Erheblich geringerer Eigenanteil ermöglicht Bau – Unverständnis in sozialen Netzwerken
Aussichtsplattform steht in der Kritik

Brakel (WB). Es ist noch nicht offiziell vorgestellt, da sorgt ein neues Bauwerk in Brakel schon für Gesprächsstoff auf der Straße und in den sozialen Netzwerken: Eine Aussichtsplattform am Bruchtpfad steht in der Kritik.

Mittwoch, 16.11.2016, 15:06 Uhr aktualisiert: 17.11.2016, 10:26 Uhr
6500 Euro hat diese Plattform gekostet. Das Geld kommt aus dem Haushaltsansatz für die Fischaufstiegsanlage. Foto: Frank Spiegel
6500 Euro hat diese Plattform gekostet. Das Geld kommt aus dem Haushaltsansatz für die Fischaufstiegsanlage. Foto: Frank Spiegel

Von Steuergeldverschwendung ist die Rede. Spaziergänger merken an, dass derjenige, der den Blick aufs Wasser genießen wolle, nur 200 Meter weiter eine Brücke über die Brucht vorfinde.

»Man sollte sich lieber mal auf die Brücke im Bruchtpfad zum Sepker Weg hoch konzentrieren! Die muss unbedingt erneuert werden«, heißt es in einem Kommentar auf Facebook.

6500 Euro Kosten

Wie Peter Frischemeier, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES mitteilte, hat die Stadt Brakel den Bau der Aussichtsplattform in Auftrag gegeben. Die Kosten dafür belaufen sich auf 6500 Euro.

Finanziert wurde die Maßnahme aus dem Haushaltsansatz der Stadt Brakel für die Fischaufstiegsanlage gegenüber der Plattform. Für diese mit 80 Prozent bezuschusste Maßnahme war ein Eigenanteil von 13.000 Euro vorgesehen.

»Nach Fertigstellung zeichnete sich ab, dass der Eigenanteil erheblich geringer ausfiel«, teilt die Stadt mit. Das gesparte Geld floss somit in die Plattform. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu dieser an das Fachamt sind nach Auskunft der Stadt »mehrheitlich positiv«.

Kommentar

Dass sich die Kosten für diese »Aussichtsplattform« auf lediglich 6500 Euro belaufen, dürfte die Stadt Brakel vor einem Rüffel des Bundes der Steuerzahler bewahren. Gleichwohl stellt sich die Frage, ob dieses Geld wirklich gut angelegt ist. Denn der Blick, der sich von der Plattform aus bietet, ist nur marginal anders als der vom naturbelassenen Ufer. Man hätte sich das Bauwerk aus diesem Grund auch sparen können – zumal es entlang des Bruchtpfades schon Möglichkeiten zur Rast gibt.

Wie soll man den Bürgern vermitteln, dass die Kassen leer sind und möglicherweise Steuern erhöht werden müssen, wenn auf der anderen Seite Geld auf diese Weise ausgegeben wird. 6500 Euro mögen mit Blick auf einen Gesamthaushalt ein »Kleckerbetrag« sein, aber spätestens wenn es an die Haushaltsberatungen geht, gilt: Kleinvieh macht auch Mist.

 

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