CDU Niedersachsen fordert Neubewertung in Sachen Bereitsstellungslager Würgassen
„Die Bedingungen sind maximal ungeeignet“

Beverungen-Lauenförde (WB). Bei einem Lokaltermin des umweltpolitischen Sprechers der CDU in Niedersachsen, Martin Bäumer, zusammen mit seinem Landtagskollegen Uwe Schünemann war das geplante zentrale Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall in Würgassen Thema.

Donnerstag, 02.07.2020, 04:09 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 05:01 Uhr
Die CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer (von links) und Uwe Schünemann sowie die Vorsitzende der CDU in Lauenförde Edith Götz am Gleisanschluss Würgassen. Foto: CDU
Die CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer (von links) und Uwe Schünemann sowie die Vorsitzende der CDU in Lauenförde Edith Götz am Gleisanschluss Würgassen. Foto: CDU

„Weder von den Bürgern noch von der Politik ist diese Entscheidung als Ergebnis eines intransparenten Verfahrens für diesen Standort nachvollziehbar, die sich als wichtiges Argument ausgerechnet auf die angeblich besondere ‚Eignung‘ der hiesigen Infrastruktur gründet, von wo aus mit einer ungeheuren Transport-Logistik das atomare Endlager Schacht Konrad in Salzgitter beliefert werden soll. Seit Jahren kämpft die hiesige Politik zusammen mit ortsansässigen Bürgerinitiativen über die Landesgrenzen hinweg für eine Verbesserung der unzulänglichen Infrastruktur im ‚größten Autobahnring Deutschlands‘, die definitiv eine der verkehrsmäßig am schlechtesten erschlossenen Regionen in Deutschland darstellt“, sagt Uwe Schünemann.

Vollkommen unverständlich

„Die Unterstützung meines Landtagskollegen Martin Bäumer, der als hochrangiger niedersächsischer Umweltpolitiker passenderweise mit dem Zug aus Hannover angereist ist, und sich dabei gleich einen persönlichen Eindruck von der geplanten Strecke der Atomtransporte verschaffen konnte und ein Bild vom Zustand der Infrastruktur am Standort bekommen hat, ist natürlich herzlich willkommen“, so Schünemann.

Dass ausgerechnet der nicht vorhandene zweigleisige und gütertaugliche Anschluss am Standort Würgassen in den Vorgaben der Entsorgungskommission allerdings als zwingende Voraussetzung aufgeführt werde, sei vollkommen unverständlich und werfe die generelle Frage nach der Plausibilität des vorgenommen Scorings zur Standortauswahl auf. Ebenso weise das Gutachten des Ökoinstituts Darmstadt, das sich ausschließlich auf selbst zugelieferte Daten der BGZ stütze, allein dadurch erheblichen Mängel auf, dass der gesamte zentrale Bereich der Logistik und Infrastruktur weder ausgearbeitet noch dargestellt wurde.

„Seit Jahrzehnten geht es bei einigen Infrastrukturprojekten in der Region zum Teil auch wegen wechselnder Zuständigkeiten keinen einzigen Schritt voran”, so Schünemann. Dass die nötige In­frastruktur rechtzeitig vor Projektbeginn nun auf einmal „nachlieferbar” sei, könne sowohl für die Schiene als auch die Straße daher getrost ausgeschlossen werden. Ein Großteil des für das Zwischenlager anfallenden hohen Schwerlast-Transportaufkommens müsse mangels alternativer Möglichkeiten also zwangsläufig noch zusätzlich zu der bereits hohen Verkehrsbelastung direkt durch den Ort Lauenförde abgewickelt werden.

Niedersachsen ausklammern

Im Zuge der Standortfindung wurde ausdrücklich betont, dass Niedersachsen aufgrund der bereits vorhandenen Vorbelastung im atomaren Kontext ausgeklammert werden sollte. Dass sich nun die Tür am Werksgelände wortwörtlich auf der Grenze zu Niedersachsen befinde und nahezu die gesamte Belastung allein durch die immense Logistik erneut von den niedersächsischen Bürgern im Südkreis Holzminden getragen werden sollen, sei vollkommen inakzeptabel, stellt Uwe Schünemann fest.

Die BGZ habe zudem in ihren bisherigen Ausführungen nicht ausreichend belegen können, dass eine Abwicklung über ein zentrales Bereitstellungslager, bei dem jedes einzelne Gebinde zweimal transportiert werden müsse, wirtschaftlicher sei als eine dezentrale Anlieferung. Eine passgenaue Lieferung mittels modernder Logistiksoftware sei in der Transportbranche Gang und Gäbe.

„Wir unterstützen daher die Forderung des Vereins Atomfreies 3-Ländereck nach einer Neubewertung des Scorings, das zu dieser nicht nachvollziehbaren Standortauswahl in einer Region mit maximal ungeeigneten Bedingungen geführt hat”, so Uwe Schünemann und Martin Bäumer.

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