Do., 12.07.2018

Schadstoffhaltige Lüftungsrohre in Bördelandschule ausgetauscht – Eltern verunsichert Asbest: Schulgebäude gesperrt

Im Gebäude der bisherigen Bördelandschule in Borgentreich sind bei Sanierungsarbeiten asbesthaltige Lüftungsrohre ausgetauscht worden. Dabei wurde Staub aufgewirbelt. Nun befürchten Eltern, Asbestfasern könnten freigesetzt worden sein. Die Stadt hat das Gebäude daher vorübergehend gesperrt.

Im Gebäude der bisherigen Bördelandschule in Borgentreich sind bei Sanierungsarbeiten asbesthaltige Lüftungsrohre ausgetauscht worden. Dabei wurde Staub aufgewirbelt. Nun befürchten Eltern, Asbestfasern könnten freigesetzt worden sein. Die Stadt hat das Gebäude daher vorübergehend gesperrt. Foto: Ralf Benner

Von Ralf Benner

Borgentreich (WB). Im Gebäude der bisherigen Bördelandschule im Schulzentrum Borgentreich sind asbesthaltige Lüftungsrohre ausgetauscht worden. Eltern, Lehrer sowie Betreuer der Offenen Ganztagsschule (OGS) sind beunruhigt. Sie befürchten, dass bei den Arbeiten krebserregende Asbestfasern freigesetzt wurden. Die Stadt Borgentreich hat das Gebäude vorübergehend gesperrt.

»Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, Grund zur Beunruhigung besteht nicht«, sagt Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch. »Wir wollen besonnen mit der Thematik umgehen und nehmen die Sorgen der Bürger ernst«, erklärt Rauch im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Seit einigen Tagen wird das Gebäude, in dem früher zunächst die Hauptschule, später dann die Bördelandschule untergebracht war, von der Fachfirma Welling Bedachungen aus Natingen saniert. Die Aula im Erdgeschoss des Schulgebäudes, das in den 1960er-Jahren errichtet worden war, soll eine neue Decke bekommen. Im Zuge dieser Arbeiten waren nach Angaben des Bürgermeisters am vergangenen Freitag, 6. Juli, planmäßig auch die Lüftungsrohre, die sich unter der Decke befanden, ausgebaut worden.

Rohre enthalten wahrscheinlich Eternit

Diese alten Rohre enthalten nach den Worten von Arnold Welling, Inhaber der Firma Welling, mit großer Wahrscheinlichkeit Eternit (Faserzement), also fest in Zement eingebundenen Asbest. »In der Regel enthalten alle Rohre, die vor 1993 verbaut wurden, noch diesen Baustoff. Der ist an sich aber unbedenklich, so lange die Asbestfasern nicht freigesetzt werden«, erläutert der Experte.

»Die Rohre waren ineinandergesteckt unter der Decke montiert und seit etlichen Jahren schon nicht mehr in Betrieb«, ergänzt Bürgermeister Rainer Rauch. Nach seinen Worten zerschnitten Arbeiter der Firma Welling auf dem Schulhof zwei der besagten Rohre, damit diese besser in einen speziellen Transportbehälter für asbesthaltige Baustoffe passten. Dabei sei Hausstaub aufgewirbelt worden, der sich in den Rohren über die Jahre angesammelt habe.

Besorgte Eltern wenden sich an die Stadt

Daraufhin hätten sich besorgte Eltern bei der Stadt Borgentreich gemeldet, so das Stadtoberhaupt. Sie befürchteten, dass durch den Staub Asbest in die Luft gelangt sein könnte. Sie wollten wissen, wie groß die Gefährdung ihrer Kinder sei und wie die Stadt nun weiter vorgehen wolle. »Es gibt keine Panik, aber Informationsbedarf«, sagt der Bürgermeister.

Die Rohre seien fachgerecht mit einem Spezialwerkzeug für asbesthaltige Stoffe zerschnitten worden, dabei würden keine Asbestfasern freigesetzt, schildert Anton Welling das Vorgehen seiner Mitarbeiter. Seine Firma verfüge zudem über einen Sachkundenachweis im Umgang mit Asbest. »Es war nur ganz normaler Hausstaub, der dabei hochgewirbelt wurde«, bekräftigt Welling.

Messungen sollen Klarheit geben

Um die Bürger zu beruhigen, will die Orgelstadt nun nach Absprache mit der Kreisgesundheitsbehörde zeitnah, möglichst noch in der kommenden Woche, einen Gutachter des TÜV Nord damit beauftragen, die Belastung in den Räumen des Gebäudes zu messen. »Ich gehe fest davon aus, dass das Gutachten zu dem Ergebnis kommen wird, dass kein Asbest in die Raumluft gelangt ist«, so Rauch.

Bis die Ergebnisse dieser Luftmessung vorliegen – voraussichtlich erst in einigen Wochen – ist das Schulgebäude vorübergehend gesperrt. Betroffen davon sind nach Angaben von Schulamtsleiter Rolf Husemann 36 Grundschüler der OGS, die in der früheren Bördelandschule betreut werden. Sie werden vorübergehend in Mensa-Räumen untergebracht. Auch 50 Schüler des Teilstandortes Borgentreich der Sekundarschule Warburg, die noch im Gebäude unterrichtet werden, müssen nach seinen Worten bis zu den Sommerferien in andere Gebäude des Schulzentrums ausweichen.

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