Kooperationsvereinbarungen zwischen Sekundarschule und Borgentreicher Firmen
Einblicke ins Berufsleben gewinnen

Borgentreich (WB/auwi). „Es ist wichtig für den Standort Borgentreich und die heimischen Firmen, dass wir die jungen Leute nach der Schule hier in der Stadt behalten.“ Das sagte Christoph Derenthal, Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Rainer Rauch, bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen zwischen der Sekundarschule Warburg, Teilstandort Borgentreich, und den Firmen Möbelwerke Decker und Scheideler Stanz- und Biegetechnik.

Samstag, 25.01.2020, 11:06 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 11:20 Uhr
Robert Behnke, an der Sekundarschule in Borgentreich für die Berufsorientierung zuständig, erläutert im Werkraum die Vorgehensweise der Projektgruppe bei den Holzarbeiten mit der Firma Möbelwerke Decker. Foto: August Wilhelms
Robert Behnke, an der Sekundarschule in Borgentreich für die Berufsorientierung zuständig, erläutert im Werkraum die Vorgehensweise der Projektgruppe bei den Holzarbeiten mit der Firma Möbelwerke Decker. Foto: August Wilhelms

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) begrüßt und unterstützt diese Zusammenarbeit. IHK-Geschäftsführer Jürgen Behlke überreichte entsprechende Urkunden an Schulleiterin Claudia Güthoff und die Vertreter der Firmen.

Claudia Güthoff hatte bei ihrer Begrüßung den Anlass für diese Kooperation mit den Fragen „Wie kriegen wir die jungen Menschen dazu, über Handwerk nachzudenken? Womit müssen wir arbeiten, damit Schüler aufs Handwerk vorbereitet sind?“ skizziert.

Die Schüler Mellissa Massold, Franziska Wolf, Nick Kaiser und Felix Wrede haben bereits mit weiteren Jungen und Mädchen an einem gemeinsamen Projekt mit der Firma Decker teilgenommen. Hierzu war auch Ausbildungsleiter Peter Hagemann in den Werkraum der Schule gekommen.

Gemeinsame Projekte

„Wir haben Vogelhäuschen und Werkzeugkisten gebaut. Daran haben wir in einem Monat jeweils einmal in der Woche gearbeitet“, berichtet Nick Kaiser aus der Klasse 9 g. Und die 15-jährige Mellissa Massold aus derselben Klasse ergänzt, dass mit der Firma Scheideler auch ein Projekt geplant sei. „Das ist mal was ganz anderes als normaler Technik-Unterricht.“

Gemeinsam mit dem für die Berufsorientierung an der Schule zuständigen Lehrer Robert Behnke erklärte der 16-jährige Nick Kaiser den Anwesenden, wie sie bei der Herstellung der Arbeiten nach Zeichnung vorgegangen sind.

„Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat es Spaß gemacht“, erinnert sich Robert Behnke, der auch Standortleiter der Schule ist. Dabei stellte er den Werk- sowie den Maschinenraum der Schule vor, die allerdings noch erweitert werden müssten, so sein Anliegen.

239 Kooperationen in OWL

Wie IHK-Geschäftsführer Jürgen Behlke mitteilt, hat die IHK seit 2002 bereits 239 dieser Kooperationen in OWL, davon 111 im Hochstift, vermittelt und unterstützt. Behlke nutzte die gute Gelegenheit und den Anlass, um die Ziele des Projekts „Kooperation IHK-Schule-Wirtschaft“ vorzustellen. Den Schülern solle damit im Rahmen der Berufsorientierung in erster Linie ein qualifizierter Einblick in die regionale Arbeitswelt ermöglicht werden.

„Darüber hinaus möchten wir unseren Mitgliedsbetrieben dabei helfen, über einen regelmäßigen Informationsaustausch die Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte sicherzustellen“, erläutert er. „Unser Ziel ist es auch, allen allgemeinbildenden Schulen in OWL einen Kooperationspartner zu vermitteln. Das hilft, die Ausbildungsreife unserer Schulabgänger zu sichern und gegenseitiges Vertrauen zu fördern.“

Markus Franke, kaufmännischer Leiter der Möbelwerke Decker, erklärte: „Wir als Möbelwerke sind seit über 100 Jahren tief im Kreis Höxter verwurzelt. Unsere Mitarbeiter zeichnen sich durch langjährige Zugehörigkeit und Verbundenheit zum Unternehmen sowie durch eine hohe Qualifikation aus. Wir sind weiterhin bestrebt, unseren Fachkräftenachwuchs aus der Region zu rekrutieren. Um geeigneten Nachwuchs zu finden, ist es wichtig, den Kontakt mit jungen Menschen schon in der Schule zu suchen.“

Firmen suchen Nachwuchs

Der Ausbildungsleiter der Firma Scheideler, Uwe Vonde, unterstrich die Nachwuchssorgen. „Wir müssen uns neuen Herausforderungen stellen und bei der Beschaffung potenzieller Arbeitskräfte neue Wege gehen. Die Kooperation ist eine dieser Möglichkeiten, die wir konsequent verfolgen möchten“, sagt er.

Für Schulleiterin Claudia Güthoff ist die Kooperation ein neuer Impuls im Prozess der Berufsorientierung, um so den Übergang von der Schule in das Berufsleben zu erleichtern: „Es ist unser Ziel, die Jugendlichen gut auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten.“

Christoph Derenthal, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, zeigte sich sehr erfreut über die nun unterzeichnete Vereinbarung. „Die Schüler können erste Einblicke in die Berufe erhalten. Sicherlich dient der Erstkontakt mit den beiden heimischen Betrieben auch dem Abbau von Hemmnissen mit externen Ansprechpartnern“, sagt er. Zu diesem Schluss kommt auch die Schülerin Franziska Wolf. „Es ist einfacher, wenn man schon mal Kontakt mit der Firma hatte“, ist sie sich sicher.

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