Hengst tötet Fohlen vor Gästen
Tierdrama an der Sababurg

Kassel-Hofgeismar (WB). Ein Hengst hat im Tierpark Sababurg in Hofgeismar ein gerade erst geborenes Fohlen getötet – vor den Augen zahlreicher Besucher. Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Jugend- und Freizeiteinrichtungen beim Kreis Kassel, bezeichnet den Vorfall als „dramatisch und traurig.“ Über die Gründe könne lediglich spekuliert werden.

Donnerstag, 21.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2020, 15:08 Uhr
Exmoor-Ponys im Tierpark Sababurg. Foto: F. Spiegel
Exmoor-Ponys im Tierpark Sababurg. Foto: F. Spiegel

Tragödie ausgerechnet am Sonntag

Ausgerechnet am vergangenen Sonntag, der mit mehr als 4000 Gästen sehr gut besucht war, spielte sich die Tragödie unweit des Eingangs auf der Weide der beliebten Exmoor-Ponys ab. Der Hengst schleuderte das frisch geborene Fohlen laut Augenzeugen mehrmals durch die Luft und warf es mit seiner ganzen Kraft auf den Boden – es musste sterben. Entsetzen bei vielen Gästen, die diesen Vorfall minutenlang mit anschauen mussten. Kinder sollen sogar geweint haben.

Uwe Pietsch ging als Verantwortlicher auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES am Mittwoch sehr offen mit der Thematik um – er selbst sei erschrocken gewesen. „Die Tatsache an sich ist dramatisch und traurig. Außerdem ist es sehr schade, dass so viele Besucher dabei zuschauen mussten. Das tut uns wirklich sehr leid.“

Solche Vorfälle sind in der Natur normal

Leider seien solche Vorfälle – auch wenn es sie im Tierpark Sababurg bislang noch nicht gegeben habe – in der Natur normal. Konflikte würden bei wilden Tieren zum Teil auf diesem Weg ausgetragen. Die Exmoor-Ponys werden in Hofgeismar bewusst wild gehalten, es gebe unter anderem auch keine Geburtshilfe. Das Fohlen müsse dementsprechend in der Nacht zu Sonntag unbemerkt geboren worden sein, meinte Pietsch und betonte außerdem: „Über die Gründe für diese Tragödie kann man nur spekulieren. Wir wissen aber mittlerweile, dass der Hengst versucht hat, eine Stute zu decken, sie sich aber nicht hat decken lassen. Außerdem können solche Dinge auch passieren, wenn das Fohlen krank ist oder die Sozialstruktur in der Herde durcheinandergeraten ist. So etwas ist für uns Menschen schwer zu verstehen.“ Weitere Fohlen seien ohne Komplikationen geboren worden. Wichtig sei dem Verantwortlichen, zu betonen, dass die Exmoor-Ponys unter natürlichen Bedingungen und auf einer riesigen Fläche mit 14 bis 16 Hektar leben. Allen Tieren gehe es gut.

Davon könnten sich die Besucher des Parks auch am verlängerten Wochenende trotz Corona-Krise wieder überzeugen. Bislang greife das Sicherheitskonzept, dass die Ansteckungsgefahr minimieren soll, insbesondere an den Kassen bestens. Im Park sollen in den kommenden Tagen vermehrt „Scouts“ auf Sicherheitsabstände achten und die Abläufe im Sinne aller Gäste „moderieren“.

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