Private Wildvogelhilfe überprüft Gesundheitszustand – Kreisveterinäramt vor Ort
Hund verletzt Schwanenmutter

Beverungen-Herstelle (WB). Jagdszenen am Weserufer in Herstelle: Eine Stunde lang soll ein Dackel ein Schwanenweibchen gejagt und gebissen haben. Die Schwänin wird schwer verletzt. Kirsten Strauch von der ehrenamtlichen Wildvogelhilfe in Willebadessen bekommt einen Anruf von einem Spaziergänger, der den Schwan an Land entdeckt.

Samstag, 04.07.2020, 07:38 Uhr aktualisiert: 04.07.2020, 07:50 Uhr
Fünf Küken betreut Mutter Schwan. Foto: Kirsten Strauch
Fünf Küken betreut Mutter Schwan. Foto: Kirsten Strauch

„Er konnte nicht richtig laufen, knickte weg und fiel immer wieder um“, berichtet Kirsten Strauch. Die Tierschützerin bekommt kurz darauf auch Nachrichten per Mail und macht sich auf den Weg nach Herstelle.

Augenzeugen

Von anderen Augenzeugen, die den Schwan beobachten, wird das Kreisveterinäramt in Höxter informiert. So macht sich auch Dr. Georg Mennemeier aus der Abteilung Tierschutz auf den Weg. „Das Tier hat eine Verletzung am Gelenk und knickt deshalb mit dem Fuß immer weg“, berichtet Mennemeier. Man habe überlegt, die Schwänin einzufangen, um sie behandeln zu können. „Aber sie hat fünf Küken, etwa einen Monat alt. Die müssten wir dann mit einfangen. Außerdem würde der Schwanenvater seine Familie verteidigen wollen“, so der Veterinär. Weil das sehr viel Stress für die gesamte Schwanenfamilie bedeutet hätte, habe man sich dazu entschlossen, es zunächst bei Beobachtungen zu belassen. Dass die Schwänin offenbar ohne Probleme schwimmt, sich zudem putze und auch fresse, sei ein gutes Zeichen. So sieht das auch Kirsten Strauch nach Beratungen mit einer auf Wildvögel spezialisierten Tierärztin.

Die Fährleute in Herstelle haben jetzt ein Auge auf die Fünffach-Mutter – ebenso das Ehepaar Grürmann vom Gasthaus „Zur Fähre“. Hier holt sich das Schwanenpaar, das schon mehrere Jahre in Herstelle lebt, regelmäßig etwas Futter. Tagsüber sind die weiß gefiederten Wildvögel auf der Weser unterwegs. Aber am späten Nachmittag, so zwischen 17 und 18 Uhr, kommen sie regelmäßig an Land.

Leinen-Pflicht

Doch genau das ist der Schwanenmutter zum Verhängnis geworden, als sie dort auf den nicht angeleinten Dackel traf. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Hundehalter nicht einschreitet“, sagt Kirsten Strauch.

Dass es sich hier mindestens um eine Ordnungswidrigkeit handelt, bestätigt auch Ordnungsamtsleiter Frank Filmar. „Hunde müssen innerorts angeleint werden. Das betrifft auch die sich auf dem Gebiet befindlichen Radwege.“

„Wir sind selbst Hundebesitzer und haben nichts gegen Hunde. Aber das Problem liegt ja immer am anderen Ende der Leine“, sagt Kirsten Strauch. Durch verantwortungslose Hundehalter komme es immer wieder vor, dass Schwäne und andere Wasservögel Opfer von Hunden werden.

Kommentare

Cassadra Crossing  schrieb: 05.07.2020 16:19
Halter bestrafen
Der Halter des Dackels sollte bestraft werden.
Für das nicht anleinen und das Jagen des Schwanes.
Wenn das jemand 1 Stunde lang beobachtet hat warum hat er dann nicht eingeschritten ?
1 Kommentare
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