Vor einem Jahr sind Pläne für Atommülllager Würgassen bekannt geworden – Aktion am 7. März
Auto-Demo am KKW-Gelände

Beverungen-Würgassen (WB/rob) -

Vor gut einem Jahr ist die Bombe geplatzt. In einer Pressekonferenz in Würgassen sind die Pläne für ein Atommülllager am ehemaligen KKW-Standort öffentlich gemacht worden. „Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung plant den Bau eines Logistikzentrums für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Ab 2027 soll das Zentrum die passgenaue Belieferung des Endlagers Konrad nahe Salzgitter sicherstellen. Die BGZ wird die Bürgerinnen und Bürger am 18. März 2020 zu einer Informationsveranstaltung um 18 Uhr in die Stadthalle Beverungen einladen“, hieß es in der Medienerklärung.

Dienstag, 02.03.2021, 05:10 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 13:50 Uhr
Zu Demos ist es auch während der Corona-Zeit gekommen: hier der Autokorso auf der Weserbrücke Beverungen.
Zu Demos ist es auch während der Corona-Zeit gekommen: hier der Autokorso auf der Weserbrücke Beverungen. Foto: Dennis Pape

Und dann kamen Corona, eine erste Welle des Widerstandes gegen die Lagerpläne und die Bürgerinfo fiel aus. Die BI gegen die BGZ-Pläne hat am Jahrestag etwas geplant. Am 7. März jähre sich der Widerstand gegen das Vorhaben, das Dreiländereck NRW/Niedersachsen und Hessen zum zentralen Umschlagplatz für 90 Prozent des Atommülls aus ganz Deutschland zu machen, erinnert die BI. Über Jahrzehnte sollen 15.000 Atommüllgebinde mit einem Volumen von 60.000 Kubikmetern im kleinen Ort Würgassen an der Weser abgelegt werden. Insgesamt würden 303.000 Kubikmeter Atomschrott angefahren, sortiert und später zum Schacht Konrad bei Salzgitter abgefahren werden.

Starker Widerstand

BI-Vorsitzender Dirk Wilhelm: „Schnell entwickelte sich ein starker Widerstand gegen das Vorhaben. Dabei waren die letzten Monate vor allem von einer nie dagewesenen, partei-, stadt-, kreis- und länderübergreifenden Positionierung gegen das ZBL/LoK geprägt. Alle fünf umliegenden Landkreise in der Region um Beverungen-Würgassen, sowie etliche Kommunen sprachen sich in jeweils positionsgleichen Resolutionen, parteiübergreifend und einstimmig, gegen das ZBL aus.“ Und: Die Bezirksregierung Detmold habe später laut Wilhelm deutlich gemacht, dass das Vorhaben nicht mit dem Regionalplan konform und der von der BGZ eingereichte Widerspruch verfristet sei.

12.000 Menschen unterzeichneten bisher eine Petition gegen das Atomlager, etliche von Ihnen nahmen seit März 2020 an den von der BI organisierten Veranstaltungen gegen die „Mutter aller Zwischenlager“ teil.

Gemeinnützig

Inzwischen ist die Bürgerinitiative zum gemeinnützigen Verein herangewachsen. Dieser machte zuletzt durch ein Gegengutachten zur Standortauswahl auf sich aufmerksam. Aktuell wurde von den Mitgliedern, unter einer herausragenden Wahlbeteiligung und mit einem sehr deutlichen Votum, ein neuer Vorstand an die Spitze des Widerstands gewählt. Zukünftig wird dieser die Wirkung der erfolgreichen Vereinsarbeit über die Region hinaus ausbauen.

Zum Jahrestag des Widerstands, am Sonntag, 7. März, ruft der Verein ab 14 Uhr, direkt vor dem Haupttor des ehemaligen Kernkraftwerkes Würgassen zur Mahnwache auf. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, gemeinsam ein Zeichen aus der Region heraus in Richtung der Verantwortlichen im Umweltministerium in Berlin zu entsenden!

Auto-Demo

Coronabedingt ist die Aktion als „Auto-Demo“ geplant. Alle Teilnehmer werden gebeten, mit dem eigenen Auto anzureisen und vor Ort in den Fahrzeugen zu verbleiben. Durch Lichthupe, Blinker und Hupe können sich alle in die Aktion einbringen, während per Beschallungsanlage über Aktuelles informiert wird. Etwas „Schmuck“ am Auto können laut BI nicht schaden, weil viele Medien erwartet würden. Mit dem gelben W oder mit eigenen Schildern und Transparenten können alle Teilnehmer ihren Unmut Ausdruck verleihen. Auch Teilnahme mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist möglich. Hierbei muss eine FFP2-Maske getragen werden, erinnert die BI.

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