Betongutachten weist weitere Schäden aus – Geschätzte Kosten liegen bei 800.000 Euro
Hallenbad braucht einen Batzen Geld

Beverungen-Dalhausen (WB). Das Hallenbad Dalhausen soll saniert werden, sofern mindestens 50 Prozent der Kosten gefördert werden. Über diesen Beschluss des Rates, der im nicht-öffentlichen Teil der Juni-Sitzung gefasst wurde, hat Bezirksausschussvorsitzender Bernhard Villmer am Donnerstagabend in der Sitzung in Dalhausen berichtet. „Allerdings reden wir hier nicht mehr von den 125.000 Euro, mit denen der Schaden zunächst grob eingeschätzt wurde, sondern von 500.000 Euro – und mit den Arbeiten, die in den nächsten fünf Jahren anfallen würden, sogar von 800.000 Euro“, so Bernhard Villmer.

Mittwoch, 29.07.2020, 13:31 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 13:34 Uhr
Hier haben schon viele Kinder schwimmen gelernt. Doch seit Herbst 2019 ist das Hallenbad in Dalhausen geschlossen. Jetzt wird bekannt, dass nicht nur die Überlaufrinne defekt ist. Auch die Betonsubstanz muss saniert werden. Foto: Alexandra Rüther
Hier haben schon viele Kinder schwimmen gelernt. Doch seit Herbst 2019 ist das Hallenbad in Dalhausen geschlossen. Jetzt wird bekannt, dass nicht nur die Überlaufrinne defekt ist. Auch die Betonsubstanz muss saniert werden. Foto: Alexandra Rüther

45 Jahre alt

Das Hallenbad in Dalhausen ist 45 Jahre alt und wurde von Schulen für den Schwimmunterricht, von der VHS und Vereinen genutzt. Im Oktober 2019 musste es geschlossen werden, weil die Überlaufrinne undicht war, Wasser in den Keller gelangte und die dortigen Anlagen gefährdete. „Es ist nicht so, dass die Stadt hier in den vergangenen Jahren nichts getan hätte“, sagte Villmer. So sei das Bad regelmäßig durch kleinere Investitionen instand gehalten worden. Die sanitären Anlagen beispielsweise wurden ertüchtigt, die Umwälzpumpe, die Enthärtungsanlage und der Schwallwasserbehälter erneuert. Der Schaden vom Oktober 2019 ließ aber eine weitere Nutzung nicht zu.

Förderprogramm

„Eine erste grobe Einschätzung des Schadens ergab einen Sanierungsaufwand von 250.000 Euro, berichtete Villmer und wies darauf hin, dass diese Summe tatsächlich zur Hälfte gefördert worden wäre. Und zwar vom Bund im Rahmen des Förderprogrammes „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Bildung und Kultur“. Im Haushalt der Stadt waren ebenfalls 125.000 Euro für das Hallenbad eingeplant. Das war obsolet, als weiterführende Untersuchungen an der Betonsubstanz des Bades gezeigt haben, dass auch hier erheblicher Sanierungsbedarf bestehe. Also wurde nach Auswertung des vorliegenden Betongutachtens nunmehr mit Kosten in Höhe von rund 500.000 Euro gerechnet.

Berücksichtigt man darüber hinaus, welche Sanierungen vermutlich in den nächsten Jahren anstehen (auch das wurde untersucht), komme man auf weitere 300.000 – also insgesamt 800.000 Euro, so Villmer.

Eine Zuschusserhöhung aufgrund der neuen Kostenschätzung aber sei vom zuständigen Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mündlich abgelehnt worden, da im Rahmen des aktuell aufgelegten Förderpaketes keine weiteren Mittel mehr zur Verfügung stünden.

Hoffnung

„Auch wenn eine Sanierung von der Stadt nicht einfach zu stemmen ist, haben wir die Hoffnung auf andere Fördermöglichkeiten noch nicht aufgegeben“, so Villmer. So habe man vom heimischen Bundestagsabgeordneten Christian Haase erfahren, dass das Förderprogramm im Herbst noch einmal aufgelegt und mit weiteren Mitteln ausgestattet werden soll. „Von daher sei es nicht utopisch, 50 Prozent der Sanierungskosten gefördert zu bekommen“, sagte Villmer. Bevor aber nicht Fördermittel zugesagt seien, könne auch mit einer Sanierung nicht begonnen werden. Dieses Jahr werde das Hallenbad also auf gar keinen Fall noch einmal geöffnet und wahrscheinlich im nächsten auch nicht.

„Interessant war auch, dass im Rat die Frage aufkam, ob es nicht Sinn mache, ein neues Hallenbad zu bauen, das dann auch nicht unbedingt in Dalhausen stehen müsse“, berichtete Villmer aus der Diskussion im Rat. „Ein neues Bad wäre aber nicht unter vier Millionen Euro zu haben. Und das spielt uns in die Karten“, sprach Bernhard Villmer für die Dalhäuser.

 

Für den Vorsitzenden des Bezirksausschusses Dalhausen war es die letzte Sitzung, die er leitete. Er zieht sich nach 26 Jahren in der Politik zurück (ein Bericht folgt).

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