Digitalisierung der Beverunger Schulen schreitet voran
Lernen auf neuen Wegen

Beverungen (WB). Digitalisierung ist nicht erst seit Corona Thema an den Beverunger Schulen. Seit 2018 genießt sie zusammen mit der Barrierefreiheit und der Schulhofgestaltung Priorität in den Beratungen des Schuletats für die Haushaltsaufstellung.

Samstag, 08.08.2020, 04:15 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:01 Uhr
Arbeiten gemeinsam an der digitalen Weiterentwicklung der Beverunger Schulen (von links): Schulleiter Klaus Oppermann und Heiner Göhmann (Sekundarschule), Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender (Grundschule), Franz Kanne (Gymnasium), Bürgermeister Hubertus Grimm, Schulamtsleiter Frank Filmar und Schulleiter Benedikt Marpert (Gymnasium). Foto: Alexandra Rüther
Arbeiten gemeinsam an der digitalen Weiterentwicklung der Beverunger Schulen (von links): Schulleiter Klaus Oppermann und Heiner Göhmann (Sekundarschule), Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender (Grundschule), Franz Kanne (Gymnasium), Bürgermeister Hubertus Grimm, Schulamtsleiter Frank Filmar und Schulleiter Benedikt Marpert (Gymnasium). Foto: Alexandra Rüther

„Zunächst ging es um die nötigen Anschlüsse und Leitungen“, sagte Bürgermeister Hubertus Grimm am Freitag, als er zusammen mit Schulamtsleiter Frank Filmar und den Schulleitern über den aktuellen Stand der Dinge informierte.

Digitalpakt

Das Förderbudget aus dem Digitalpakt, den die Bundesregierung 2018 aufgelegt hatte, umfasst für Beverungen insgesamt knapp 525.000 Euro (plus zehn Prozent Eigenkapital). „Beantragt und bewilligt bekommen haben wir bisher gut 400.000 Euro“, sagte Frank Filmar. Das Geld sei zunächst einzusetzen für Vernetzung, aktive Komponenten, W-Lan-Ausbau, Präsentationstechnik. Danach erst erfolgt der Antrag für die digitalen Arbeitsgeräte in den PC-Räumen und die mobilen Endgeräte für den Unterricht. Zunächst sei die nötige Infrastruktur geschaffen worden. So verfügen Gymnasium und Grundschule über 250 Mbit-Leitungen, die Sekundarschule über 200 MBit. Ziel sei mindestes 1 GBit bis Anfang 2022.

Infrastruktur

In der kommenden Woche erfolgt der Anschluss der Sekundarschule an das Verwaltungsnetz des kommunalen Rechenzentrums, der GKD Paderborn. Dann werden sämtliche Schulen der Stadt Beverungen – wie auch die Stadtverwaltung – mit dem Verwaltungsnetz dort gehostet. Das Gymnasium hat damit bereits gute Erfahrungen gemacht. „Probleme, die wir vorher hatten, gibt es nicht mehr. Alles läuft viel runder“, sagte Schulleiter Benedikt Marpert.

Was das Schulnetz angeht, so seien beide weiterführenden Schulen während der Corona-Krise auf die digitale Lernplattform „IServ“ gestoßen. Dieser Kommunikationsweg habe sich bewährt und soll im kommenden Schuljahr fortgeführt werden. Anders sieht es in der Grundschule aus. Hier wurde bereits 2018 mit dem digitalen Ausbau begonnen. Auf Empfehlung der Medienberater des Kreises nutzt man hier Notebooks und ist über MS Teams im Internet. „Es würde jetzt wenig Sinn machen, das alles über den Haufen zu werfen und mit einem neuen System zu beginnen“, sagte Schulleiterin Birgit Riepe-Dewender.

Soforthilfe

Unabhängig vom Digitalpakt hat der Bund in Folge der Corona-Pandemie neue Förderpogramme aufgelegt, die unter anderem Lehrer- und Schüler-PCs vorsehen. „Das für die mobilen Endgeräte der Lehrer an unseren Schulen errechnete Budget von 63.500 Euro haben wir bei der zuständigen Stelle der Bezirksregierung beantragt. Sobald wir den Förderbescheid haben, werden wir die Geräte kaufen“, sagte Frank Filmar. Außerdem seien 89.252 Euro für die Anschaffung mobiler Endgeräte für Schüler beantragt worden, deren Eltern die Anschaffung nicht stemmen können. Die Verteilung der Geräte werde von den Schulen organisiert.

Gemeinsamer Server

Die W-Lan-Ausleuchtung in allen Schulen und daraus resultierend der W-Lan-Ausbau mit Access-Points laufe aktuell, daneben strukturelle Vernetzungen mit Austausch und Erneuerung der Switche. Das Schulzentrum wird künftig über einen gemeinsamen Schulserver verfügen. Für die Grundschule sind aktuell weitere Beamer und Dokumentenkameras eingetroffen, so dass jetzt alle Klassenräume mit der entsprechenden Technik ausgestattet sind.

Folgekosten

Für die Mitwirkung beim Auf- und Ausbau einer lernfähigen IT-Ausstattung sowie der EDV-Betreuung an den Schulen wurde im Stellenplan der Stadt eine neue Stelle geschaffen. Bewerbungen sind noch bis zum 15. August möglich, Bürgermeister Hubertus Grimm ist zuversichtlich, die Stelle im Herbst besetzen zu können. Er hätte sich allerdings gewünscht, dass das Land die Kosten übernommen hätte.

Grimm: „Das ist leider nicht der Fall. Um so mehr hoffe ich, dass das Land in der Verantwortung steht, was die Folgekosten angeht.“ Er erwartet, dass die Kommunen hier über die Schlüsselzuweisungen entsprechend ausgestattet werden. „Denn es kann nicht sein, dass die Kommunen eine Anschubfinanzierung bekommen und dann im Regen stehen gelassen werden.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7525578?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen pro Woche überschritten
Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen.
Nachrichten-Ticker