Erneut Haftbefehl beantragt – Richter: Angeklagter könnte vorsätzlich handeln
„Waffennarr“ kommt wieder nicht

Borgentreich (WB). Wieder ist der Borgentreicher, der mutmaßlich große Mengen Waffen gesammelt hat, nicht vor dem Amtsgericht Warburg erschienen. Und wieder hatte sich der Mann kurz vor dem Prozesstermin krank gemeldet. Die Sitzung am Donnerstag endete daher nach wenigen Minuten. Wieder wurde gegen den Mann Haftbefehl beantragt.

Donnerstag, 30.07.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 17:00 Uhr
Der Zeugenstuhl blieb leer: Der mutmaßliche Waffensammler erschien am Donnerstag wieder nicht vor dem Amtsgericht Warburg. Der Prozesstermin endete nach Minuten. Foto: Daniel Lüns
Der Zeugenstuhl blieb leer: Der mutmaßliche Waffensammler erschien am Donnerstag wieder nicht vor dem Amtsgericht Warburg. Der Prozesstermin endete nach Minuten. Foto: Daniel Lüns

Angeklagter schickt Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Der Angeklagte hatte seiner Anwältin mitgeteilt, dass er nicht komme. Er hatte ihr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) zugeschickt, welche sie an das Gericht weiterleitete. Richter Stephan Schneyer war beim Lesen des Schriftstücks überrascht: Es war auf den 16. Juli datiert – und damit bereits zwei Wochen alt. Gemeldet hatte sich der Mann bei seiner Anwältin, die bereits am Vortag angereist war, jedoch erst am frühen Donnerstagmorgen.

Diese AU sei keine ausreichende Entschuldigung für ein Fernbleiben vor Gericht, sagte Schneyer. Zumal auf dem Zettel keine Diagnose stehe. „Handschriftlich wurde darauf vermerkt, dass der Angeklagte nicht wegefähig sei. Aber wer das geschrieben hat, weiß ich nicht“, sagte der Richter. Eine telefonische Rücksprache mit der ausstellenden Praxis scheiterte – da sie vom 20. Juli bis 10. August im Urlaub und daher unbesetzt sei.

„Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Angeklagte sich durch kurzfristiges Vorlegen von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen dem Verfahren nicht stellen will“, gab Schneyer zu Protokoll. Daher wurde für den Mann ein Haftbefehl beantragt. Das war bereits beim letzten Termin Ende Januar geschehen. Auch da hatte der Angeklagte sein Fernbleiben durch eine AU gerechtfertigt.

Prozess stößt auf großes Interesse

Gegen den Haftbefehl hatte die Verteidigerin des Borgentreichers jedoch Beschwerde beim Landgericht Paderborn eingelegt – mit Erfolg. Das Landgericht war der Ansicht, dass es noch nicht genügend Hinweise darauf gebe, dass sich der Angeklagte dem Prozess entziehen wolle, erläuterte Schneyer. Das Beantragen jenes Haftbefehls sei demnach unverhältnismäßig gewesen.

Der Prozess stößt im Warburger Land auf so großes Interesse, dass offenbar nicht alle Interessierten in den kleinen Gerichtssaal gelassen werden konnten. Beim WESTFALEN-BLATT meldeten sich am Donnerstag gleich mehrere Leser, die angaben, mit Verweis auf die Corona-Schutzbestimmungen an der Pforte des Amtsgerichtes abgewiesen worden zu sein.

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