Sa., 23.05.2020

Feuerwehr Beverungen rückt am Freitagabend aus – Einsatzort zunächst fraglich Schuppen brennt – Kripo ermittelt

60 Feuerwehrleute sind am späten Freitagabend ausgerückt, weil im Bereich Alter Bahnhof in Beverungen ein Schuppen gebrannt hat. Angesichts einiger falscher Ortsbeschreibungen gestaltete sich der Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte zunächst schwierig.

60 Feuerwehrleute sind am späten Freitagabend ausgerückt, weil im Bereich Alter Bahnhof in Beverungen ein Schuppen gebrannt hat. Angesichts einiger falscher Ortsbeschreibungen gestaltete sich der Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte zunächst schwierig. Foto: Feuerwehr Beverungen

Von Dennis Pape

Beverungen (WB). Zu einem Einsatz mit Tücken ist am Freitagabend gegen 22.30 Uhr die Feuerwehr Beverungen ausgerückt – der Einsatzort war nach 15 Notrufen mit unterschiedlichen Angaben zunächst nicht klar ersichtlich. Gelöscht wurde schließlich ein Schuppen im Bereich Alter Bahnhof. Die Kripo sucht nach Hinweisen auf Brandstiftung.

Der etwa 30 Quadratmeter große Holzverschlag auf dem Gelände am Alten Bahnhof brannte bereits lichterloh, als die Feuerwehrleute am Einsatzort waren – die ehrenamtlichen Kräfte hatten den Brand anschließend aber schnell unter Kontrolle. Menschen wurden nicht verletzt.

15 Notrufe mit unterschiedlichen Angaben

Bis dahin war es jedoch ein weiter weg – zumindest weiter als er hätte sein müssen, wie Einsatzleiter Sebastian Ewen im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT berichtete: „Insgesamt sind 15 Notrufe zu der Sache eingegangen – leider mit unterschiedlichen Angaben zu der Örtlichkeit. Es ist extrem wichtig, dass die Ortsangabe so genau wie möglich ist. Dennoch sind wir natürlich dankbar über jeden Hinweis aus der Bevölkerung.“

Angesichts der unzureichenden Informationen stand die Löschgruppe Herstelle, die zusammen mit den Kameraden aus Beverungen und Wehrden ausgerückt war, fälschlicherweise in der Danziger Straße und musste die Sackgasse anschließend im Rückwärtsgang wieder verlassen. „Das hat leider wertvolle Zeit gekostet. Zum Glück konnte die Löschgruppe aus Wehrden den richtigen Einsatzort direkt anfahren“, berichtete Ewen.

Einsatz endet in der Nacht

Die Einsatzkräfte aus Wehrden und der Kernstadt Beverungen bekämpften den Brand unter Atemschutz mit C-Rohren, der Einsatz endete gegen 1 Uhr in der Nacht. Insgesamt sind etwa 60 Feuerwehrleute ausgerückt. Am Samstagmorgen gab es zusätzlich Nachlöscharbeiten.

Die Feuerwehr hat den Schuppen gelöscht – er stand lichterloh in Flammen. Foto: Feuerwehr Beverungen

Ebenfalls vor Ort war die Kriminalpolizei, die den Bereich mittlerweile für Ermittlungen abgesperrt hat – denn ein technischer Defekt ist als Ursache für den Brand praktisch auszuschließen. „Die Kripo untersucht, ob es Hinweise auf eine Brandstiftung gibt. In der Nacht war das Feuer dafür jedoch noch zu heiß“, teilte die Leitstelle in Höxter am Samstag auf Anfrage mit. Es seien bereits einige Hinweise bei der Polizei eingegangen. Weitere nimmt die Kreisbehörde in Höxter unter Telefon 05271/9620 entgegen.

Verhalten im Notfall

„Damit die Mitarbeiter der Leitstelle schnell geeignete Einsatzkräfte alarmieren können, müssen Anrufer wichtige Informationen durchgeben. Dafür gibt es die fünf ‚W‘, sagt Sebastian Ewen von der Feuerwehr Beverungen. Er erläutert für das WESTFALEN-BLATT das richtige Vorgehen im Notfall:

1. Wo ist das Ereignis? „Geben Sie den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an – zum Beispiel Gemeindename oder Stadtteil, Straßenname, Hausnummer, Stockwerk, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßentyp, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen.“

2. Wer ruft an? „Nennen Sie Ihren Namen, Ihren Standort und Ihre Telefonnummer für Rückfragen.“

3. Was ist geschehen? „Beschreiben Sie knapp das Ereignis und das, was Sie konkret sehen – was ist geschehen? Was ist zu sehen?. Handelt es sich beispielsweise um einen Verkehrsunfall, Absturz, Brand, Explosion, Einsturz oder eine eingeklemmte Person?“

4. Wie viele Betroffene? „Schätzen Sie die Zahl der betroffenen Personen, ihre Lage und die Verletzungen. Geben Sie bei Kindern auch das – gegebenenfalls geschätzte – Alter an.“

5. Warten auf Rückfragen. „Legen Sie nicht gleich auf, die Mitarbeiter der Leitstelle benötigen von Ihnen vielleicht noch weitere Informationen.“

Außerdem betont Sebastian Ewen: „Wenn andere Personen Hilfe brauchen, leisten Sie Erste Hilfe, soweit Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Helfen Sie den Einsatzkräften beim Auffinden des Ereignisortes.“ Beides könne Leben retten. Sind bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelegungsmaßnahmen erforderlich, könne der Leitstellen-Disponent bei Bedarf Laien unterstützen, die Erste Hilfe leisten – durch eine telefonische Anleitung zur Wiederbelebung.

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