Hotelverkauf führt zu juristischen Auseinandersetzungen
Streitobjekt am Kaiserbrunnen

Brakel/Kassel (WB). Das ehemalige Hotel am Kaiserbrunnen ist immer noch Zankapfel zwischen dem ehemaligen Eigentümer Günther May und dem Kasseler Unternehmer Reshat Sokoli. May hatte die Immobilie im Februar des vergangenen Jahres verkauft.

Freitag, 10.02.2017, 11:25 Uhr aktualisiert: 10.02.2017, 11:28 Uhr
Eine Zwangsversteigerung von Objekten in Kassel könnte das Geld erbringen, auf das der frühere Eigentümer des Hotels am Kaiserbrunnen, Günther May, offenbar immer noch wartet. Für die Immobilie gab es verschiedene Pläne. Foto: Jürgen Köster
Eine Zwangsversteigerung von Objekten in Kassel könnte das Geld erbringen, auf das der frühere Eigentümer des Hotels am Kaiserbrunnen, Günther May, offenbar immer noch wartet. Für die Immobilie gab es verschiedene Pläne. Foto: Jürgen Köster

Erworben hatte das Gebäude der Kasseler Sokoli mit seiner Firma City-Invest-Immobilien. Welche Absichten er mit dem früheren Hotel verfolgte, hat dieser nie kundgetan. Er hatte über einen Mitarbeiter den Kauf der Immobilie zwar bestätigt, über deren weitere Verwendung jedoch geschwiegen.

Nicht reagiert hat er offenbar auch auf die schriftlichen Forderungen von Günther May , den Kaufpreis zu entrichten. Dieser hatte daraufhin den Berliner Anwalt Dr. Christoph Ammer, einen Spezialisten für Immobilien- und Strafrecht, eingeschaltet.

Zwangsversteigerung

Wie die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) in ihrer Kasseler Ausgabe berichtet, hat der Anwalt aus Berlin erreicht, dass das Amtsgericht nun die Zwangsversteigerung zweier Hochhäuser in Kassel angeordnet hat. Eigentümer des 5800 Quadratmeter großen Areals sei Sokoli mit seiner Immobilienfirma.

Das Hotel am Kaiserbrunnen hatte seit Jahren leer gestanden. Eigentümer May hatte verschiedene Pläne für den Komplex, diese jedoch nicht realisiert. Wie die Kasseler Zeitung berichtet, habe der Kaufvertrag Sokoli verpflichtet den Kaufpreis in Höhe von knapp 800 000 Euro bis zum 29. Februar zu bezahlen und für die laufenden Kosten ab dem 1. März 2016 aufzukommen. Diesen Verpflichtungen sei der Kasseler Unternehmer nicht nachgekommen.

May habe dann im Herbst Strafanzeige gegen Sokoli wegen Betruges erstattet, weil er davon ausgehe, dass sein Vertragspartner nicht über die erforderlichen Geldmittel verfügte. Zudem habe May den Berliner Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.

May wollte sich gegenüber dem WESTFALEN-BLATT nicht zu den Vorgängen äußern, »weil sich damit inzwischen Staatsanwälte befassen«. Er verwies auf seinen Anwalt Dr. Ammer, der für eine Stellungnahme jedoch nicht zu erreichen war.

Nach dem Verkauf hieß es, dass das frühere Hotel möglicherweise als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden könnte. Bürgermeister Hermann Temme hatte seinerzeit herausgefunden, dass City Invest in Kassel ein größeres Gebäude erworben hatte, aus dem das Unternehmen eigentlich ein Hotel habe machen wollen. Wegen des großen Drucks Flüchtlinge unterbringen zu müssen, hätten sich die Stadt Kassel und der Eigentümer des Gebäudes darauf geeinigt, dieses zu einer Flüchtlingsunterkunft umzugestalten.

Keine Unterkunft für Flüchtlinge

Dieses Gebäude gehört zu dem Areal, für das nun die Zwangsversteigerung angeordnet ist. Von dem Verkauf der Immobilie in Brakel hatte Temme erst auf Nachfrage erfahren. Er bedauerte, dass die Stadt nicht früher eingebunden worden sei. Das Hotel am Kaiserbrunnen als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge zu nutzen, schloss die Stadt aus.

Für die Stadt hatte die Nutzung der Immobilie als Hotel immer Priorität. Zwischenzeitlich war schon einmal im Gespräch, dort seniorengerechte Wohnungen einzurichten. 14 komfortable Wohneinheiten inklusive Penthouse sollten entstehen. Diese Pläne wurden ebenso wenig umgesetzt wie die erneute Nutzung des Restaurants, für das bereits ein Pächter Interesse gezeigt hatte. Zuletzt war das Hotel von einer Maklergesellschaft zur Pacht oder zum Kauf angeboten worden. Der Kasseler Unternehmer hatte den Kaufvertrag unterschrieben.

Wie Fachleute schätzen, kann es Monate dauern, bis der Beschluss des Amtsgerichtes Kassel umgesetzt wird und es tatsächlich zur Zwangsversteigerung kommt. Die beteiligten Seiten könnten sich aber auch anderweitig einigen.

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