Fördermittel sollen Neubau ermöglichen
Hallenbad Dalhausen ist ein Totalschaden

Beverungen(WB). Als Fass ohne Boden stellt sich das Hallenbad Dalhausen heraus. Wie berichtet, weist das fast 45 Jahre alte Bad erhebliche Schäden auf, insbesondere im Abdichtungssystem, aber auch im Beton, in Wänden, Dachstuhl und Sanitärbereich. Auf etwa 800.000 Euro wurden die Kosten seitens der Stadt geschätzt. Im Rat war man sich einig, das Bad sanieren zu wollen, wenn es dafür Fördermittel gibt.

Freitag, 28.08.2020, 17:01 Uhr aktualisiert: 28.08.2020, 18:00 Uhr
Das Hallenbad Dalhausen ist marode. Eine Kostenberechnung hat jetzt ergeben, dass eine Sanierung zweieinhalb Millionen Euro kosten würde. Foto: Alexandra Rüther
Das Hallenbad Dalhausen ist marode. Eine Kostenberechnung hat jetzt ergeben, dass eine Sanierung zweieinhalb Millionen Euro kosten würde. Foto: Alexandra Rüther

Um nun Zuschüsse aus dem Sportstättenförderprogramm des Landes zu bekommen, hatte die Stadt das Planungsbüro Rohling aus Osnabrück beauftragt, die für den Förderantrag benötigte Kostenberechnung anzustellen. Diplom-Architektin Christina Seiters nahm das Bad zusammen mit einem Experten für Schwimmbadtechnik unter die Lupe und präsentierte in der Ratssitzung am Donnerstagabend das erschütternde Ergebnis: Eine Sanierung würde mindestens zwei, eher zweieinhalb Millionen Euro kosten und sei aus ihrer Sicht nicht lohnenswert.

Kosten noch nicht bekannt

„Eine bittere Wahrheit“, sagte Bürgermeister Hubertus Grimm. Normalerweise hätte er eine Entscheidung über das weitere Vorgehen vertagt. Aber: Die Sitzung am Donnerstag war die letzte der laufenden Legislaturperiode. Der neue Rat käme erst im Dezember zum ersten Mal zusammen. Um aber die Chance auf Fördermittel zu wahren, müssen die Anträge bis spätestens Ende Oktober vorliegen. „Wir müssen uns also entscheiden, sonst ziehen die Förderprogramme an uns vorbei“, so Grimm. Das Programm des Bundes sieht eine 90-prozentige Förderung oder höchstens drei Millionen Euro vor und könnte für einen Neubau genutzt werden.

Beim Sportstättenförderprogramm des Landes geht es um Sanierung. Hier gibt es 2020 100 Prozent und danach 90 Prozent Förderung oder höchstens 1,5 Millionen Euro. Macht zusammen viereinhalb Millionen Euro. Wie viel Geld die Stadt dann noch selbst finanzieren müsste, wird jetzt wiederum vom Planungsbüro Rohling ermittelt. „Ich kann zu den Kosten noch nichts sagen, weil ich den Baugrund nicht kenne“, so Architektin Seiters. Die Differenz zu den Sanierungskosten sei aber sicher gering. Was die Bauzeit angeht, rechnet sie mit einem Jahr.

Synergieeffekte nutzen

Als Standort kommt für die Stadtverwaltung nur das Freibad in Frage – um beide Förderprogramme miteinander kombinieren und Synergieeffekte nutzen zu können. Mit Hilfe des Bundes könnte hier eine Schwimmhalle mit einem 25 mal zehn Meter großen Becken gebaut und mit Hilfe des Landes das Umkleidegebäude aus den 1960er Jahren saniert werden, das dann wiederum auch für das Hallenbad zur Verfügung stünde.

Gerade bei den Ratsmitgliedern aus Dalhausen saß der Schock tief angesichts dieser Hiobsbotschaft. „Es ist schon schwer verdaulich, dass eine Sanierung in Dalhausen utopisch, wenn nicht unmöglich ist“, sagte Bezirksausschussvorsitzender Bernhard Villmer. „Aber ich bin auch Realist. Die Möglichkeit auf Förderung dürfen wir uns nicht entgehen lassen, die Anträge müssen wir jetzt stellen.“ Die Mehrheit des Rates sah das genauso und beauftragte die Verwaltung, alle Fördermöglichkeiten auszuloten und die Kosten für einen Neubau zu ermitteln. Die nötige Technik soll von beiden Bädern zu nutzen sein, eine Arbeitsgemeinschaft Hallenbad mit Vertretern aus allen Fraktionen wird den Prozess begleiten.

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