Dr. Andreas Knoblauch-Flach stellt Hygienekonzept der Kulturgemeinschaft vor
„Es ist an der Zeit, Mut zu entwickeln“

Beverungen (WB). Nach dem „Vorlauf“ mit dem Kinderstück in dieser Woche in der Aula des Gymnasiums beginnt am Montag, 28. September, die Abo-Saison der Kulturgemeinschaft Beverungen in der Stadthalle.

Samstag, 26.09.2020, 03:08 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 03:10 Uhr
Ute Pannewitz und Dr. Andreas Knoblauch-Flach im Büro der Kulturgemeinschaft im Service-Center, Hier können personalisierte Karten gekauft werden. Das System sorgt dafür, dass Abstände eingehalten werden. Foto: Alexandra Rüther
Ute Pannewitz und Dr. Andreas Knoblauch-Flach im Büro der Kulturgemeinschaft im Service-Center, Hier können personalisierte Karten gekauft werden. Das System sorgt dafür, dass Abstände eingehalten werden. Foto: Alexandra Rüther

Dass nichts mehr ist, wie es war, wissen die Verantwortlichen und freuen sich doch darauf, dass es wieder los geht – unter Corona-Bedingungen halt.

Dr. Andreas Knoblauch-Flach, Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, hat im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT das Hygienekonzept für die kommenden Veranstaltungen vorgestellt. „Ganz wichtig ist natürlich die Möglichkeit der Rückverfolgung“, sagt er. Daher wurde das Ticketsystem so umgestellt, dass ein Kauf von Eintrittskarten nur noch mit Angabe der persönlichen Daten möglich ist. „Dadurch verhindern wir Staus am Eingang, wo wir ansonsten die Daten aufnehmen müssten“, erklärt er.

Eine Abendkasse werde dennoch vorgehalten. Allerdings werden die Eingänge geteilt – für Besucher mit und ohne Karte. Schon an den Eingängen werden Markierungen auf den nötigen Abstand hinweisen. Und natürlich gilt Maskenpflicht, bis die Plätze erreicht sind. Getränke werden nur vor der Veranstaltung verkauft, nicht in der Pause. Dafür dürfen sie aber mit in die Halle genommen werden. Das gilt auch für Jacken und Mäntel, die Garderobe im Foyer bleibt geschlossen.

Abstandsmodul

„Außerdem haben wir uns für unser Ticketsystem ein weiteres Modul besorgt, das so genannte Abstandsmodul“, sagt Knoblauch-Flach. Wenn beispielsweise eine Familie vier Karten bucht, darf sie ohne Abstand nebeneinander sitzen. Das System sorgt dann dafür, dass links und rechte jeweils ein Platz frei bleibt. Auch wird nur jede zweite Reihe belegt, so dass auch die Abstände von vorne nach hinten stimmen. Die ersten sechs Stuhlreihen wurden entfernt, um den vorgeschrieben Abstand zur Bühne einhalten zu können. „Das Lüftungssystem in der Stadthalle ist sehr gut und tauscht verbrauchte gegen frische Luft aus. Zusätzlich wird in den Pausen gelüftet, indem die großen Türen zur Weser geöffnet werden“, erklärt der Vorsitzende weiter.

Unter ähnlichen Bedingungen habe das Kinderstück in dieser Woche stattgefunden. Und auch die Theatervorstellung „Willkommen bei den Hartmanns“ in Warburg habe gezeigt: Theater unter diesen Bedingungen sei möglich.

Jede Agentur habe zudem noch eigene Hygieneanforderungen für die Schauspieler und die Aufführung selbst. „In Warburg haben sich die Schauspieler zum Beispiel zwischendurch Masken aufgesetzt, wenn sie sich näher kamen und haben sie dann wieder abgenommen“, hat Knoblauch-Flach erlebt. Außerdem betont er, dass die Toiletten in der Stadthalle vor der Vorstellung sowie vor und nach der Pause desinfiziert würden. Desinfektionsspender stünden auch an den Eingängen bereit.

„Damit haben wir einen Ablauf gewählt, der Kultur möglich macht – unter den derzeitigen Gegebenheiten.“

Mut entwickeln

An den Buchungszahlen sei schon abzulesen, dass die Menschen noch vorsichtig sind. „Wir haben ja jetzt lange quasi über nichts anderes gesprochen. Die Regeln, an die wir uns halten, sind wichtig. Es ist jetzt aber auch an der Zeit, wieder Mut zu entwickeln“, sagt Andreas Knoblauch-Flach. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe gesagt, Kultur sei ein Lebensmittel. „Und um im Bild zu bleiben: Ich will nicht verhungern.“

Das Hygienekonzept ist auf der Internetseite der Kulturgemeinschaft nachzulesen und wurde von der Stadt Beverungen genehmigt – für bis zu 300 Zuschauer. Die Einbußen, die daraus folgen, hofft die Kulturgemeinschaft gering halten zu können. Helfen soll dabei das Bundesförderprogramm „Neustart Kultur“, in dessen Rahmen es den Förderteil „Theater in Bewegung gibt – für Städte wie Beverungen mit Gastspielen statt einem festen Theaterhaus.

„Wir stellen gerade die Antragsunterlagen zusammen“, so Knoblauch-Flach. Außerdem hofft der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft darauf, dass die momentane Zurückhaltung sich legt sobald die ersten positiven Resonanzen im Umlauf sind. Für „Paulette – Oma zieht durch“, die Komödie mit Diana Körner in der Hauptrolle am Montag, 28. September, um 20 Uhr, sind noch etwa die Hälfte der 300 Karten zu bekommen (Kulturbüro im Service-Center, Telefon 05273/392223).

Kulturball fällt aus

Der Kulturball im Januar 2021 findet nicht statt. „Ein festlicher Tanzabend, wie wir ihn kennen, ist unter den Bedingungen nicht leistbar und macht auch keinen Sinn“, sagt der Vorsitzende. Der Ball soll nun am 9. Januar 2022 gefeiert werden, das Programm – Künstler und Band – bleibt das gleiche.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7602012?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist tot
Thomas Oppermann im März vergangenen Jahres im Bundestag.
Nachrichten-Ticker