Als langjähriger Ortsheimatpfleger, Schütze, Sänger und Ratsmitglied tiefe Spuren im Ort hinterlassen
Würgassen trauert um Helmut Weber

Würgassen (WB). In wohl jeder Gemeinschaft gibt es Menschen, die auf Grund ihres besonderen Engagements aus dem „üblichen Rahmen“ hervortreten. In Würgassen war das Helmut Weber.

Donnerstag, 06.08.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 22:40 Uhr
Helmut Weber Foto: privat
Helmut Weber Foto: privat

Der langjährige Ortsheimatpfleger war in vielen örtlichen Vereinen als Vorsitzender oder Vorstandsmitglied aktiv und war von 1979 bis 1984 für die CDU im Rat der Stadt Beverungen. Nach kurzer schwerer Krankheit ist Helmut Weber jetzt im Alter von fast 86 Jahren verstorben.

Bankkaufmann gelernt

Geboren wurde Helmut Weber am 21. November 1934 als Sohn des Bauingenieurs Josef Weber und seiner Ehefrau Maria in Würgassen. Nach dem Schulbesuch erlernte er zunächst den Beruf als Bankkaufmann bei der Spadaka in Lauenförde. Anschließend besuchte er die Bauingenieursschule in Aachen, legte 1959 sein Examen ab und begann 1964 den Dienst beim Stadtbauamt Bad Driburg. Vier Jahre später trat er ins Ingenieurbüro für Hoch- und Tiefbau seines Vaters in Würgassen ein. 1976 wechselte er zum Stadtbauamt in Borgentreich, wo er bis zum Ruhestand 1997 blieb.

Ende der 1950er Jahre lernte Helmut Weber in Tirol Resi Keller kennen, die er am 3. Juni 1960 heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Petra (geboren 1961) und Kristin (1965).

Dem Offizierskorps des Schützenbruderschaft St. Michael Würgassen gehörte er von 1968 bis Mitte der 1970er Jahre als Schriftführer an, war später Königsoffizier, als seine Ehefrau Resi an der Seite von Schützenkönig Bernhard Brökel Königin war.

Viele Jahre aktiver Sänger

Helmut Weber war viele Jahre aktiver Sänger im MGV Cäcilia Würgassen und Mitglied der Feuerwehr Würgassen. 1971 war er zudem Gründungsmitglied des Wasser- und Bodenverbandes Lauenförde, gehörte dem Vorstand seit der Gründungsversammlung lange an.

Tiefe Spuren hat Helmut Weber im Spielmannszug Würgassen hinterlassen, den er von 1971 bis 1981 als Vorsitzender führte. Ein absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen des Spielmannszuges im Sommer 1975, das unter der Regie von Helmut Weber veranstaltet wurde. Mehr als 30 Gastvereine verwandelten das Weserdorf damals in ein klingendes „Mekka der Spielmannsmusik“. Auf Grund seiner Verdienste ernannte der Spielmannszug Würgassen Helmut Weber nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zu seinem Ehrenmitglied.

1977 Amt des Ortsheimatpflegers übernommen

Doch nicht nur die örtlichen Vereine sind Helmut Weber wichtig, auch die Geschichte seines Heimatdorfes lag ihm seit jeher sehr am Herzen. So übernahm er bereits im Jahre 1977 das Amt des Ortsheimatpflegers vom damaligen Würgasser Schulleiter Hans Weber. Die wohl größte Aktion unter der Regie des Ortsheimatpflegers Helmut Weber war das Heimatfest „1050 Jahre Würgassen“, das die örtliche Vereinsgemeinschaft im Sommer 1994 im historischen und mittelalterlichen Rahmen veranstaltete und tausende Besucher ins Weserdorf lockte. Nach dem Dorfjubiläum gehörte Weber zum Autorenteam, das die mehr als 1000-jährige Geschichte Würgassens im vierbändigen „Heimatbuch Würgassen“ erarbeitete und für die Vereinsgemeinschaft Würgassen veröffentlichte. Im Jahre 2009 übergab er sein Amt als Ortsheimatpfleger und Ortschronist an seine Tochter Petra Riepe weiter, arbeitete aber auch weiterhin im Ortsheimatpflegeteam mit und gehörte zu den Initiatoren des von Gerhard Schöttler vorbereiteten „Dorfarchiv Würgassen“.

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