Party-Verdacht in Großeneder: Corona-Regel überprüft
Kritik am Einsatz des Ordnungsamtes

Borgentreich -

Regelmäßige Corona-Partys in Großeneder? Das Borgen­treicher Ordnungsamt ist am Freitag einem anonymen Hinweis in diese Richtung nachgegangen. Das Vorgehen der Beamten wird von einem Leser, der die Redaktion über den Einsatz informiert hat, als unverhältnismäßig und als Steuergeldverschwendung bezeichnet.

Montag, 22.02.2021, 21:00 Uhr
Das Ordnungsamt der Stadt Borgentreich ist mit Unterstützung der Polizei einem Hinweis nachgegangen, dass in Großeneder in einem Wohnhaus Corona-Partys gefeiert werden sollen. Jetzt gibt es Kritik an dem Einsatz.
Das Ordnungsamt der Stadt Borgentreich ist mit Unterstützung der Polizei einem Hinweis nachgegangen, dass in Großeneder in einem Wohnhaus Corona-Partys gefeiert werden sollen. Jetzt gibt es Kritik an dem Einsatz. Foto: dpa

Ordnungsamtsleiter Rolf Husemann war mit einem weiteren Kollegen selbst vor Ort: „Am Freitag haben wir keinen Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt“, erläutert er. „Die Polizei hat uns beide mit vier Beamten unterstützt“, sagt Husemann. Der Hinweisgeber, der die Redaktion informiert hat, spricht nicht von sechs, sondern von mindestens acht Kräften.

Die Stadt war per Brief anonym über Corona-Partys informiert worden. „Der Absender schrieb von regelmäßig stattfindenden Partys mit bis zu zehn Gästen. Wir sind verpflichtet, solchen Hinweisen nachzugehen“, erklärt Husemann. Nach Nachforschungen im Ort hätte sich der Verdacht gegen die Person erhärtet.

Am Donnerstag stellte das Ordnungsamt bei der Polizei Vollzugshilfe, um den Vorwurf kontrollieren zu können. Am Freitag sei der Antrag bewilligt worden. Und so gab es noch an demselben Abend gegen 21.45 Uhr in Borgentreich die Lagebesprechung mit der Polizei. Dann sind wir mit zwei Polizeiwagen und einem Auto des Ordnungsamtes nach Großeneder gefahren“, so Husemann. „Wir haben an der Haustür geklingelt und um Einlass gebeten. Die Person hat uns ins Haus gelassen“, erläutert der Ordnungsamtsleiter.

An diesem Abend hätte es keine Hinweise auf eine Party gegeben. „Aber wir haben natürlich auf die Bußgelder hingewiesen, die bei Verstößen drohen. Der Gastgeber muss 500 Euro zahlen, jedem Gast droht ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro“, so Rolf Husemann.

Der Leser, der die Redaktion über den nächtlichen Einsatz in Großeneder in Kenntnis gesetzt hat, kritisiert, dass es keinen Durchsuchungsbefehl gegeben hätte und kein Ausweis von dem Beamten vorgezeigt worden sei. „Ein richterlicher Beschluss war gar nicht nötig, da wir reingebeten worden sind“, erläutert Husemann. „Durch Uniform waren wir als Ordnungsamtsmitarbeiter und auch die Polizisten klar als solche erkennbar. Wären wir nach Ausweisen gefragt worden, hätten wir diese auch gezeigt“, nimmt Rolf Husemann Stellung zu diesen Vorwürfen.

Der Hinweisgeber schreibt zudem, dass er davon ausgeht, dass „das Grundstück rechtswidrig betreten“ worden sei. Schäden seien noch nicht bekannt. Der Ordnungsamt-Chef äußert sich dazu: „Wir haben geklingelt und sind reingelassen worden. Und Schäden haben wir sicherlich nicht angerichtet.“

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