Nach Großbrand: Sachverständige und Statiker begutachten die drei beschädigten Häuser in der Mühlenstraße
„Starke Hitze in Schornsteinnähe“

Beverungen (WB). -

Was war die Ursache für den Weihnachts-Großbrand von Beverungen? Erst nach einer Ortsbesichtigung mit Begutachtung der Brandruine Mühlenstraße 28 und der angrenzenden beiden Häuser haben sich Brandsachverständige von Kriminalpolizei und Versicherungen sowie ein Statiker am Dienstag ein endgültiges Bild von den tatsächlichen Sachschaden an den drei Gebäuden machen können.

Dienstag, 05.01.2021, 19:30 Uhr
In der Mühlenstraße in Beverungen sind am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages drei Gebäude in Brand geraten. Haus Nr. 28 muss wahrscheinlich abgerissen werden, die beiden Nachbargebäude sind durch Feuer und sehr viel Löschwasser unbewohnbar geworden. Über ihr Schicksal wird noch entschieden. Das Foto zeigt fünf der neun Familienmitglieder, die ihre Wohnung verloren haben.
In der Mühlenstraße in Beverungen sind am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages drei Gebäude in Brand geraten. Haus Nr. 28 muss wahrscheinlich abgerissen werden, die beiden Nachbargebäude sind durch Feuer und sehr viel Löschwasser unbewohnbar geworden. Über ihr Schicksal wird noch entschieden. Das Foto zeigt fünf der neun Familienmitglieder, die ihre Wohnung verloren haben. Foto: Jürgen Drüke

Fest steht für die Polizei: Eine Brandstiftung erscheint unwahrscheinlich. Polizeisprecher Jörg Niggemann sagte, dass die Fachleute erklärt hätten, dass das Feuer im Dachgeschoss ausgebrochen sein müsse. Ein technischer Defekt oder zu starke Hitzeentwicklung in der Nähe des Schornsteins im Haus Nr. 28 müsse angenommen werden.

In der Mühlenstraße in Beverungen waren am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages gleich drei Gebäude in Brand geraten. Aufgrund der engen Bebauung griffen die Flammen vom Gebäude Nr. 28 schnell auf die Nachbarhäuser links und rechts über. Alle drei Wohnhäuser sind seit der Brandnacht durch Feuer und Löschwasser unbewohnbar geworden. Die neunköpfige Familie aus dem Fachwerkhaus Nr. 28 fand rechtzeitig den Weg nach draußen. Nach Polizeiangaben waren die Flammen sehr schnell auch auf das erste Obergeschoss eines angrenzenden Nachbarhauses übergesprungen.

Großbrand in der Mühlenstraße in Beverungen

Großbrand in der Mühlenstraße in Beverungen Foto: Foto: Alexandra Rüther

Wasserschäden

Die Begehung durch die Brandexperten ergab laut Polizei am Dienstag, dass die Mühlenstraße 28 sehr stark beschädigt sei. Durchnässte Lehmdecken und verbranntes Fachwerk finde man überall vor. Am Haus daneben sei der Dachstuhl zerstört worden. Auch hier richtete Löschwasser großen Schaden an. Das Gebäude an der anderen Seite von Nr. 28 hat zwar weniger Brandschäden, aber mehr Wasserschaden, weil es von der Feuerwehr beim Einsatz feucht gehalten worden war.

Laut Polizei sind nach den Kripo-Ermittlungen nun die Versicherungen gefragt. Sie legen die genaue Schadenshöhen fest. Die Polizei geht von einer höheren sechsstelligen Schadenssumme für drei Häuser aus. Ob alle Gebäude abgerissen werden müssen oder saniert werden können, das kläre sich noch, sagte Polizeisprecher Jörg Niggemann.

Die Feuerwehr ist schnell am Einsatzort.

Die Feuerwehr ist schnell am Einsatzort. Foto: Foto: Alexandra Rüther

Feuerwehr beleidigt

Niggemann berichtete auch, dass es am Rande des Löscheinsatzes am Zweiten Weihnachtstag einen unerfreulichen Vorfall gegeben habe: Ein aufgebrachter Anwohner habe die Feuerwehrkräfte beleidigt. Eine Anzeige sei die Folge für sein Verhalten.

Das Feuer war am 26. Dezember um 21 Uhr ausgebrochen und gegen 22.30 Uhr unter Kontrolle, jedoch waren weitere Löscharbeiten zur Bekämpfung von Glutnestern erforderlich. Wegen des starken Windes flammten diese am Sonntag immer wieder auf, so dass Nachlöscharbeiten nötig waren. 100 Einsatzkräfte waren in der Nacht vor Ort. Ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz leicht verletzt.

Notunterkunft gefunden

Noch in der Brandnacht sind der Vater und die Mutter mit ihren sieben Kindern aus Haus 28 nach Dalhausen in die Einliegerwohnung der Grundschule am Hellweg gebracht worden. „Die Feuerwehr und das Ordnungsamt haben einen ganz tollen Job gemacht“, spricht Holger Voetz von „schnellem und umsichtigem Handeln“ – wir berichteten. Am Tag danach rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft in Dalhausen an: Kleidung, Lebensmittel, Möbel und Kinderspielsachen wurden in den Hellweg transportiert. „So hätten wir das nie erwartet“, stellte die 42-jährige Hausbewohnerin Mendy Voetz, die während des Brandes zusammengebrochen war und notärztlich behandelt werden musste, heraus. „Hauptsache ist, dass wir alle unverletzt geblieben sind“, sagt sie dem WB. Die Spendenaktionen seien von Freunden und Bekannten spontan organisiert worden. Der Rewe-Supermarkt in Beverungen habe sofort ein großes Sortiment an Lebensmitteln bereitgestellt. Der Kinderschutzbund habe ebenfalls wirkungsvoll geholfen.

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