Eigentümerin setzt Belohnung aus – Akte inzwischen bei der Paderborner Staatsanwaltschaft
Zeugin: „Stute ist entführt worden“

Beverungen/Höxter (WB). „Sie war mir in den vielen Jahren immer eine gute Freundin. Gemeinsam erzielten wir große Erfolge in der Dressur und im Springen“, erzählt Anja Bohm. Die Trauer und die Wut sind groß. Wer ist bloß für den unnötigen Tod ihrer lieben Stute Ragazza verantwortlich?

Dienstag, 11.08.2020, 06:15 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 13:16 Uhr
Mit diesen Plakaten wird auf die Belohnung in Höhe von 1000 Euro hingewiesen – für alle sachdienlichen Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen. Von der Stute Ragazza ist nur noch der Halfter im Stall geblieben, bedauern Sabine Rinschen und Tochter Johanna. Auf ihrem Hof und den Weiden sollte die 22 Jahre alte Stute eigentlich ihren „Ruhestand“ genießen. Foto: Harald Iding
Mit diesen Plakaten wird auf die Belohnung in Höhe von 1000 Euro hingewiesen – für alle sachdienlichen Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen. Von der Stute Ragazza ist nur noch der Halfter im Stall geblieben, bedauern Sabine Rinschen und Tochter Johanna. Auf ihrem Hof und den Weiden sollte die 22 Jahre alte Stute eigentlich ihren „Ruhestand“ genießen. Foto: Harald Iding

Diese Frage und ungeklärte Umstände rauben ihr immer wieder den Schlaf. Jetzt hat die 52-jährige Dozentin aus der Hansestadt Hamburg und Eigentümerin der Stute eine Belohnung in Höhe von mindestens 1000 Euro ausgesetzt – für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen. Hinweise (auch anonym) würden die Kreispolizeibehörde Höxter (Telefon: 05271/962-0), Anja Bohm (0173/5151819) und Stallbesitzer Christian Rinschen (0171/3116785) entgegen nehmen. Das WESTFALEN-BLATT berichtete Anfang Juli ausführlich über die Suche nach der Stute und deren tragischen Tod. Jetzt gibt es Neuigkeiten im Fall Ragazza.

Die Reiterin und große Pferdefreundin Bohm (sie ist Dozentin in einem Hamburger Bildungszentrum) sagte dieser Zeitung: „Mich rief eine Zeugin an, die aber anonym bleiben will. Demnach habe sie an dem Montag, 29. Juni, zwei Frauen gesehen, die das Pferd entführt haben.“

Die Zeugin habe davon berichtet, dass die beiden Frauen im Zeitraum von 9.30 und 10.30 Uhr das Pferd aus der Weide an der L 890 zu Fuß durch das benachbarte Maisfeld weggeführt hätten – und schließlich verschwunden wären.

Dann die traurige Nachricht am 30. Juni: Die etwa 600 Kilogramm schwere und 1,65 Meter große, kastanienbraune Stute (weißer Fuß hinten links) ist tot in einem Straßengraben entlang der Landstraße 890 gefunden worden. Der Anblick sei grausam und für alle Beteiligten kaum zu ertragen gewesen. Anja Bohm vermutet einen Unfall mit einem großen Fahrzeug. Der Unfall muss in den Nachtstunden oder am ganz frühen Morgen des 30. Juni passiert sein – fast gegenüber des Einsiedlerhofes, wo die Stute eigentlich ihren Lebensabend nach einem langen sportlichen Leben mit Artgenossen und bei liebevoller Pflege verbringen sollte. „Mit voller Wucht muss ein größeres Fahrzeug, eventuell ein Transporter oder Lastkraftwagen, gegen die Stute gefahren sein. Ein Pkw wäre durch den Aufprall wohl völlig demoliert worden.“

Es sei durchaus vorstellbar, dass vielleicht die Diebe das ausgebüchste Tier haben einfangen wollten – mit fatalen Folgen. „Die Stute ist absichtlich umgefahren worden“, glaubt Bohm. Bei der Polizei in Höxter gibt es gleich zwei Vorgänge in dieser Sache. Polizeisprecher Jörg Niggemann bestätigte am Montag dem WESTFALEN-BLATT: „Unser Kriminalkommissariat II hat die Ermittlungen vor Ort abgeschlossen. Der Vorgang ‚Diebstahl einer Stute‘ liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft Paderborn vor. Und im Fall des Unfalls mit dem getöteten Pferd laufen die Ermittlungen noch im Verkehrskommissariat.“

Handelt es sich bei dem mutmaßlichen Pferde-Diebstahl am helllichten Tag vielleicht sogar um eine gezielte Tat? Anja Bohm hat erfahren: „Eine weitere Stute Piko, die zwei Wochen vorher in Lübbecke-Eikel verschwunden war, konnte auch nur tot aufgefunden werden. Und mit der Haflingerstute Melle aus Hiddenhausen (Ende 2019) sind es gleich drei Orte, bei denen eine braune Stute im Mittelpunkt gestanden hat. Das kann doch kein Zufall sein!“

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