erbaut und von 1971 bis zum 26. August 1994 betrieben. Bei einer geplanten Revision wurden Haarrisse im Stahlmantel des Reaktorkerns gefunden. Die Betreiberin beantragte 1995 nach eingehender Untersuchung aus wirtschaftlichen Gründen eine Stilllegungs- und Abbaugenehmigung. Diese wurde durch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde 1997 erteilt. Siebzehn Jahre lang bis 2014 wurde das Kernkraftwerk für mehr als eine Milliarde Euro abgebaut und anschließend von radioaktiven Stoffen befreit. Von 455.000 Tonnen Rückbaumasse fielen etwa 5.000 Tonnen radioaktiver Abfall an.

Ein Abriss der verbliebenen Gebäude kann erst nach vollständiger Beräumung des Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Standort erfolgen. Dies erfordert die Annahmebereitschaft eines Bundesendlagers. Bis zu diesem Zeitpunkt verbleibt das Kernkraftwerk im Regelungsbereich des Atomgesetzes. Eine Anschlussnutzung des Geländes ist derzeit nicht geplant.

Das KKW wurde bis Sommer 2014 rückgebaut. Es waren 50 Unternehmen mit 440 Mitarbeitern dabei. Der Bauschutt wurde auf den Deponien Wetro oder Cröbern in Sachsen eingelagert.

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