Sa., 02.02.2019

Großeinsatz in Borgentreich-Körbecke: 87 Einsatzkräfte rücken zu Unternehmen aus Gelagertes Holz brennt stundenlang

Die Rauchsäule über Körbecke war auch bei Nacht schon von weitem zu sehen. Nur mit schwerem Atemschutz und sehr vorsichtig konnten die Feuerwehrleute gegen den Brand vorgehen.

Die Rauchsäule über Körbecke war auch bei Nacht schon von weitem zu sehen. Nur mit schwerem Atemschutz und sehr vorsichtig konnten die Feuerwehrleute gegen den Brand vorgehen. Foto: Daniel Lüns

Von Daniel Lüns

Borgentreich (WB). Ein Großeinsatz in Borgentreich-Körbecke hat die Feuerwehr in der Nacht zu Samstag beschäftigt. In der Straße Im Tirol brannte es in der Lagerhalle eines holzverarbeitenden Unternehmens. 87 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, waren vor Ort. Verletzt wurde niemand.

In der Halle lagerte Holz in Form von Spänen und Paletten. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatte es dort bereits am Freitagnachmittag gebrannt. Ein technischer Defekt an einer Arbeitsmaschine hatte das Feuer ausgelöst. Johannes Götte, der Besitzer des Unternehmens, konnte die Maschine aus der Halle holen und den Brand selbst löschen.

Polizei schätzt Schaden auf 50.000 Euro

Vermutlich hatten sich die Späne jedoch wieder entzündet, erklärt die Polizei weiter. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf andere Gebäude des Unternehmens übergriff. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 50.000 Euro. Die Rauchsäule über Körbecke war auch bei Nacht schon von weitem zu sehen.

Nach Angaben der Feuerwehr brannte in der Nacht an der nordöstlichen Seite des Gebäudes etwa ein Drittel des eingelagerten Holzes. Götte hatte diesen zweiten Brand um 0.17 Uhr selbst bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Daraufhin rückten der Löschzug Borgentreich und die Löschgruppen aus Körbecke, Rösebeck, Bühne, Borgholz und Lütgeneder an. Der Löschzug Warburg brachte seine Drehleiter und sein Tanklöschfahrzeug mit. Auch Kräfte der Feuerwehr Höxter eilten nach Körbecke.

Fachmann schaltet Fotovoltaik-Anlage ab

Elmar Nolte, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Borgentreich, leitete den Einsatz. Dabei wurde er unter anderem auch von Udo Hillebrand, ebenfalls stellvertretender Leiter der Feuerwehr Borgentreich, unterstützt. Das Feuer war sehr schwer zu löschen, erklärte Hillebrand: »Das Holz ist bis zu einer Höhe von etwa vier Metern bis unters Dach gestapelt. Das Dach ist trotz der großen Hitze intakt. Daher kommen wir nicht richtig an den Brand heran.«

Zudem ist auf dem Dach des Gebäudes eine Fotovoltaik-Anlage installiert. »Einer unserer Feuerwehrleute ist ein Fachmann eines örtlichen Stromversorgers«, erklärt Hillebrand. »Er hat die Anlage stromlos geschaltet.« Danach konnten die Feuerwehrleute langsam und unter Atemschutz in die Lagerhalle vordringen.

Feuerwehr zapft Zisterne und Vombach an

Um genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben, zapfte die Feuerwehr neben dem Hydrantennetz eine Zisterne des Unternehmens an. Zusätzlich pumpten die Helfer an zwei Stellen Wasser aus dem Vombach ab. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die Ortsdurchfahrt gesperrt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt streute die Feuerwehr an der Einsatzstelle Salz aus.

Nachdem die Brandstelle unter Kontrolle war, wurden schließlich zwei Gabelstapler eingesetzt, die zum Unternehmen gehörten. Die Feuerwehrleute fuhren gestapelte Holzscheite und Paletten nach und nach auf den Vorplatz der Halle. Dort wurde das Material abgelöscht. Johannes Götte packte dabei tatkräftig mit an und steuerte selbst einen der Gabelstapler.

Betrieb öffnet am Montag wieder

Weitere Feuerwehrleute waren derweil damit beschäftigt, einen Spänebunker zu leeren und dort nach Glutnestern zu suchen. Diese langwierige, mühsame Arbeit zog sich bis in den frühen Morgen. Um 6.15 Uhr rückten die Einsatzkräfte wieder ab. Die Löschgruppe Körbecke blieb jedoch noch als Brandwache an der Einsatzstelle. Noch länger, nämlich bis etwa 13 Uhr, war Firmenchef Johannes Götte vor Ort. Mit Mitarbeitern räumte er die Brandstelle auf.

Trotz des Großeinsatzes in seinem Unternehmen war er Tags darauf wieder frohen Mutes. »Die Feuerwehr war sofort da. Weil das Feuer daher nicht in den Rest der Halle gezogen ist, ist unser Betriebsablauf nicht beeinträchtigt. Sonst wäre es bei uns zusammengebrochen«, erklärt er am Sonntag. »Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten. Am Montagmorgen, 6 Uhr, geht es bei uns ganz normal weiter. Ich habe noch genug Holz eingelagert. Und was verbrannt ist, das wird nun nachgeordert.«

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