Do., 26.09.2019

Borgentreicher Stadtverwaltung lässt Gutachten aus Kassel überprüfen Ärger um Windkraftlärm

Der Windpark Trendelburg mit sieben Anlagen ist im Juli 2018 ans Netz gegangen. Nun regt sich Widerstand in Bühne, Muddenhagen und Manrode gegen den Betrieb. Die Turbinen seien einfach zu laut, klagen zahlreiche Bürger.

Der Windpark Trendelburg mit sieben Anlagen ist im Juli 2018 ans Netz gegangen. Nun regt sich Widerstand in Bühne, Muddenhagen und Manrode gegen den Betrieb. Die Turbinen seien einfach zu laut, klagen zahlreiche Bürger. Foto: VSB

Von Jürgen Vahle

Borgentreich (WB). Bürger aus Manrode, Muddenhagen und Bühne sind sauer. Der Windpark im benachbarten Trendelburg sei zu laut und überschreite zulässige Grenzwerte. Die Borgentreicher Verwaltung nimmt die Beschwerden ernst – und hat beim Regierungspräsidium Kassel das Lärmschutzgutachten für den Windpark angefordert. Das ist nun da – und wirft Fragen auf.

Wie Elvira Tewes vom Bauamt der Stadt Borgentreich am Dienstag im Rat erläuterte, sei in dem Gutachten aus Hessen, das auch Grundlage der Genehmigung war, ganz offenbar an einigen Stellen die Trennung zwischen reinen Wohn- und Mischgebieten in den Orten nicht sauber berücksichtigt worden.

Bürgermeister will Diskrepanzen klären

Allerdings gelten für unterschiedliche Gebietsformen auch unterschiedliche Richtwerte. Und diese Richtwerte werden nach einer ersten Bewertung der Stadtverwaltung nicht überall eingehalten.

Beschwerden hatte es aus allen drei Ortsteilen gegeben – besonders aber aus der Schulstraße in Manrode. »Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern in den drei Orten. Wir müssen die Diskrepanzen klären«, sagte Bürgermeister Rainer Rauch.

Verwaltung beauftragt weiteren Gutachter

Die Borgentreicher Verwaltung will nun einen weiteren Gutachter beauftragen, die Papiere aus Nordhessen noch einmal zu bewerten. Da dies ein Geschäft der laufenden Verwaltung ist, wurde das Vorhaben dem Rat nur zur Kenntnis gegeben.

CDU-Fraktionschef kritisiert schlechte Zusammenarbeit

Für CDU-Fraktionschef Alexander Otto steht fest, dass die länderübergreifende Zusammenarbeit in diesem Fall nicht gut gelaufen sei. Allein die lange Zeit, die die Borgentreicher Verwaltung auf das Schallschutzgutachten gewartet habe, sei nicht akzeptabel.

Der im Juli 2018 eröffnete Windpark Trendelburg besteht aus sieben Windenergieanlagen, die auf Staatswaldflächen des Forstamtes Reinhardshagen errichtet wurden.

Es sind Anlagen des Typs Nordex N131 mit einer Nabenhöhe von 134 Metern. Zusammen mit den Rotorblättern erreichen sie eine Höhe von 199 Metern.

Die Anlagen liefern nach Angaben des Betreibers »VSB Neue Energien Deutschland« mit Hauptsitz in Dresden Strom für 31.500 Menschen.

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