Do., 22.08.2019

Ermittlungen im Fall Lübcke: Beamte durchkämmen zwei Wälder in Borgentreich Polizei sucht nach Waffenverstecken

Walter Lübcke wurde am 2. Juni ermordet.

Walter Lübcke wurde am 2. Juni ermordet. Foto: dpa

Von Ralf Benner

Borgentreich (WB). Die Polizei hat am Donnerstag zwei Wälder in der Nähe der Borgentreicher Ortschaft Natzungen durchkämmt. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES waren sie auf der Suche nach Waffenverstecken im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Die Suche soll jedoch nicht zu verwertbaren Ergebnissen geführt haben.

»Es war ein Vielzahl von Beamten vor Ort, auch Polizeihunde waren dabei«, bestätigt Benedikt Dierkes, Ortsvorsteher von Natzungen, auf Nachfrage. Auch technisches Gerät sei zum Einsatz gekommen. Nach seinen Angaben haben die Einsatzkräfte zunächst eine Fläche an einer alten Bahnstrecke in Richtung Borgen­treich durchkämmt, anschließend ein Waldgebiet zwischen Natzungen und Brakel-Frohnhausen. »Ich habe die Polizeiaktion bei Frohnhausen von meinem Trecker aus beobachten können«, berichtet der Landwirt, der dort am Nachmittag auf einem Feld gearbeitet hatte.

»In welchem konkreten Zusammenhang die Polizeiaktion steht, wollte mir keiner von den Polizisten vor Ort sagen. Zuständig für Auskünfte sei das Landeskriminalamt in Düsseldorf, wurde mir erzählt«, sagt Benedikt. Am späten Nachmittag sei der Einsatz beendet worden. »Etwa gegen 17 Uhr haben die Beamten ihre Sachen zusammengepackt«, schildert er.

Bereits im Juni hatte es einen SEK-Einsatz im Gebäude einer leerstehenden Gaststätte in der Ortsmitte von Natzungen gegeben, in dem Elmar J. lebte. Der 64-Jährige war bei dem Einsatz des SEK Hessen in Haft genommen worden. Ihm und Markus H. wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

Die beiden sollen dem mutmaßlichen Täter Stephan E. die spätere Tatwaffe besorgt und verkauft haben. Seinen Lebensunterhalt soll Elmar J. sich als Händler von Antiquitäten und Motorradteilen auf Trödelmärkten verdient haben, berichten Nachbarn. Ein Mann, der nun im Verdacht steht, einem rechtsextremen mutmaßlichen Attentäter eine Faustfeuerwaffe Kaliber 38 verkauft zu haben.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Polizei im Zusammenhang mit dem Mordfall weit mehr Waffen entdeckt hat als bislang vermutet. Bei den drei Beschuldigten seien 46 Schusswaffen gefunden worden.

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