„Genossenschaft Energie“ stellt neues Beteiligungsmodell vor
Bürger verdienen an der Windkraft mit

Borgentreich/Kreis Höxter (WB). Bürger aus dem Kreis Höxter können jetzt in den Windpark Trendelburg investieren und auch an den Gewinnen partizipieren. Dazu bietet die „Bürgergenossenschaft Energie für den Kreis Höxter“  eine Beteiligung an. Das WESTFALEN-BLATT hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengefasst:

Mittwoch, 02.09.2020, 05:57 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 08:44 Uhr
Im Windpark Trendelburg beteiligt sich die Bürgergenossenschaft Energie für den Kreis Höxter an drei Windrädern. Auch Bürger aus dem Kreisgebiet können sich Anteile sichern und eine Rendite von vier Prozent erwarten. Foto: Opitz Computer Warburg
Im Windpark Trendelburg beteiligt sich die Bürgergenossenschaft Energie für den Kreis Höxter an drei Windrädern. Auch Bürger aus dem Kreisgebiet können sich Anteile sichern und eine Rendite von vier Prozent erwarten.

 

Was ist die Bürgergenossenschaft Energie für den Kreis Höxter?

2012 haben Banken, Kommunen, Stadtwerke, Landwirtschaftskammer und die Kreishandwerkerschaft aus dem Kreis Höxter die Genossenschaft gegründet. Zusammen mit den Bürgern sollen Investitionen in lokale Erneuerbare-Energien-Projekte getätigt werden. Die Genossenschaft betreibt bereits eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Beverungen.

 

Wie können sich Bürger an der Genossenschaft und somit am neuen Bürgerwindpark beteiligen?

Die Genossenschaft bietet allen Bürgern aus der Region nun an, Anteile im Wert von bis zu 2000 Euro pro Person zu erwerben. Insgesamt stehen rund 500 dieser Anteile zu je 1000 Euro zur Verfügung. Ein Aufnahmeformular steht auf der Homepage der Genossenschaft zur Verfügung. Das muss ausgefüllt und zurückgesendet werden. Die Aufträge werden bis zum 30. September in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt – und zwar so lange, wie es noch freie Anteile gibt.  

 

Was ist Gegenstand der Investition?

Durch die Beteiligung werden die Investoren der PV-Anlage in Beverungen und Miteigentümer der Windräder. Im Bürgerwindpark Trendelburg erzeugen drei Windenergieanlagen (WEA) vom Typ Vestas V126 mit einer Nennleistung von 10.350 KW elektrischen Strom. Hierfür wurden insgesamt 14,2 Millionen Euro investiert. Der Windpark ist im Januar in Betrieb genommen worden und produziert derzeit Energiemengen, die leicht über den prognostizierten Werten liegen. Zwei der drei Anlagen stehen auf dem Stadtgebiet von Trendelburg, eine weitere Anlage auf dem Stadtgebiet von Liebenau.

 

Wie bekomme ich mein investiertes Geld zurück, wenn ich es benötige?

Jedes Mitglied kann seine Mitgliedschaft unter Einhaltung einer Frist (von fünf Jahren) ordentlich kündigen. Die Kündigungsfrist drückt den mittel- bis langfristigen Anlagezeitraum aus und gewährleistet Kontinuität, heißt es. Für den Wert des Anteils ist der festgestellte Jahresabschluss maßgebend. Über außerordentliche Kündigungen entscheidet der Vorstand. Ein Mitglied kann zudem Anteile auf andere Mitglieder übertragen.

 

Wie hoch ist der erwartete Gewinn aus der Anlage?

In der Vergangenheit hat die Genossenschaft vier Prozent Rendite pro Jahr ausgeschüttet. Auch mit der zusätzlichen Beteiligung an dem Windpark bleiben vier Prozent das Ziel. Für den Windpark alleine wird eine etwas höhere Rendite erwartet.

 

Was passiert, wenn die Anlagen einen Schaden haben und nicht mehr betriebsbereit sind?

Der in der Branche übliche Vollwartungsvertrag mit dem Anlagenhersteller garantiert für alle wesentlichen Teile der Anlage eine Mindestverfügbarkeit. „Für Betriebsunterbrechungen durch Reparaturen im Rahmen des Vertrages erhält die Gesellschaft Ersatzzahlungen für entgangene Erzeugung und Erträge“, berichtet der Vorstand.

 

Was passiert, wenn die Lebenslaufleistung der Anlage erreicht ist?

Bis zum 20. Betriebsjahr, dem letzten Jahr der garantierten Einspeisevergütung, wird der Beteiligungsbetrag vom Windpark an die Genossenschaft zurückgezahlt. Nach dem Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer werden die Anlagen zurückgebaut. Hierfür bildet die Gesellschaft Rückstellungen. Sollte sich die Genossenschaft bis dahin an keinen neuen Projekten beteiligen können, so würde die Genossenschaft „liquidiert“.

 

Wie hoch ist das Interesse an den Anteilen?

Sehr hoch. Nachdem zunächst die rund 300 „Altmitglieder“ rund 300 Anteile vorab erworben haben, hat sich bereits am Tage der ersten Veröffentlichung einer Pressemitteilung ein reges Interesse an den neuen Anteile gezeigt.

Sie haben das Projekt Bürgerwindpark in Trendelburg vorgestellt (von links): Andreas Blömeke (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Vorstand Leander Sasse, Vorstand Christian Haase und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Meier.

Sie haben das Projekt Bürgerwindpark in Trendelburg vorgestellt (von links): Andreas Blömeke (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Vorstand Leander Sasse, Vorstand Christian Haase und Aufsichtsratsvorsitzender Michael Meier.

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