Weserbrücke wird vom 25. Februar bis 6. März auch für Fußgänger gesperrt
Es kann verschoben werden

Beverungen (WB). Der spannende Tag rückt näher: Am Donnerstag, 27. Februar, soll die Weserbrücke auf ihren endgültigen Standort verschoben werden. Doch von Aufregung ist bei den zuständigen Ingenieuren nichts zu spüren.

Mittwoch, 05.02.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 10:18 Uhr
Da soll sie hin. Noch wird an den neuen Fundamenten gearbeitet, die die Weserbrücke schon Ende des Monats tragen sollen. 4000 Tonnen wiegt das Bauwerk, das am 27. Februar Zug um Zug in Position gebracht werden soll. Foto: Alexandra Rüther
Da soll sie hin. Noch wird an den neuen Fundamenten gearbeitet, die die Weserbrücke schon Ende des Monats tragen sollen. 4000 Tonnen wiegt das Bauwerk, das am 27. Februar Zug um Zug in Position gebracht werden soll. Foto: Alexandra Rüther

„Die Zusammenarbeit mit den von uns beauftragten Firmen läuft wirklich hervorragend“, ist Klaus Ostermann, projektverantwortlicher Ingenieur beim Landesbetrieb Straßen NRW, voll des Lobes bei der Baubesprechung am Dienstag.

Einen Tag nach Rosenmontag, am Dienstag, 25. Februar, um 6 Uhr soll die Brücke auch für Fußgänger gesperrt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Hochwasser, das die Bauarbeiten im Moment behindert, nicht weiter steigt. Denn wäre das der Fall, könnten die für den Verschub notwendigen vorbereitenden Erdbauarbeiten im Widerlagerbereich nicht durchgeführt werden.

Karnevalisten queren Brücke zu Fuß

„Wenn wir sehen, dass wir die Brücke nicht verschieben können, werden wir sie auch nicht sperren“, erklärt Mathias Frie, Bauleiter der Firma Echterhoff. Darüber soll rechtzeitig, sprich vor dem Karnevalswochenende, informiert werden. Apropos Karneval: Der Rosenmontagsumzug wird (fast) wie gewohnt ablaufen. Ralf Meibohm vom Ordnungsamt erklärt: „Die Karnevalisten werden mit Wagen durch Lauenförde ziehen, diese dort stehen lassen, zu Fuß über die Brücke nach Beverungen kommen und sich vor der Grundschule neu aufstellen.“

Wenn alles glatt läuft, wollen sie die Weserbrücke im Juni wieder freigeben (von links): Mathias Frie, Bauleitung Echterhoff, Klaus Ostermann, Straßen NRW, Bürgermeister Hubertus Grimm und Projektleiter Gerd Kade, SSF Ingenieure.

Wenn alles glatt läuft, wollen sie die Weserbrücke im Juni wieder freigeben (von links): Mathias Frie, Bauleitung Echterhoff, Klaus Ostermann, Straßen NRW, Bürgermeister Hubertus Grimm und Projektleiter Gerd Kade, SSF Ingenieure. Foto: Alexandra Rüther

Hier werden wiederum Wagen stehen, die in den Umzug mit aufgenommen werden. Der Narrenlindwurm wird dann die Baustelle queren und die übliche Runde durch die Burgstraße/Weserstraße/Pölten machen. Auf der Langen Straße angekommen geht es dann allerdings nicht bis zur Ampelkreuzung, sondern man biegt vorher in die Weserstraße ab und zieht erneut durch die Burgstraße zur Stadthalle.

Kontrollstationen unter und in der Mitte der Brücke

Zurück zur Weserbrücke: 4000 Tonnen Brückengewicht gilt es zu verschieben, die gesamte Zugkraft liegt bei 400 Tonnen. Mit sechs Hydraulikzylindern wird die Brücke auf die neuen Pfeiler gezogen. Diese Litzenheber sind etwa auch bei der Aufrichtung des gekenterten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia oder beim Bau der Dachkonstruktion des Münchener Olympiastadions zum Einsatz gekommen. „Spannendster Moment wird das Anschieben sein, die Brücke lag jetzt schließlich ein Jahr auf den Lagern“, so Projektleiter Gerd Kade.

Kontrollstationen werden unter und in der Mitte der Brücke eingerichtet, um die einzelnen Schritte zu überwachen. „So ein Litzenheber arbeitet ja nicht ununterbrochen, sondern greift immer nach“, so Kade. Pro Schub sind das 60 bis 75 Millimeter. Dann wird alles überprüft und es geht weiter. Die Regie beim Verschub übernimmt eine Fachfirma aus der Schweiz. Etwa 20 Menschen werden dann im Einsatz sein. „Wir hoffen, dass wir es in einem Tag schaffen, es können aber auch zwei werden“, so Kade.

Bus verkehrt an Schultagen

Am Abend des 6. März soll die Brücke für Fußgänger wieder überquerbar sein. An den acht Schultagen, die die Brücke gesperrt sein wird, wird die rbb (Regional-Bus Braunschweig) GmbH mindestens einen Bus einsetzen, die Beförderung nach der sechsten und der achten Stunde werde gewährleistet sein. Für die Pendler, die nicht über ein eigenes Auto verfügen, will die Stadt Beverungen einen Kleinbus anbieten, der um 5 Uhr vom ZOB nach Lauenförde fährt und um 5.30 Uhr von Lauenförde nach Beverungen.

Die Rückfahrt um 14.15 Uhr ab Lauenförde und 14.45 Uhr ab Beverungen ginge von Industriegebiet zu Industriegebiet. „Einige Firmen machen sich aber auch Gedanken über eigene Beförderungsmöglichkeiten, so dass wir unser Angebot darauf abstimmen werden“, so Ralf Meibohm.

Im Juni soll die Weserbrücke fertig sein. Einen genauen Eröffnungstermin will Bürgermeister Hubertus Grimm aber erst nach dem erfolgreichen Verschub mit allen Beteiligten festlegen. Im Juni 2017 hatte der Landesbetrieb Straßen NRW die Pläne für den Neubau vorgestellt. Zeitweise standen zwei Brücken in Beverungen, bis die „alte“ Weserbrücke im Juli vergangenen Jahres abgerissen wurde.

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