Landratskandidat Helmut Lensdorf (SPD) will Bürger stärker einbeziehen
Im Kreis Höxter besser leben

Kreis Höxter (WB). Er ist vielseitig interessiert und neugierig. Da war das Korbmachermuseum in Dalhausen für Helmut Lensdorf ein idealer Treffpunkt mit dem WESTFALEN-BLATT.

Dienstag, 25.08.2020, 20:57 Uhr
Helmut Lensdorf möchte am 13. September zum Landrat gewählt werden. Der 57-jährige Medienberater aus Marienmünster-Kollerbeck hat zahlreiche Ideen, wie er den Kreis Höxter weiter nach vorn bringen will. Foto: Frank Spiegel
Helmut Lensdorf möchte am 13. September zum Landrat gewählt werden. Der 57-jährige Medienberater aus Marienmünster-Kollerbeck hat zahlreiche Ideen, wie er den Kreis Höxter weiter nach vorn bringen will. Foto: Frank Spiegel

„Es soll ja auch für mich interessant sein. Kollerbeck und Umgebung kenne ich. Ich wollte das Korbmachermuseum noch einmal neu kennenlernen“, beschreibt der SPD-Kandidat für das Amt des Landrats seine Motivation, diesen Ort zu wählen. Vor etwa 15 Jahren sei er zum letzten Mal da gewesen.

Familie war begeistert

Ende vergangenen Jahres sei er darauf angesprochen worden, ob er nicht für das Amt des Landrates bei der kommenden Kommunalwahl kandidieren wolle. „Erstaunlicherweise waren das junge Leute, die an mich herangetreten sind“, erinnert sich der 57-Jährige, der als Medienberater arbeitet.

Er habe relativ kurz überlegt und sich dann entschlossen, auf diese Weise politisch gestalten zu wollen. Helmut Lensdorf: „Es reizt mich, den Kreis Höxter zu verbessern.“ Die Familie sei von der Idee ebenfalls begeistert. „Ich habe sie gut vorbereitet, was auf sie zukommt und sofort Unterstützung bekommen“, erzählt der Kandidat: „Es hat auch keiner versucht, mir das auszureden.“ Seine Ehefrau Eva, ebenfalls beim Treffen dabei, bestätigt: „Ich stehe dahinter.“

Schon seit Ende der 80er Jahre sei er politisch aktiv. „Ich kenne mich im Kreis Höxter bestens aus, auch beruflich bedingt. Ich kenne auch die ganzen Facetten. Dazu gehört der soziale Bereich. Bei uns ist ‚Jung und alt‘ im Dorf, wo ich Mitglied bin. Im Spielmannszug habe ich lange im Vorstand gearbeitet. Ich kenne den politischen Bereich sowohl in Marienmünster als auch aus Sicht des Kreistages“, nennt er Beispiele.

Außerdem sei ihm eine Tätigkeit beim Kreis Höxter quasi in die Wiege gelegt worden: „Mein Vater hat beim Kreis gearbeitet.“ Er sei beim Jugendamt tätig gewesen und vorher im Lastenausgleichsamt. „Das kennt heute kaum noch jemand. Das war zuständig für die Flüchtlinge nach dem Weltkrieg, die aus den Ostgebieten kamen. Die wurden entschädigt. Das hat mein Vater bearbeitet“, nennt er Beispiele dafür, dass der Kreis auch einen großen Teil sozial motivierter Arbeit leiste.

Attraktiv für junge Leute

Um den Kreis Höxter auch für junge Leute attraktiv zu gestalten und diese zu motivieren, nach der Ausbildung wieder zurück zu kommen, setzt Helmut Lensdorf auf das Drei-B-Haus. „Dazu gehören Bildung, Beruf und Betreuung – Lebensbereiche, mit denen gerade junge Leute intensiv zu tun haben. Die wollen wir so vorteilhaft zusammenbringen unter einem Dach, dass die jungen Leute sehr qualifizierte Berufe auch bei Großunternehmen über Home-Office oder Co-Working hier ausüben können“, erläutert Helmut Lensdorf.

