Do., 14.11.2019

500 Euro für Hinweise – In Borgentreich stirbt ein Hund Giftköder: Peta zahlt Belohnung

Symbolbild: Ausgelegte Giftköder können für Tiere sehr verführerisch sein – und lebensgefährlich. Dieses Symbolfoto zeigt einen Hund, der auf eine ausgelegte Wurstscheibe aufmerksam geworden ist, in der Tabletten versteckt wurden.

Symbolbild: Ausgelegte Giftköder können für Tiere sehr verführerisch sein – und lebensgefährlich. Dieses Symbolfoto zeigt einen Hund, der auf eine ausgelegte Wurstscheibe aufmerksam geworden ist, in der Tabletten versteckt wurden. Foto: Peta

Von Daniel Lüns

Borgentreich (WB). Ausgelegte Giftköder verunsichern Hundebesitzer in der Region. Die Organisation Peta setzt eine Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. In Borgentreich ist ein Hund offenbar durch die Köder gestorben.

Im Oktober hatte das Ordnungsamt der Stadt Borgentreich darauf hingewiesen, dass an der Landesstraße 763 zwischen Borgentreich und Eissen, im Bereich der Eggel Richtung Liebestal, Giftköder ausgelegt wurden. Auf der Internetseite der Stadt wurde davor gewarnt. Hundebesitzer wurden zudem gebeten, dort ihre Tiere anzuleinen. Nach Informationen auf der Homepage der Stadt hatten Zeugen Brot mit einer violetten Verfärbung gefunden.

Ein zweites Tier konnte gerettet werden

Dennoch fraßen zwei Vierbeiner die Köder. »Ein Hund starb. Da kam jede Hilfe zu spät«, erklärt Rolf Husemann, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Borgentreich. Der Fall wurde bei der Polizei angezeigt. Ein weiterer Hund, der Köder gefressen hatte, habe gerettet werden können. Die beiden Tiere hätten offenbar Rattengift gefressen, das in Fleisch eingearbeitet worden war. »Das wirkt zeitverzögert«, sagt Husemann.

Ordnungsamt und Polizei seien an der Eggel mehrfach Streife gegangen – ohne Erfolg. Zudem habe es aus der Bevölkerung heraus keine Hinweise auf einen möglichen Täter gegeben. »Und seit Ende Oktober ist Ruhe. Seitdem wurden keine Köder mehr gemeldet. Darüber sind wir heilfroh«, sagt Husemann.

Ähnliche Fälle aus Liebenau gemeldet

Der Ordnungsamtleiter kann nicht verstehen, wieso jemand die Köder ausgelegt hat, »zumal es sich ja um einen Bereich handelt, in dem keine Belästigungen durch Hunde entstanden sein können«. Dort gebe es keine direkten Anwohner, nur entfernte Höfe.

Zwei weitere Fälle von präparierten Ködern hat es im benachbarten Hessen gegeben. In Hofgeismar war offenbar ein mit Nägeln gespicktes Fleischstück ausgelegt worden. Ein Hund hatte es gefressen und wieder ausgepuckt. Ein sofort aufgesuchter Tierarzt fand keinen Hinweis auf Verletzungen oder Vergiftungen. Die Halterin erstattete Anzeige.

»Weiterhin wurde den Beamten ein gleichgelagerter Fall in Liebenau-Niedermeiser bekannt«, erklärt das Polizeipräsidium Nordhessen in einer Pressemitteilung. »Da nicht auszuschließen ist, dass weitere derartige Köder in Hofgeismar oder Liebenau auftauchen, möchte die Polizei Tierhalter entsprechend sensibilisieren und sucht Zeugen, die möglicherweise verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.«

Polizei in Nordhessen hofft auf Hinweise

»Um die Vorfälle aufzuklären, setzt Peta nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die den Tierquäler überführen, aus«, teilt die Organisation in einer Pressemitteilung zu den Fällen in Hofgeismar und Liebenau mit. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden (Polizeistation Hofgeismar, Telefon 05671/99280, oder Polizei Kassel, Telefon 0561/9100) oder sich telefonisch unter 0711/8605910 oder per E-Mail bei Peta zu melden – auch anonym. Funde in Borgentreich können dem Ordnungsamt gemeldet werden unter Telefon 05643/809321.

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