Verdächtiger aus Borgentreich war dem Verfassungsschutz nicht bekannt
Lübcke-Mord: Hinweise auf rechte Gesinnung bei Waffenverkäufer

Berlin/Borgentreich (dpa). Auch bei dem dritten Verdächtigen im Mordfall Lübcke haben die Ermittler Hinweise auf eine rechte Gesinnung. Elmar J. aus Borgentreich, der dem Hauptverdächtigen Stephan E. die Tatwaffe verkauft haben soll, solle aber nicht durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen sein.

Mittwoch, 25.09.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 17:28 Uhr
Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei »Die Rechte« lassen bei einer Demonstration. Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es jetzt Hinweise auf eine rechte Gesinnung bei Elmar J. aus Borgentreich, der dem damaligen mutmaßlichen Attentäter die Tatwaffe verkauft haben soll. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archiv
Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei »Die Rechte« lassen bei einer Demonstration. Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es jetzt Hinweise auf eine rechte Gesinnung bei Elmar J. aus Borgentreich, der dem damaligen mutmaßlichen Attentäter die Tatwaffe verkauft haben soll. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archiv

Das erfuhren die Mitglieder des Innenausschusses des Bundestages am Mittwoch nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Abgeordneter von einem Vertreter der Bundesanwaltschaft. Auch dem Verfassungsschutz war der Trödler, der auch mit Waffen gehandelt haben soll, wohl nicht bekannt.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war am 2. Juni auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen.

Drei Verdächtige sitzen derzeit in Untersuchungshaft

Außer ihm und Elmar J. sitzt noch ein dritter Mann in Untersuchungshaft. Der Verdacht gegen Elmar J. und Markus H. lautet auf Beihilfe zum Mord.

Markus H. soll den Kauf der Pistole vermittelt haben. Er war 2009 gemeinsam mit Stephan E. und anderen Rechtsextremisten in Dortmund. Damals hatten rund 400 Neonazis eine Demonstration von Gewerkschaftern attackiert.

Stephan E. und Markus H. waren zusammen auch bei einer Bürgerversammlung im hessischen Lohfelden im Oktober 2015, wo über eine geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber diskutiert wurde. Dort hatte der CDU-Politiker Lübcke damals auf aggressive Zwischenrufe mit dem Satz reagiert: »Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist, das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.« Daraufhin hagelte es Buh-Rufe und Beschimpfungen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6957925?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851042%2F
Rentner schießt auf Nachbarn
Justizbeamte brachten den gehbehinderten Angeklagten von der Pflegeabteilung der Justizvollzugsanstalt Hövelhof zum Landgericht nach Detmold, wo sich der 76-Jährige am Montag verantworten musste. Foto: Althoff
Nachrichten-Ticker