Gartenfest mit Kunst und Kultur lockt Besucher nach Herstelle
Stelldichein bei Sonnenschein

Beverungen-Herstelle (WB). Die Sonne blitzte durch die sich langsam verfärbenden Blätter der hohen Bäume hindurch und tauchte die Burg Herstelle in ein malerisches Licht. Die alten Mauern und die davor blühenden Pflanzen erinnerten an eine Filmkulisse. Doch an der Burg Herstelle wurde an diesem Sonntag kein Film gedreht, sondern nach einigen Überlegungen nun doch das Gartenfest der Burg gefeiert. Dabei konnten sich die Gäste von Kunst und Kultur bezaubern lassen und den Alltag für einige Zeit vergessen.

Mittwoch, 16.09.2020, 04:08 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 09:48 Uhr
Das Duo „Entre-Nous", bestehend aus dem Ehepaar Ghislaine und Thorsten Seydler, bereichert den Nachmittag mit französischen Musikstücken. Foto: Ellen Waldeyer
Das Duo „Entre-Nous", bestehend aus dem Ehepaar Ghislaine und Thorsten Seydler, bereichert den Nachmittag mit französischen Musikstücken. Foto: Ellen Waldeyer

150 Besucher durften das Gartengelände gleichzeitig betreten – so besagten es die Corona-Schutzmaßnahmen. Da der Veranstaltungsort in der Natur liegt und die Fläche groß ist, könnten die Abstandsregeln eigentlich sogar bei 300 Besuchern eingehalten werden. „Aufgrund der begrenzten Toilettenanlagen mussten wir die Zahl der Gäste allerdings kleiner halten“, bedauern die Veranstalter.

Begehrte Tickets

Die Tickets für das Gartenfest seien sehr begehrt gewesen. Vor drei Wochen habe man erst mit den Vorbereitungen und der Organisation begonnen, doch schon kurz darauf seien alle Karten vergeben gewesen. „Manche versuchen ihr Glück trotzdem und kommen ohne Ticket vorbei, aber wir dürfen die Teilnehmerbegrenzungen auf keinen Fall überschreiten und müssen die Leute dann leider wieder nach Hause schicken“, hieß es vom Veranstaltungsteam.

Viele kleine Grüppchen – allesamt mit der blauen Hygienemaske im Gesicht – flanierten auf den Wegen, die sich durch das Gartenparadies schlängeln. Kleine Verkaufsstände, an denen die Besucher Handgefertigtes erwerben konnten, zierten die grünen Rasenflächen. Künstler boten ihre Werke an oder zeichneten die Gäste gleich vor Ort. Es gab Porzellanunikate, Blumen und auch das eine oder andere Kleidungs- und Schmuckstück.

Akustische Höhepunkte

Akustische Höhepunkte des Gartenfests waren die kleinen Konzertblöcke, die Ghislaine und Thorsten Seydler als Duo „Entre-Nous“ zu jeder vollen Stunde gaben. Das Ehepaar aus Trendelburg spielte sowohl klassische als auch moderne französische Chansons aus den Bereichen Pop, Rock, Jazz und Gospel. Dabei interpretierte das Duo einige Stücke auch selbst und arrangierte diese fernab vom Original. Sobald Ghislaine Seydlers Stimme mit französischem Gesang ertönte, fühlte es sich nicht mehr an, als sei man in Herstelle im Weserbergland, vor dem inneren Auge tauchte dann eher das Bild eines französischen Schlosses mit weitem Blick über Lavendel und Weinfelder in der Provence auf. Die beiden Musiker ermöglichten den Kunst- und Musikfans durch ihr Spiel eine kleine, gedankliche Reise durch Frankreich. Seit der Corona-Krise durfte das Duo „Entre-Nous“ noch nicht viele Konzerte geben. Das Gartenfest war erst das zweite Konzert für sie. „Wir haben es so sehr vermisst, vor Publikum zu spielen“, sagte Sängerin Ghislaine Seydler, die aus der französischen Bretagne stammt. Sie war glücklich, an diesem Nachmittag ihrem Beruf und ihrer Leidenschaft wieder nachgehen zu können.

Gaumenfreuden

An diesem spätsommerlichen Tag gab es beim Gartenfest allerdings nicht nur etwas für Augen und Ohren, sondern auch einiges für den Gaumen: Die Bäckerei Rode hielt Kaffee, Kuchen und Waffeln bereit. Auch Christstollen ließen sich bereits auf dem Verkaufstresen finden. „Da dürfen die Kunden heute gerne schon einmal zugreifen, kostenlos probieren und sich auf die kommende kalte Jahreszeit einstimmen“, sagte Finnja Mindermann aus dem Verkaufsstand.

Neben der süßen Kuchenversuchung hatten die Besucher die Möglichkeit, deftige Burger des Höxteraner Food-Trucks „3 Stars“ zu verzehren. Betreiber Marc Gonzaga war sichtlich erleichtert, endlich wieder sein bekanntes Street-Food anbieten zu können. „Alleine neun große Hochzeiten und zahlreiche Geburtstage sind uns wegen der Corona-Krise weggefallen“, erklärte der gelernte Koch. Hinzu kamen die Großveranstaltungen, die in diesem Jahr nicht stattfanden.

Für die Besucher war das Gartenfest eine Möglichkeit, wieder ein Stück weit Normalität zu erleben. Sie mussten sich zwar an die Hygieneregeln halten, die am Eingang erläutert wurden, aber von allen Seiten ertönten begeisterte Gespräche, wie großartig es doch sei, wieder Kunst und Kultur genießen zu dürfen.

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