In HFA-Sitzung von Höxter plädiert SPD-Fraktionschef Günter Wittmann für Bau von Windparks
Nur nicht in der Nähe von Corvey

Höxter/Holzminden (WB) -

Windkrafträder in der Sichtachse des Weltkulturerbes Corvey? Im Haupt- und Finanzausschuss war eine Stellungnahme der Höxteraner Verwaltung zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Holzminden der Auslöser für einen SPD-Vorstoß.

Samstag, 27.02.2021, 05:55 Uhr aktualisiert: 27.02.2021, 06:02 Uhr
Windkrafträder stehen für die SPD-Fraktion im Raum Höxter weiterhin auf der Agenda. Die Sozialdemokraten nutzten nun die Stellungnahme der Stadt Höxter zum Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Holzminden für einen entsprechenden Vorstoß.
Windkrafträder stehen für die SPD-Fraktion im Raum Höxter weiterhin auf der Agenda. Die Sozialdemokraten nutzten nun die Stellungnahme der Stadt Höxter zum Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Holzminden für einen entsprechenden Vorstoß.

„Wir sehen Windparks vor dem Hintergrund der Energiewende und des Klimawandels als notwendig an“, unterstrich SPD-Fraktionschef Günter Wittmann am Donnerstagabend im Historischen Rathaus die Meinung seiner Partei. Dabei­ würde außerhalb jeglicher Diskussion stehen, „dass Windkrafträder in der Nähe des Weltkulturerbes Corvey aufgebaut werden sollen“.

Lob

Wittmann fand in seinen detaillierten Ausführungen zunächst lobende Worte für die Stellungnahme der Stadt zum RROP-Entwurf: „Positiv und sinnvoll finden wir die konkrete Forderung nach Stärkung des Schienenverkehrs durch den Ausbau der Zweigleisigkeit sowie die Taktverdichtung auf 30 Minuten.“ Auch dem Ausbau des Rad-Wegenetzes zwischen den beiden Kreisstädten Höxter und Holzminden stimmten die Sozialdemokraten uneingeschränkt zu. Holzminden und Höxter würden durch den Austausch von Arbeitskräften profitieren. „Wegen der Nachbarschaft zwischen HX und HOL ist es logisch, den Bau von Radschnellwegen voranzutreiben“, befand Wittmann.

Ein Meilenstein

Die SPD würde zudem die Forderung von Baudezernentin Claudia Koch befürworten, das Weltkulturerbe in die Liste der Bau- und Bodendenkmäler aufzunehmen. „Die Anerkennung Corveys als Weltkulturerbe ist ein Meilenstein und von großer Wichtigkeit für die Sache der Weltkulturdenkmäler und damit für unsere Region und unsere Stadt. Ohne Corvey hätten wir nicht den Zuschlag zur LGS bekommen“, ist sich der Sozialdemokrat sicher.

Der Landkreis Holzminden habe sich nun dazu durchgerungen, Windkonzentrationszonen auszuweisen. Diese seien in Heyen, Halle, Hehlen, Ottenstein und Grünenplan vorgeschlagen worden und würden damit nicht im Einzugsbereich von Corvey liegen. Wittmann bedauerte in diesem Zusammenhang, „dass wir in Höxter einen ähnlichen Schritt noch nicht unternommen haben“. Die Bemühungen, einen entsprechenden Flächennutzungsplan zu schaffen, seien im vergangenen Jahr aufgegeben worden. Die SPD hätte sich bis zuletzt für eine Variante des Baus von Windkrafträdern eingesetzt, die moderat und nicht unmittelbar vor der Haustür Corveys, aber durchaus in der Sichtachse des Weltkulturerbes liegen könnten. In diesem Modell sei der Vorteil eingearbeitet, dass der Mindestabstand auf 1500 Meter zur Wohnbebauung festgelegt werden könnte. Damit würde dem Weltkulturerbe nicht geschadet. Stattdessen habe der Rat der Stadt Höxter im vergangenen Jahr mehrheitlich versucht, mithilfe einem Flächennutzungsplans „Fremdenverkehr“ sowie einer temporären Veränderungssperre geplante Windräder des Investors Maka bei Fürstenau zu verhindern. Die SPD halte die Schaffung von Windkonzentrationsflächen weiterhin für erforderlich. Claudia Koch habe Holzminden aufgefordert, auf den Bau von Windkrafträdern in der Sichtachse von Corvey zu verzichten und Sichtachsengebiete als „harte Tabuzonen“ auszuweisen. „Das explizite Ausweisen von harten Tabuzonen für Windenergie lehnen wir ab“, bekräftigte Wittmann.

Unsere Sicht

Baudezernentin Claudia Koch stellte fest: „Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Regionalen Raumordnungsprogramm können Stellungnahmen beim Landkreis Holzminden abgegeben werden. Wir haben unsere Sicht eingebracht. Für die Stadt Höxter sind insbesondere die Denkmalschutzbelange der ehemaligen Reichsabtei Corvey sowie des Weltkulturerbes Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey vorzubringen. Das war uns sehr wichtig.“ Die HFA-Mitglieder segneten die Stellungnahme der Verwaltung zum RROP mit Mehrheit ab.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7840625?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851039%2F
Trauer um 80.000 Corona-Tote
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) im Gespräch Gottesdienstbesuchern.
Nachrichten-Ticker