Mehr Arbeitsplätze

Bereits 2019 habe die SPD dieses Konzept entwickelt. Der Kollerbecker: „Durch die Entwicklung 2020 werden wir deutlich bestätigt. Man kann bei einem Global-Player arbeiten, ohne den Kreis Höxter verlassen zu müssen.“ So gewinne man Arbeitsplätze zurück, auch ohne die Firmen in den Kreis Höxter zu holen. Auch Kinder könnten dort gleichzeitig betreut werden, gleichermaßen die Großeltern. Außerdem soll dort Lernen möglich sein. „So haben alle gewonnen“, ist der Sozialdemokrat überzeugt.

Sollte er Landrat werden, will er vor allem dafür sorgen, dass man im Kreis Höxter besser leben kann als bisher. „Wir müssen beim Nahverkehr nachbessern und neue Modelle offensiver zusammenführen. Ein Beispiel ist das Anrufsammeltaxi, das offensiver angegangen werden müsste“, nennt er ein Beispiel. Die Entscheidungen im Nahverkehr sollten zudem mehr im Kreis Höxter vorbereitet werden und nicht beim NPH in Paderborn. Lensdorf: „Ich will den NPH nicht auflösen, aber ich möchte einen Teil der Entscheidungen zurück in den Kreis Höxter holen.“

Die SPD wolle unter anderem auch mehr für die Musik und den Sport tun. „Es ist nicht nur im Kreis Höxter ein Problem, dass es vielen Kindern an Bewegung mangelt“, führt der Kandidat aus. Die SPD wolle Bewegungsanreize schaffen. „Wir möchten, dass jedes Kind ab dem Grundschulalter einen Sport nach Wahl ausüben kann. Sollte das Geld kosten für Vereinsbeiträge oder Ausrüstung, sollte das unterstützt werden vom Kreis“, wird der Kollerbecker konkret.

Sport und Musik

Gleiches gelte für die Musik. „Musik dient der Lernfähigkeit, des sozialen, integrativen und inklusiven Verhaltens“, ist der Politiker überzeugt. Spätestens ab dem Grundschulalter solle jedes Kind ein Instrument mit Unterstützung des Kreises lernen können. Dazu zähle im Zweifel auch die deutliche Unterstützung des Kaufes eines Musikinstrumentes.

Sollte es Konflikte geben, möchte Helmut Lensdorf diese als Landrat auch deutlich als solche dargestellt wissen. „Wir möchten dann die Leute zusammenholen an einen Tisch und die Argumente zunächst einmal klar und deutlich benennen. Diese Gruppe soll dann eine Empfehlung erarbeiten, an der die Politik nicht einfach vorbeigehen kann“, beschreibt er eine weitere Vision. Auf diese Weise sollten auch interessierte Bürgerinnen und Bürger die Chance haben, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Der Sozialdemokrat sieht sich als Teamworker. „Ich kann mich zurücknehmen, übernehme aber auch Verantwortung, wenn ich darum gebeten werde. Ich drücke mich nicht davor und auch nicht vor Konflikten“, charakterisiert er sich.

Wenn er sich nicht mit Politik beschäftigt, schaut sich Helmut Lensdorf zusammen mit seiner Frau Eva gern Städte an. Er besucht dort auch gern Museen. „Nicht immer zur Freude meiner Frau, aber wir haben uns da gut arrangiert“, plaudert er ein wenig aus dem Nähkästchen.

„Nach dem intensiven Kommunalwahlkampf drängt meine Frau außerdem darauf, dass wir mehr zusammen Fahrrad fahren als bisher“, verrät er. Ansonsten genieße er sehr die Zeit mit seinen Kindern – auch wenn diese mit 22, die Zwillinge Loreen und Leon, und der 18-jährigen Anna schon etwas älter seien. „Ich bin ein Familienmensch“, sagt er – auch wenn die Kommunalpolitik derzeit größeren Raum einnehme.

Familienmensch

Er selbst bezeichnet sich zudem als „Landei“. Seit 2000 wohnt er in seinem Elternhaus in Kollerbeck. „Großstädte sind zum besichtigen sehr schön – das reicht dann aber auch“, verrät der 57-Jährige. Er schätzt am Leben im Dorf auch das Gesellige. „Man hat ja mehr Abstand im Dorf als in der Stadt. Aber man kennt sich, passt ein wenig auf sich auf“, sagt er.

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