2019 verstorbener Ortsvorsteher wird in Borgentreich-Großeneder gewürdigt
Weg zu Ehren von Hubertus Nolte

Borgentreich (WB/kt). Zu einer ungewöhnlichen Ortsbeiratssitzung mit Gästen hatte Ortsvorsteherin Maria Hördemann (CDU) am vergangenen Wochenende an den Weg zur Eder östlich von Borgentreich-Großeneder eingeladen. Anlass war die Benennung der kleinen Straße in Hubertus-Nolte-Weg.

Montag, 08.06.2020, 19:00 Uhr
Bei einem kleinen Festakt wurde der „Hubertus-Nolte-Weg“ benannt: (von links) Rainer Rauch (Bürgermeister), Markus Kröger, (Schützenverein),Frank Peine (Feuerwehr), Michael Meier (Spielmannszug), Konrad Thiele (Ortsheimatpfleger), Maria Hördemann (Ortsvorsteherin), Burkard Hördemann (Schützenverein), Ulrike Nolte und Franz Engemann (Teilnehmergemeinschaft)

Der ehemalige Ortsvorsteher Hubertus Nolte, der im vergangenen Jahr viel zu früh verstorben ist, hatte sich seit Beginn der Planungen der Flurbereinigung 2011 und der daraus resultierenden Renaturierung der Eder dafür eingesetzt, dass nicht nur die Landwirtschaft davon profitiert, sondern dass der Naherholungsaspekt für die Bevölkerung Großeneders integriert wurde.

Natur lag ihm sehr am Herzen

Als Landwirt lag ihm die Natur sehr am Herzen, auch in seinem Zweitberuf als Steuerfachwirt sah er deutlich, wie wichtig in heutiger Zeit die Bewegung im Freien als Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch ist.

Der Treffpunkt für den kleinen Festakt unter Einhaltung aller Corona-Schutzregeln war am Beginn des neuen Wanderweges. Dort hatte die Renaturierung der Eder begonnen, dort wurde auch die so genannte Sekundäraue angelegt.

Für die Großenederer bringe dieser Weg einen hohen Mehrwert an Lebensqualität, hieß es während der Feierstunde. Seit Abschluss der Renaturierung nutzten viele Menschen die Möglichkeit eines Spazierganges entlang der Eder, es sei ein regelrechter Besuchermagnet geworden.

Breiter Blühstreifen setzt zusätzlichen Akzent

Einige Landwirte, in diesem Jahr Franz Engemann und andere, hätten mit der Einsaat eines breiten Blühstreifens entlang des Weges einen zusätzlichen Akzent gesetzt. Auch die aktiven Rentner um Reinhard Wieners seien immer bereit, Verbesserungen und Verschönerungen ins Ortsbild zu bringen und hätten ebenfalls an der Eder Hand angelegt. Der Schützenverein, allen voran der amtierende Schützenkönig Andreas Flügel, habe dort zudem eine Königslinde gepflanzt.

Ein besonderes Wort richtete die Ortsvorsteherin an Ulrike Nolte, Ehefrau des verstorbenen Ortsvorstehers: „Ihr Ehemann hat dazu beigetragen, dass Großen­eder ein besonderes Stück lebenswerter geworden ist. Sozusagen vor unserer Haustür haben wir durch seinen Einsatz ein begehbares Biotop zur Verfügung, das sich immer wieder im Laufe der Jahreszeiten verändert und dadurch deutlich interessant und anziehend bleibt.“

Ein ehrendes und bleibendes Gedenken gegeben

Hubertus Nolte konnte all das nicht mehr erleben, da er im April des vergangenen Jahres aufgrund einer schweren Krankheit verstorben war. Heute nun, so Maria Hördemann weiter, wolle ihm das Dorf durch die Benennung der Strecke in „Hubertus-Nolte-Weg“ ein ehrendes und bleibendes Gedenken gegeben. Hubertus Nolte, so schloss die Ortsvorsteherin, bleibe allen in bester Erinnerung.

In einem Grußwort im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Borgentreich gab Bürgermeister Rainer Rauch ebenfalls seiner Freude Ausdruck und ließ kurz die Stolpersteine der Renaturierung und Flurbereinigung Revue passieren. Zugleich gab er auch zu, dass er zunächst sehr kritisch eingestellt war, aber nicht zuletzt durch Hubertus Nolte schnell erkannt habe, wie wertvoll die Renaturierung für Mensch und Natur ist. Er dankte auch den Landwirten, die durch den Verzicht von etwa vier Hektar bester Ackerfläche dazu beigetragen haben, dieses Projekt zu verwirklichen.

Ulrike Nolte bedankte sich bei den Anwesenden. Sie selbst gehe oft an der Eder entlang. „Leider konnte Hubertus die Fertigstellung nicht mehr verfolgen, da er mit dem Rollstuhl keine Möglichkeit hatte, diesen, nunmehr seinen Weg zu befahren.“

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