Fr., 16.08.2019

Stadtverwaltung blickt auf Projektgeschichte zurück – Ministerin kommt zum Festakt Renaturierung der Eder ist fast fertig

Viel Platz, viele Kurven: So sieht das Flussbett der Eder nach der ­Renaturierung aus. Jetzt kann das Wasser auch bei starkem Regen oder Schneeschmelze gut abfließen. Überflutungen sollen so künftig vermieden werden.

Viel Platz, viele Kurven: So sieht das Flussbett der Eder nach der ­Renaturierung aus. Jetzt kann das Wasser auch bei starkem Regen oder Schneeschmelze gut abfließen. Überflutungen sollen so künftig vermieden werden. Foto: Stadt Borgentreich

Von Daniel Lüns

Borgentreich (WB). Die Renaturierung der Eder ist so gut wie abgeschlossen. Rainer Rauch, Bürgermeister der Stadt Borgentreich, und Torsten Rottkamp, Technische Leitung Bauamt, blickten nun auf die langjährige Geschichte der Maßnahme zurück.

Im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens Borgentreich-Großeneder wurde die Eder östlich von Großeneder auf einer Strecke von 2,2 Kilometern renaturiert. Die Eder wurde dabei in ihr ursprüngliches Bett verlegt. Zudem entstand eine sogenannte Sekundäraue. Diese soll unter anderem als Überflutungsraum dienen und die umgebenden landwirtschaftlichen Flächen vor Hochwasser schützen.

»Das ist ein besonderes Projekt«, sagt Rauch. Das werde auch mit Blick auf den zeitlichen Ablauf deutlich. Denn die ersten Informationsgespräche zur Renaturierung beim Dezernat 33 (Ländliche Entwicklung und Bodenordnung) der Bezirksregierung Detmold seien bereits 2010 geführt worden. Durch aufwendige Abstimmungs- und Genehmigungsverfahren habe die Maßnahme dann 2018 beginnen können.

45.700 Kubikmeter Boden für neue Sekundäraue

1850 Meter Baustraßen seien gebaut worden. 45.700 Kubikmeter Boden seien für die neue Sekundäraue ausgehoben worden. 8000 Kubikmeter davon wurden zum Verfüllen des alten Ederlaufes genutzt. 37.700 Kubikmeter wiederum wurden auf ausgesuchte Ackerflächen aufgebracht – mittels 5350 Kipperfahrten.

Eine 80 prozentige Förderquote – das sind Mittel in Höhe von 1,178 Millionen Euro – wurden für das Projekt bewilligt. Bisher belaufen sich die Gesamtkosten aber »nur« auf etwa 950.000 Euro. »Uns liegen noch nicht alle Rechnungen vor«, sagt Torsten Rottkamp. Aber fest stehe bereits: Das Projekt werde günstiger als gedacht.

Und zwar vor allem wegen des heißen Jahres 2018. Dadurch sei zum Beispiel der Bodenaushub direkt auf die Felder gebracht worden – wäre die Erde sehr feucht gewesen, hätte man sie zunächst auf eine Miste bringen und dort zwischenlagern müssen.

Auch die Kooperation aller Beteiligten habe diesen Erfolg ermöglicht, betont Rauch: »Die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung und den Landwirten vor Ort war wirklich top.« Am 29. August werde die Renaturierung der Eder nun offiziell abgeschlossen. Zu dem Festakt wird auch Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser erwartet.

Flächen sollen sich selbst überlassen werden

Und wie geht es dann weiter? »Die Flächen sollen sich selbst überlassen werden. Aber wir werden sie beobachten. Das ist ja auch für uns Neuland«, sagt Rottkamp. Von der positiven Wirkung der Renaturierung ist Bürgermeister Rainer Rauch aber bereits überzeugt. »Ich habe die Maßnahme anfangs durchaus kritisch gesehen. Aber als es neulich stark geregnet hat, habe ich mir die Situation vor Ort einmal angesehen«, erklärt er. Der Abtransport des Wassers habe dank das viel breiteren Flussbettes gut funktioniert. »Auch aus Sicht der Natur ist dort ein tolles Projekt entstanden.«

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