Do., 27.06.2019

CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase aus dem Kreis Höxter reagiert auf Verhaftung in Borgentreich Haase: »Solche Leute isolieren sich in den Orten«

Haus von Elmar J. Das Wohnhaus mit vier Parteien ist Anbau einer leerstehenden Gaststätte in der Ortsmitte von Natzungen.

Haus von Elmar J. Das Wohnhaus mit vier Parteien ist Anbau einer leerstehenden Gaststätte in der Ortsmitte von Natzungen. Foto: Ralf Benner

Höxter/Borgentreich/Karlsruhe (WB/as). Im Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde ein Mann aus Borgentreich festgenommen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase aus dem Kreis Höxter hat am Donnerstag schockiert auf die Nachricht aus seinem Wahlkreis reagiert.

Christian Haase Foto: Bernhardt Link

»Die Reichsbürger-Szene ist im Kreis Höxter nicht unbekannt, aber diese Person hat nach bisherigen Erkenntnissen nichts mit den Reichsbürgern zu tun. Mir war bislang von dem Mann aus Natzungen nichts bekannt. Solche Leute isolieren sich in den Orten, die knüpfen keine Verbindungen zur Dorfgemeinschaft. Die gehen nicht zu Schützenfesten oder zur DLRG. Deswegen darf man in solchen Fällen keine Rückschlüsse auf die betroffenen Orte ziehen, da leben ja keine Rechtsextremen«, sagte Christian Haase dem WESTFALEN-BLATT.

Während seiner Zeit als Bürgermeister von Beverungen hat Haase Erfahrungen mit Reichsbürgern gemacht. Sein Eindruck: »Die gehören mehrheitlich zur rechtsradikalen Szene. Und das Verhältnis von Reichsbürgern zu Waffen ist brisant. Bei Reichsbürgern ist die Schwelle zur Gewaltanwendung niedrig.«

Haase fordert mehr soziale Kontrolle im ländlichen Raum: »Wenn Leute in Dörfer zuziehen und sich zum Beispiel auf Außenliegerhöfen absondern, sollte man aufmerksamer sein als bislang.«

Kommentare

Natürlich sucht man jetzt Erklärungen, warum und wieso "einer von ihnen" dazugehört. Am einfachsten ist da die Erklärung der selbstgewählten Isolation und der "Zugezogenen, sie sich nicht einbringen" Die Kehrseite ist da die indirekte Aufforderung, jeden unter Generalverdacht zu stellen, der sich eben nicht anpasst, der eben nicht auf Schützenfeste geht um an der Dorfgemeinschaft teilzuhaben (oder eben an der Samstag-Abend Druckbetankung) und vor allem jeden, der einfach nur seine Ruhe haben will. Das alles hat aber mit einer wie auch immer gearteten politischen Gesinnung einfach mal garnichts zu tun. Meiner Erfahrung nach, ist eine gewisse latent rechte Gesinnung aber nicht erst heute in der Mitte der Bevölkerung angekommen, sondern wäre durchaus auch vor 10 Jahren zu beobachten gewesen, wenn es nicht viel bequemer gewesen wäre wegzuschauen. Denn selbst so manche vorschnelle Äußerung hat mit Extremismus noch lange nichts zu tun... eher mit dem Wunsch nach besserer staatlicher Kontrolle in gewissen Bevölkerungsgruppen was solche Problembereiche wie z.B. Sozialbetrug,Asylbetrug,Kriminalität angeht.

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